Von 1974 bis 1983 lief mit „Unsere kleine Farm“ eine amerikanische Fernsehserie, die bis heute nachwirkt: In 110 Ländern wurde die auf den autobiografischen Romanen von Laura Ingalls Wilder basierende Serie ausgestrahlt und war noch lange nach ihrem Ende in etlichen Wiederholungszyklen im deutschen TV zu sehen.
Das Prädikat ‚Kultserie‘ verdiente sich „Unsere kleine Farm“ durch ihre ergreifenden, mal lustigen, häufig tragischen Geschichten um die gottesfürchtige Farmer-Familie Ingalls, die Ende des 19. Jahrhunderts versucht, sich in Minnesota ein Leben in bescheidenen Verhältnissen und einer rauen, unberührten Landschaft aufzubauen. Ebendieses ‚Frontier‘-Motiv gilt vor allem konservativen US-Amerikaner*innen als Herzstück der Serie.
Die Anfang letzten Jahres verkündete Netflix-Neuauflage von „Unsere kleine Farm“ stieß einerseits auf die erwartbare Sorge von Fans des Originals, die sich keine bessere Adaption vorstellen konnten. Andererseits nutzten rechtskonservative Kommentator*innen die Nachricht sogleich, um gegen eine mögliche ‚woke‘ Version von „Unsere kleine Farm“ ordentlich Stimmung zu machen.
Neustart ins Ungewisse: Darum geht’s im "Unsere kleine Farm"-Remake
Dabei bleibt die Prämisse der Romanvorlage in Netflix‘ „Unsere kleine Farm“-Version durchaus erhalten, wie der neue Trailer verdeutlicht: Im Planwagen erreicht Charles Ingalls (Luke Bracey) mit seiner Ehefrau Caroline (Crosby Fitzgerald) und seinen zwei Töchtern Mary (Skywalker Hughes) und Laura (Alice Halsey) ein Landstück nahe des noch im Aufbau befindlichen Städtchens Walnut Grove.
Dort angekommen, werden die Ingalls vor den lauernden Gefahren dieser Umgebung gewarnt: bitterkalte Winter, Wölfe und Epidemien können sie erwarten – ein Überleben allein sei völlig unmöglich, erklärt der Arzt Dr. George Tann (Jocko Sims) dem um einen Neustart für seine Familie bemühten Charles. Hinzu kommt, dass die Indigenen der weiteren Besiedlung ihres Landes verständlicherweise kritisch gegenüberstehen, wie der einheimische Mitchell (Meegwun Fairbrother) dem verdutzten Charles erklärt…
Netflix
Schon die Ursprungsserie war progressiv
Obwohl diese ersten Bilder zur Serie durchaus eine Verhandlung des ‚Frontier‘-Motivs versprechen, wird das rechtskonservative, über ‚Wokifizierung‘ schimpfende Unker kaum zufriedenstellen. Dass diese aber vielleicht schon die Haltung der ursprünglichen Serie nicht verstanden haben, stellte Melissa Gilbert, Darstellerin von Laura Ingalls in der Original-Serie, in einem Instagram-Post fest:
„Ähm … schaut euch doch noch mal das Original an. Viel ‚woker‘ als wir kann Fernsehen kaum sein. Wir haben uns mit Rassismus, Sucht, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Vergewaltigung, häuslicher Gewalt und jedem anderen ‚woken‘ Thema befasst, das euch einfällt. Vielen Dank.“
Tatsächlich war die „Unsere kleine Farm“-Adaption der 1970er weitaus progressiver als damals üblich, stellt auch ein aufschlussreicher Politico-Artikel dar – und dies obwohl Michael Landon, der die Serie mitproduzierte, bei vielen Episoden Regie führte, an den Skripten mitwirkte und Carles Ingalls spielte, überzeugter Republikaner war.
Ob dieser Kulturkampf zum „Unsere kleine Farm“-Remake noch weitergeht, wird sich zeigen, wenn die Serie ab dem 9. Juli 2026 auf Netflix startet und wir erfahren, wie Showrunnerin Rebecca Sonnenshine („Archive 81“, „The Boys“) die Romanvorlage umsetzt.
Welche 80er-Kultserie demnächst ebenfalls ein Remake erhält, erfahrt ihr hier:
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