Je länger die „Herr der Ringe“-Filme zurückliegen und mit jedem Jahr nur noch mehr an Klassiker-Status gewinnen, desto mehr häufen sich die Anekdoten zum Mega-Projekt, an dem Peter Jackson ab 1997 arbeitete. Frodo-Hauptdarsteller Elijah Wood, womöglich einer jener Schauspieler, die auf der Straße mehr mit ihrem Figurennamen als dem bürgerlichen angesprochen werden, äußerte sich nun zu einem Thema, das in den letzten Jahren immer mal wieder durch die Medienlandschaft ging: Die geringen Gagen, die die „Gefährten“ während der außergewöhnlichen Dreharbeiten in Neuseeland erhielten.
Zusätzliche Relevanz gewinnt dieses Thema, wenn man Nachrichten wie jene zu den Auftritten Robert Downey Jr. als „Doctor Doom“ in den kommenden Marvel-Großereignissen „Avengers: Doomsday“ and „Avengers: Secret Wars“ hört, für die er laut Variety mehr als 80 Millionen Dollar erhalten soll.
Gratis-Sandwiches als Gage?
Dass es bei Peter Jacksons Mittelerde-Saga ungleich sparsamer zuging, das war schon lange durchgesickert. Das sogenannte Back-to-Back-Drehverfahren, bei dem die Reihe an einem Stück in Neuseeland gedreht wurde, ist der beste Beweis dafür, hat man damit doch sowohl die Gagen als auch generell die Produktionskosten niedrig gehalten. Umso stärker stehen die Einnahmen am Box Office im Kontrast dazu. Fast drei Milliarden US-Dollar spielte Jacksons Trilogie an den Kinokassen ein!
Da die Verträge allerdings allesamt schon vorher ausgehandelt waren, fielen die Gagen — insbesondere aus heutiger Sicht – unwahrscheinlich niedrig aus. Cate Blanchett, die die Elbin Galadriel spielte, sorgte bereits im August 2024 für Aufsehen, als sie in der Sendung „Watch What Happens Live“ sagte: „Niemand hat wirklich etwas für diese Filme bekommen“ ( wir berichteten). Sie scherzte weiter: „Ich bekam im Grunde nur kostenlose Sandwiches und durfte meine Elfenohren behalten.“
Das Für und Wider des Back-to-Back-Drehs
Nun bestätigte auch Elijah Wood, der in der Trilogie die Hauptrolle des Frodo Beutlin spielte, gegenüber Business Insider, dass er und seine Mitstreiter*innen „keine massiven Gehälter“ bekommen hätten. Allerdings störe ihn das nicht im Geringsten:
„Da wir nicht nur einen Film gedreht haben, um dann den Vertrag für den nächsten neu zu verhandeln, war es keine dieser lukrativen Situationen, die es einem ermöglicht, den Rest des Lebens ohne Geldsorgen zu leben", erklärte Wood noch einmal die Besonderheit des Back-to-Back Drehs, die es der Crew und dem Ensemble nicht erlaubte, nach dem Erfolg des ersten Teils eine bessere Gage für die nächsten Filme auszuhandeln.
Gleichwohl sei das Studio New Line Cinema mit dieser Produktionsweise ein „echtes Risiko“ eingegangen, das ohne die verhältnismäßig geringen Gagen nicht möglich gewesen wäre. Der Vorteil sei bei all dem gewesen, dass dieses Projekt für immer Teil ihres Lebens sein würde. In gewisser Weise lieferte Wood damit ein Echo auf Orlando Bloom (den meisten besser bekannt als Legolas), der 2019 in der Howard Stern Show eröffnet hatte, dass er für alle drei Filme insgesamt nur 175.000 US-Dollar erhalten habe (zu sehen im folgenden Video):
Zum Vergleich: Sean Astin soll als Samweis Gamdschie an Woods Seite 250.000 US-Dollar an verdient haben (die Originalquelle hierfür lässt sich allerdings nicht ausmachen). Auf die Frage, ob Wood das Gleiche wie Astin verdient habe, antwortete er lediglich, dass die 250.000 Dollar nicht korrekt seien.
Letztlich spiele es aber „keine Rolle“, so Wood, schließlich sei „Der Herr der Ringe“ für seine Karriere und sein Leben von unschätzbarem Wert. Auf Cate Blanchetts Aussagen über die „kostenlosen Sandwiches“ angesprochen, zeigte sich Wood vor allem amüsiert und versicherte, dass diese Aussagen nicht böswillig gemeint seien. Die Teilnahme an der Filmtrilogie sei eine große Ehre gewesen und gehöre zu den besten Erfahrungen seines Lebens, so der Schauspieler abschließend.
Wer sich weiter für all die inneren und äußeren Hindernisse interessiert, die beinah verhindert hätten, dass die gefeierte „Herr der Ringe“Trilogie je das Licht der Welt erblickt hätte, liest am besten hier weiter:
Das größte Risiko der Filmgeschichte: Niemand glaubte an diese bahnbrechende Fantasy-Trilogie, die fast 3 Milliarden Dollar einspielte