Kaum vorstellbar, aber wahr: Dieser 90er-Jahre-Star sollte ursprünglich "Akte X"-Hauptrolle übernehmen!
Sidney Schering
Sidney Schering
-Freier Autor und Kritiker
Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

Vom Sandstrand mitten hinein in die unheimlichen Fälle des FBI? Wäre es nach einigen TV-Machern gegangen, hätte genau dies in den 1990er-Jahren Pamela Anderson erwartet!

Die Mysteryserie „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“ gehört zu den größten TV-Phänomen der 1990er: Wer damals TV schaute oder sich später mit Passion in die beliebtesten Fernsehserien der 90er stürzte, kam kaum am FBI-Duo Dana Scully und Fox Mulder vorbei. Daher brachte es die Serie von 1993 bis 2002 nicht bloß auf neun Staffeln mit 202 Episoden: 1998 und 2008 wagten Mulder und Scully obendrein den Sprung auf die Kinoleinwand.

Darüber hinaus wurde 2016 und 2018 je eine kurze Revival-Staffel nachgelegt. Die ließen die „Akte X“-Episodenliste auf insgesamt 218 Folgen ansteigen. Falls ihr die mysteriösen Missionen mit David Duchovny und Gillian Anderson als unvergleichliches Doppel wieder erleben oder nachholen möchtet: „Akte X“ findet ihr im Abo von Disney+!

Nicht nur Fans der ersten Stunde dürften zustimmen: Es ist nahezu unmöglich, sich die von Chris Carter erschaffene Serie (und die beiden Filmableger) ohne Duchovny und Anderson vorzustellen, die zügig zu einem eingespielten Team herangewachsen sind.

Aber wie so oft war auch dieses starke Casting mehr Glücksfall denn von Anfang an geplanter Geniestreich. Denn ursprünglich bestand der Plan, „Baywatch“-Star Pamela Anderson zum weiblichen Aushängeschild der Sci-Fi-, Krimi- und Horrorelemente vereinenden „Akte X“ zu machen!

"Sie suchten eine, die einen größeren Busen als ich hat"

Der männliche Star von „Akte X“ war schnell gefunden: Für Carter und sein Team war David Lynchs wegweisende Serie „Twin Peaks“ ein großer Einfluss – und darin hatte Duchovny eine denkwürdige Nebenrolle. Als er sich zum „Akte X“-Vorsprechen meldete, sei die Wahl daher recht zügig auf ihn gefallen – zumal die Verantwortlichen von seiner angenehmen Stimme begeistert waren.

Die Liste möglicher Scully-Darstellerinnen war dagegen länger. Eine der ersten Schauspielerinnen, denen der Part in Aussicht gestellt wurde, war Pamela Anderson. Sie war die Wunschkandidatin einiger wichtiger Köpfe bei der Produktionsfirma 20th Century Fox Television, weil sie konkrete optische Vorstellungen hatten.

„Sie suchten eine, die einen größeren Busen als ich hat, größer ist und längere Beine hat“, erinnerte sich Gillian Anderson gegenüber dem Sydney Morning Herald. „Sie konnten sich nicht vorstellen, wie David und ich zusammen einen Erfolg ergeben könnten“, fuhr die Mimin fort. Als sich Carter für sie entschied, sei er seitens des Studios sogar gefragt worden, wo „der Sexappeal“ abbliebe, wie der Serienschöpfer Inverse verriet.

„Obwohl Gillian wunderschön ist, war sie nicht deren Vorstellung von sexy“, so Carter. „Und sie war unbekannt, was niemals hilfreich ist.“ Schlussendlich sollte „Akte X“ ihr Durchbruch werden und ihr zahlreiche Auszeichnungen einbringen.

Pamela Anderson sollte länger warten müssen, um von einer namhaften und beliebten auch zu einer respektierten Schauspielerin aufzusteigen: Die Tierschutz-Aktivistin und zeitweilige „Hör mal, wer da hämmert“-Nebendarstellerin war jahrzehntelang Zielscheibe des Spotts, vor allem in der Boulevardpresse. Mit dem Drama „The Last Showgirl“ gelang es Pamela Anderson jedoch unlängst, zahlreiche positive Kritiken zu generieren, außerdem gewann sie für den Film Auszeichnungen auf einigen Filmfestivals. Einen Eindruck vom Drama, das am 20. März 2025 in den deutschen Kinos startet, erhaltet ihr hier.

Übrigens: Auch wenn den „Akte X“-Machern mit der Besetzung von Duchovny und Anderson rückblickend ein echter Casting-Coup gelungen ist, haben sich die beiden Stars lange nicht besonders gut verstanden. Den Grund dafür erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel:

"Wir haben wochenlang nicht miteinander geredet": David Duchovny und Gillian Anderson packen über ihre Probleme beim "Akte X"-Dreh aus

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