New York im Jahr 1997: Die Kriminalität ist außer Kontrolle geraten, Manhattan wurde vom Rest der Welt abgeriegelt und kurzerhand zum größten Hochsicherheitsgefängnis der USA umfunktioniert. Wer einmal dort hineinkommt, ist auf sich allein gestellt.
Das ist die Ausgangslage von John Carpenters Kultfilm "Die Klapperschlange" aus dem Jahr 1981. Mit Kurt Russell als Snake Plissken schuf Carpenter eine düstere Science-Fiction-Welt, in der die Insassen ihre eigenen Regeln machen und verschiedene Gruppierungen um Macht und Einfluss kämpfen.
Ein verdammt starkes Setting für einen Sci-Fi-Film – und auch für ein ganz anderes Unterhaltungsmedium!
Aus einem 80er-Actionfilm entstand ein legendäres deutsches Rollenspiel
THQ Nordic
Denn die Grundidee von "Die Klapperschlange" inspirierte Ende der 90er Jahre ein deutsches Entwicklerstudio maßgeblich bei der Entwicklung eines neuen Rollenspiels.
Die Rede ist natürlich von Piranha Bytes und Gothic.
Ich finde diese Hintergrundinfo besonders spannend, weil Gothic für mich nicht einfach nur irgendein Rollenspiel war. Es war tatsächlich das erste RPG, das ich jemals gespielt habe. Seit dem ersten Teil bin ich Fan der Reihe und bis heute hat kaum ein anderes Spiel dieses besondere Gefühl reproduzieren können, das ich damals beim ersten Betreten der Kolonie hatte.
Mike Hoge, einer der kreativen Köpfe hinter dem ursprünglichen Gothic, bestätigte später sogar ziemlich direkt, wie diese Idee entstand: Die Entwickler wollten zunächst eine begrenzte Spielwelt schaffen – und durch "Escape from New York" (der englische Originaltitel von "Die Klapperschlange") kam schließlich der Gedanke einer abgeschotteten Gefängniswelt hinzu.
"Die Klapperschlange" erklärt, warum Gothic so anders war
THQ Nordic
Natürlich ist Gothic keine abgekupferte Fantasy-Version von "Die Klapperschlange". Gothic ist in seiner Art und Weise unverkennbar. Aber die Parallelen im grundlegenden Setting sind nicht von der Hand zu weisen:
Ihr werdet in eine feindselige Welt geworfen, kennt ihre Regeln nicht und seid zunächst einmal niemand. Die Menschen um euch herum haben ihre eigenen Interessen und scheren sich wortwörtlich einen Dreck um euch. Ihr müsst euch euren Platz erst verdienen.
Während andere Rollenspiele den Spieler schnell zum auserwählten Helden machten, war ich in Gothic zunächst einfach nur irgendein Typ, der nach einem Faustkampf mit einem Gardisten im Dreck lag. Das Minental hat sich nie so angefühlt, als würde es auf mich warten. Diese Welt existierte unabhängig von mir – und ich musste erst lernen, wie ich darin überlebe.
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Das Remake von Alkimia Interactive erzählt die Geschichte des ersten Teils neu und schickt euch erneut als namenlosen Helden hinter die magische Barriere. Dort erwarten euch neben wilden Tieren und gefährlichen Orks natürlich auch die unterschiedlichen Lager der Sträflinge, die jeweils ihre eigenen Vorstellungen davon haben, wie es mit der Kolonie weitergehen soll.
Gothic war mein erstes Rollenspiel und der Grund, warum mich das Genre bis heute begleitet. Umso spannender finde ich es, dass ausgerechnet ein düsterer John-Carpenter-Film aus den 80ern einen entscheidenden Teil der DNA dieses deutschen Kultspiels geprägt hat.
Und wenn ihr ebenfalls noch einmal hinter die Barriere geworfen werden wollt, gibt es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt!
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