Wenn ihr in den 90ern mit Star Wars aufgewachsen seid und die goldene Zeit der Lucas-Arts-Videospiele miterlebt habt, dürfte euch dieser Name bekannt vorkommen: Dark Forces. Der Ego-Shooter erschien 1995 und ließ euch erstmals aus der Ego-Perspektive durch das Star-Wars-Universum ballern. In Deutschland war das allerdings lange Zeit nicht ganz so einfach – denn der Shooter landete auf dem Index und blieb dort jahrzehntelang. Aber das hat sich geändert!
Ein Star-Wars-Shooter, der in Deutschland berühmt-berüchtigt war
Star Wars
Dark Forces war 1995 kein typisches Star-Wars-Spiel. Während sich viele Titel rund um die Filme klar an jüngere Fans richteten, ging LucasArts hier einen deutlich härteren Weg. Ihr schlüpft in die Rolle von Kyle Katarn, einem ehemaligen imperialen Offizier und Söldner, der für die Rebellen arbeitet. Statt mit Lichtschwert und der Macht geht ihr hier ganz bodenständig mit Blaster, Sprengstoff und ordentlich Feuerkraft dem Imperium an den Kragen.
Das passte offenbar nicht jedem. Die damalige Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indizierte sowohl die englische als auch später die deutsche Version des Spiels im Jahr 1995. Als Begründung spielte unter anderem die Darstellung und das gezielte Einüben von Gewalthandlungen eine Rolle. Die Indizierungen liefen erst 2020 aus. Damit war Dark Forces in Deutschland tatsächlich rund 25 Jahre lang ein Spiel, an das ihr nur über erhebliche Umwege und nicht klassisch über den Ladentisch kommen konntet.
Jetzt könnt ihr den verbotenen Klassiker nachholen – und das so schön wie nie
Heute sieht die Sache anders aus: Ihr müsst heute weder nach einer alten CD-ROM suchen noch euch mit DOS-Konfigurationen herumschlagen. Nightdive Studios hat Dark Forces 2024 als Remaster zurückgebracht und das Original technisch ordentlich aufpoliert.
Star Wars
Dabei wurde der Klassiker nicht einfach komplett neu gebaut: Stattdessen bleibt die ursprüngliche Spielerfahrung weitgehend erhalten, während Texturen, Beleuchtung, Rendering und Steuerung modernisiert wurden. Genau das dürfte für Fans interessant sein, die zwar Lust auf den Klassiker haben, aber nicht unbedingt noch einmal mit den technischen Tücken von vor über 30 Jahren kämpfen möchten.
Blaster statt Lichtschwert: Kyle Katarn statt Luke Skywalker
Star Wars
In Dark Forces spielt ihr nicht Luke, Han oder einen anderen bekannten Filmhelden, sondern Kyle Katarn, der auch in den späteren Jedi-Knight-Spielen vorkam. Der Söldner wird von der Rebellen-Allianz angeheuert und soll geheime Pläne des Imperiums stehlen. Im Mittelpunkt steht schließlich das sogenannte Dark-Trooper-Projekt – eine neue Generation gefährlicher imperialer Kampfmaschinen.
Das Spiel fühlt sich dadurch wie ein Nebenkriegsschauplatz an, der irgendwo zwischen den großen Kinofilmen verortet ist, ähnlich wie Rogue One. Ihr bekommt imperiale Einrichtungen, Sturmtruppen, bekannte Schauplätze und jede Menge vertraute Geräusche und Gegner – aber eben aus der Perspektive eines abgebrühten Söldners mit dem Finger am Blasterabzug.
Wer Dark Forces damals verpasst hat, weil der Titel auf dem Index stand, bekommt damit heute die angenehmste Gelegenheit, diese kleine Star-Wars-Geschichte nachzuholen. Und mit dem aktuellen Amazon-Angebot müsst ihr dafür nicht einmal tief in die Tasche greifen.
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