Mann kündigte seinen Job und googelte "Wie schreibt man einen Film?" – 5 Jahre später wird sein Kriegsfilm bei Netflix gefeiert!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Den Job hinschmeißen, sich selbst das Drehbuchschreiben beibringen – und damit dann Erfolge bei Netflix feiern? Was unglaublich klingt, ist einem Mann tatsächlich gelungen!

Einfach den Job kündigen, der einen immer davon abhält, seinen eigentlichen Ambitionen nachzugehen, und die EINE Sache versuchen, von der man schon lange glaubte, dass sie noch in einem schlummern könnte – wohl nicht wenige von uns gehen dieses Szenario immer mal wieder in Gedanken durch, belassen es dann aber beim Träumen, weil das Risiko doch einfach zu groß wäre.

Espen Lauritzen von Ibenfeldt hat es dagegen einfach gemacht – und im Alter von 40 Jahren den Sprung ins kalte Wasser gewagt. In Norwegen hatte er sich bereits als Sänger, Radiomoderator und Eventveranstalter einen Namen gemacht. Doch eigentlich wünschte er sich eine Karriere als Drehbuchautor.

Während andere früh damit anfangen, sich mit der Kunst des Drehbuchschreibens auseinanderzusetzen, und Jahre des Studiums hinter sich bringen, um sie zu beherrschen, hat sich Ibenfeldt zu einem radikalen Schritt entschieden: „Ich habe gekündigt und buchstäblich bei Google gesucht: ‚Wie schreibt man einen Film?‘“, so der ehemalige DJ in einem Reddit-Thread.

Nur fünf Jahre später wurde sein Film auf Netflix gefeiert!

Er wusste zwar genau, welche Geschichte er erzählen wollte – nicht aber, wie man ein Skript verfasst und aufbaut. Also brachte er sich das notwendige Handwerk selbst bei und schrieb drauf los. Fünf Jahre später feierte seine Idee als fertiger Film seine Weltpremiere ...

... und sorgte wenig später auch bei Netflix für Aufsehen, wo ihr „Nr. 24“ im Streaming-Abo sehen könnt. Das historische Biopic erzählt die Geschichte von Gunnar Sønsteby, dem am höchsten dekorierten Widerstandskämpfer Norwegens im Zweiten Weltkrieg. „Ich wollte einen Film über mein großes Vorbild schreiben“, so Ibenfeldt über die Ausgangssituation.

Bereits seit 30 Jahren hatte er sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs beschäftigt, die mühsame Recherche über die genauen geschichtlichen Umstände konnte er sich also sparen und sich direkt auf sein Handwerk konzentrieren. Geholfen haben ihm dabei die Standardwerke „Save The Cat!“ von Blake Snyder und „The Definitive Guide To Screenwriting“ von Syd Field. In nur zwei Monaten stand das Drehbuch!

Im Anschluss wandte sich von Ibenfeldt an einen renommierten Historiker und Experten für Sønsteby, der praktischerweise auch noch gute Kontakte zur norwegischen Filmbranche hatte. Auf diese Weise landete das Skript bei dem Produzenten John M. Jacobsen (u. a. „Troll Hunter“), der sofort Interesse an dem Stoff zeigte. Das Filmteam wuchs, und mit Unterstützung des Norwegischen Filminstituts wurde ein Millionenbudget gesichert. Seit 1. Januar 2025 gibt es „Nr. 24“ auch hierzulande bei Netflix zu sehen, wo er auch für FILMSTARTS-Redakteur Daniel Fabian ein echtes Highlight darstellt, wie ihr im folgenden Artikel nachlesen könnt:

Das erste Film-Highlight 2025 gibt's bereits seit 1. Januar auf Netflix – und kaum jemand hat's mitbekommen!

Einen ähnlichen Artikel haben zuvor bereits unsere Kolleg*innen von Moviepilot veröffentlicht.

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