Platz 35
"Rififi"
Jules Dassin, Frankreich 1955
Der Gangsterfilm „Rififi“ ist ein Werk des US-Amerikaners Jules Dassin, der während der paranoiden Kommunisten-Hetze der McCarthy-Ära nach Europa flüchtete. Dort wurde er zu einer treibenden Kraft in der Entstehung eines europäischen Film noir. So entstand „Rififi“ in Frankreich. Der Schwarzweiß-Film zeichnet sich durch krude Charaktere und insbesondere durch eine Misogynie aus, die einem heutzutage die Sprache verschlagen. Davon abgesehen ist „Rififi“ ein sehr atmosphärischer und präzise inszenierter Noir-Klassiker. Die Geschichte konzentriert sich auf eine Gangsterbande, die einen Einbruch mit Geldschrankraub plant und durchführt. Das Herzstück des Films ist die extrem realistische und detailreiche Einbruchsszene, die mit einer Dauer von einer halben Stunde ein Viertel der Gesamtlaufzeit des Films einnimmt und dabei komplett ohne Dialoge oder Musik auskommt. Deshalb gilt „Rififi“ nicht nur als ein herausragender Film noir, sondern ebenfalls als ein stilprägender früher Vertreter des Heist- bzw. des Caper Movies, bei denen sich die Handlung stets um einen aufwändig geplanten Einbruch dreht.