So imposant kann deutsches Kino sein: Bildgewaltiges Abenteuer-Epos kommt ins Heimkino – erstmals restauriert in 4K!
Daniel Fabian
Daniel Fabian
-Senior-Redakteur
Ob Sammlereditionen aus aller Welt, aktuelle Schnäppchen oder Uncut-Horror – er weiß ganz genau, wie man an die großen Must-Haves kommt.

Angesiedelt in den krisengebeutelten 1940er Jahren ist er am Ende dennoch weniger Kriegsfilm als Abenteuer-Drama – bildgewaltig, mitreißend und ab dieser Woche in nie dagewesener Qualität: „So weit die Füße tragen“.

Bereits 1959 kam es mit „So weit die Füße tragen“ zu einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Josef Martin Bauer* – der als TV-Sechsteiler zum allseits bekannten und eifrig diskutierten Straßenfeger avancierte. Als Adaption des Erlebnisberichts eines ehemaligen Wehrmachtsangehörigen und Kriegsgefangenen, half die Fernsehproduktion vergleichsweise kurze Zeit nach Kriegsende, die gezeigten Ereignisse nachvollziehbar zu machen.

Nach der Jahrtausendwende versuchte sich dann Ex-Stuntman Hardy Martins („Manta - Der Film“) an dem Stoff – diesmal fürs Kino sowie mit einem etwas anderen Schwerpunkt. Das Ergebnis: ein packendes und vor allem stark inszeniertes Abenteuer-Epos, das nicht zuletzt von seinen imposanten Bildern lebt – die diese Woche in neuem Glanz erstrahlen. Denn So weit die Füße tragen“ (2001) kehrt am 16. Januar 2025 ins Heimkino zurück. Erstmals restauriert in 4K!

Ab dem kommenden Donnerstag könnt ihr den für sein aufwendiges Produktionsdesign beim Milano International Film Festival ausgezeichneten Film mit Bernhard Bettermann („Die fetten Jahre sind vorbei“) in der Remastered Special Edition genießen und die visuellen Schauwerte in besserer Qualität als je zuvor auf DVD* und Blu-ray* erleben. Auf eine Ultra-HD-Blu-ray wird indes verzichtet.

Ein unerbittlicher Überlebenskampf: Das ist "So weit die Füße tragen"

Hardy Martins erzählt die Geschichte von Oberleutnant Clemens Forell (Bernhard Bettermann), der im Zuge des Zweiten Weltkrieges in der Sowjetunion an die Front soll – und als Kriegsgefangener dort schließlich zu 25 Jahren Zwangsarbeit in einem sibirischen Bleibergwerk verurteilt wird.

Aus dem Versprechen gegenüber seiner Familie, an Weihnachten wieder zuhause zu sein, wird dementsprechend nichts. Und doch ist Forell gewillt, alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um sich den Weg zurück in sein altes Leben zurück zu bahnen. Er ergreift die Flucht, kämpft sich durch die eisige Tundra Russlands bis nach Persien, und läuft, so weit in die Füße tragen – um endlich wieder mit seiner geliebten Familie vereint zu sein…

So weit die Füße tragen
So weit die Füße tragen
Starttermin 27. Dezember 2001 | 2 Std. 33 Min.
Von Hardy Martins
Mit Bernhard Bettermann, Michael Mendl, Anatoliy Kotenyov
User-Wertung
3,7

„So weit die Füße tragen“ basiert auf der Geschichte von Cornelius Rost, dem einst tatsächlich die spektakuläre Flucht aus einem sibirischen Gefangenenlager gelang, bevor er sich schließlich auf einen 14.000 Kilometer langen Marsch zurück in die Heimat machte. Die überbrachten und schließlich auch im Kinofilm verarbeiteten Informationen wurden bei späteren Recherchen jedoch teilweise angezweifelt – und auch Regisseur Hardy Martins nahm sich bei seiner Nacherzählung einige Freiheiten, führte etwa gänzlich neue Figuren ein.

Wer also eine bis ins kleinste Detail historisch akkurate Darlegung der Ereignisse erwartet, wird nur bedingt bedient. Wenn ihr es mit der Geschichte aber nicht ganz so genau nehmt und im Sinne der Unterhaltung auch geringfügige Abweichungen und Dramatisierungen akzeptiert, erwartet euch bei „So weit die Füße tragen“ ein mitreißendes und vor allem spektakuläres Abenteuer, bei dem die politische Komponente vergleichsweise hinten angestellt wird, der eisige Überlebenskampf jedoch umso aufregender und fühlbarer wird.

Hätte es unsere Initiative „Deutsches Kino ist (doch) geil!“ um die Jahrtausendwende schon gegeben, wäre der gefeierte „So weit die Füße tragen“ sicherlich Teil davon gewesen – so wie aktuell etwa auch der ebenfalls auf wahren Begebenheiten basierende „September 5 - The Day Terror Went Live“. Wir können euch den kürzlich im Kino angelaufenen Thriller um das Münchner Olympia-Attentat nur wärmstens empfehlen – ebenso wie unser Interview mit Hauptdarstellerin Leonie Benesch:

"90 Prozent von dem, was man im TV vorgesetzt bekommt, ist Schrott": Das FILMSTARTS-Interview mit "September 5"-Star Leonie Benesch

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