19 in Deutschland beschlagnahmte Filme, die unbedingt wieder freigegeben werden sollten

Schluss mit der Zensur! Gerade wenn die Verbote so häufig die falschen Filme treffen!!!

Das Syndikat des Grauens

(Lucio Fulci, Italien 1980)

Der Gangsterfilm von Zombie-Veteran Lucio Fulci („Ein Zombie hing am Glockenseil“, „Die Geisterstadt der Zombies“) wurde wegen seiner expliziten Gewaltdarstellungen in den 1980er Jahren sowohl in der ungeschnittenen als auch in der geschnittenen Fassung bundesweit nach § 131 StGB beschlagnahmt. Fulcis Vorliebe für das damals ungemein populäre Splatter-Subgenre kommt auch in seinem brutalen Mafia-Film (in Italien firmiert das Genre unter der Bezeichnung Poliziottesco) offen zum Ausdruck: Blutbäder, Massenexekutionen und Folter bestimmen hier das Geschehen.

Trotz der Beschlagnahmung der VHS-Fassung wagte sich das deutsche Label, den Film ungeschnitten auf DVD zu veröffentlichen – allerdings wurde dies mit einer rigorosen abermaligen Beschlagnahme-Welle beantwortet, der etliche Fulci-Filme zum Opfer fielen. Der Film bleibt damit bis heute in Deutschland aufgrund des Vorwurfs der Gewaltverherrlichung beschlagnahmt.

Dass „Das Syndikat des Grauens“ 1980 überhaupt in den Kinos gezeigt wurde, ist angesichts seiner beispiellosen Brutalität tatsächlich verwunderlich, andererseits wirkt gerade diese Überzogenheit ähnlich wie im Falle von Quentin Tarantinos „Kill Bill“ heutzutage einfach nur wie ein grotesker Comic-Strip, weshalb Fulcis Splatter-Gangsterstreifen nach heutigen Maßstäben einfach nicht mehr auf den Index gehört. Mal ganz abgesehen, dass es fast nirgendwo so brutal zwischen Cops und Gangstern zugegangen ist wie in Italien – und wahrscheinlich liegt Fulci mit seinem Streifen näher an der Wahrheit als viele künstlerisch ambitionierte Filme zu der Thematik.

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