Es gibt Filme, mit denen hat man einfach eine gute Zeit und möchte sie am liebsten immer wieder schauen. Und dann gibt es auch solche, da erträgt man den Gedanken kaum, sie noch ein weiteres Mal anzusehen – obwohl sie absolut fantastisch sind. In diese Kategorie fällt „Des Teufels Bad“, der mich 2024 schon im Kino auf eindrucksvolle Art und Weise im Kino gequält hat.
Das Historiendrama von Severin Fiala und Veronika Franz überzeugt durch eine authentische Darstellung des Lebens im 18. Jahrhundert, tolle Schauspielleistungen, einen hervorragenden Soundtrack und eine zermürbende Thematik, denn es geht um Depression, Hoffnungslosigkeit, Fremdbestimmung und Glaubens-Gefängnisse. Eine niederschmetternde Erfahrung, die dahin trifft, wo es wirklich weh tut und sich auch nicht davor scheut, die Grenze zum Horror zu überschreiten.
Das ist „Des Teufels Bad“: In Oberösterreich im Jahr 1750 zieht Agnes (Anja Plaschg) in ein fremdes Dorf, um einen Mann zu heiraten. Sie verlässt ihr Elternhaus und ihre vertraute Umgebung, doch die Ehe mit Wolf (David Scheid) entwickelt sich nicht wie erhofft.
Trotz des traditionellen Brauchs, in der Hochzeitsnacht einen abgetrennten Finger unter der Matratze zu verstecken, zeigt Wolf im Bett kein Interesse an Agnes und scheint generell wenig Zuneigung für seine neue Ehefrau zu empfinden. Auch die Dorfgemeinschaft begegnet der frisch verheirateten Agnes mit Misstrauen, da ihr die anfallenden Arbeiten nicht leicht von der Hand gehen. Für Agnes wird das neue Leben allmählich zur Tortur – nur ein radikaler Gewaltakt verspricht Abhilfe.
Euch hat diese Beschreibung neugierig gemacht, im Kino habt ihr den Historien-Horror aber verpasst? Dann könnt – und solltet – ihr „Des Teufels Bad“ jetzt im Heimkino unbedingt nachholen, denn dort ist er seit dem 27. März 2025 erhältlich. Ihr habt die Wahl zwischen der DVD-*, Blu-ray-* oder der wunderschönen Mediabook-Variante:
Übrigens: Zwar wird es bei Amazon in der Überschrift so angegeben (Stand: 28. März 2025), dennoch handelt es sich bei der Mediabook-Variante nicht um eine 4K-Version, sondern lediglich um die Blu-ray-Fassung.
"Des Teufels Bad" im Heimkino: Großartiges Bonusmaterial
Insbesondere das Mediabook macht einige her und erweist sich in jedem Regal als echter Blickfang – und ist zudem für alle Fans der Künstlerin Anja Plaschg interessant, die viele unter ihrem Künstlernamen Soap&Skin kennen dürften. Die österreichische Experimental-Musikerin, Sängerin und Schauspielerin hat in „Des Teufels Bad“ nicht nur die Hauptrolle übernommen, sondern auch den fantastisch-bedrückenden Score beigesteuert, der dem Mediabook beiliegt.
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Natürlich handelt es sich dabei nicht um den einzigen Bonusinhalt des Mediabooks, denn dieses ist reich gefüllt mit spannenden und teilweise wirklich ungewöhnlichen Extras:
Neben einem 20-seitigen Booklet inklusive eines Deadline-Interviews mit den Filmemacher*innen, können sich Interessierte auch ein Live Q&A mit Veronika Franz und Severin Fiala anschauen, einem Interview mit der Historikerin Kathy Stuart oder dem Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke lauschen oder einem Panel zum Thema „Ritualmord und Suizid“ beiwohnen, das alleine schon 88 Minuten umfasst.
Zudem ist dem Mediabook auch der bisher schwer zu bekommende Kurzfilm „Die Sünderinnen vom Höllfall“ beigelegt, der ebenfalls von Regisseurin Veronika Franz stammt. Man merkt sofort, dass es sich bei dieser Edel-Edition nicht um lieblose Massenware handelt, die schnell produziert wurde, um Sammler*innen ein paar Taler extra aus der Tasche zu ziehen – nein, die beigefügten Extras dieser Ausgabe erweitern die Seherfahrung und helfen dabei, ein besseres Verständnis für diese düstere, aber dennoch wichtige Thematik zu entwickeln.
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Abgesehen vom Booklet und dem Soundtrack lassen sich all diese Extras auch auf der Blu-ray-Veröffentlichung finden. Lediglich wer zur DVD greift, muss einige Abstriche in Kauf nehmen, denn auf dieser sind zusätzlich lediglich der Kurzfilm, das Q&A und das Interview mit Historikerin Kathy Stuart zu finden.
Wer übrigens noch einmal detailliert erfahren möchte, warum „Des Teufels Bad“ für mich zu den krassesten Filmerfahrungen der letzten Jahre gehört, dem sei dieser Artikel hier ans Herz gelegt:
"Des Teufels Bad" hat mich gebrochen – eine Filmerfahrung, die wie kaum eine andere an die Nieren geht!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision.