Platz 16: „Harold und Maude“
(Hal Ashby, USA 1971)
„Harold und Maude“ sei geschmacklos und ungefähr so witzig wie „ein in Flammen stehendes Waisenhaus“, urteilte Variety nach der Premiere des Films. Viele Kritiker schlossen sich dieser Meinung an, unter anderem vergab Star-Kritiker Roger Ebert nur einen von möglichen vier Sternen. Das Publikum strafte die gewagte schwarze Komödie unterdessen mit Nichtbeachtung. Das Blatt wendete sich für „Harold und Maude“ jedoch schon bald, eine zunächst kleine, dann anwachsende Fangemeinde entdeckte den Film und schaute ihn sich immer wieder an. 1983 konnten die Macher schließlich sogar vermelden: Unser Film hat Gewinn erwirtschaftet!
Mittlerweile gehört die morbide Komödie, die von einem 20-Jährigen mit Todessehnsucht und seiner Beziehung zur 79-jährigen Exzentrikerin Maude handelt, zu den am längsten durchgängig aufgeführten Filmen: So läuft er zum Beispiel seit 1975 jeden Sonntag im Essener Kino Galerie Cinema – ohne eine einzige Unterbrechung. Neben den charmanten Hauptdarstellern Ruth Gordon und Bud Cort, ihren verschrobenen Figuren und dem bitterbösen Witz trägt vor allem der überragend-stimmige Soundtrack von Cat Stevens zum kultigen Charme von „Harold & Maude“ bei.