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    Am Set von "Thor 3: Tag der Entscheidung": Das FILMSTARTS-Interview mit Chris Hemsworth, Tom Hiddleston und Tessa Thompson
    Von Annemarie Havran — 09.09.2017 um 18:00

    Bei unserem Besuch am Set des Superhelden-Blockbusters in Australien treffen wir neben den bekannten Hauptdarstellern Chris Hemsworth (Thor) und Tom Hiddleston (Loki) auch Tessa Thompson, die als Valkyrie neu zur Reihe dazustößt.

    Marvel

    Mit Thor, Loki und Valkyrie an einem Tisch sitzen – ein Traum! Und der wird wahr, als sich Chris HemsworthTom Hiddleston und Tessa Thompson in voller Helden-Montur zu uns gesellen. Die letzte Klappe des Tages ist gerade gefallen und nun stehen uns die Stars von „Thor 3: Tag der Entscheidung“ noch vor dem Abschminken geduldig Rede und Antwort:

    FILMSTARTS: Die Fans freuen sich, dass Loki wieder mit von der Partie ist. Tom, erzähl uns doch ein bisschen, was mit ihm seit „Thor 2 – The Dark Kingdom“ passiert ist. Offensichtlich haben er und Thor wieder zueinandergefunden, denn wir haben gerade gesehen, wie sie Seite an Seite kämpfen…

    Tom Hiddleston: Am Ende von „Thor 2“ sitzt Loki ja auf dem Thron. Am Anfang von „Thor 3“ wundern sich also einige Leute in Asgard, was da los ist. Loki gefällt es, auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse zu balancieren. Doch der Film heißt nicht umsonst „Ragnarok“ [„Schicksal der Götter“] und Cate Blanchett spielt Hela, die Göttin des Todes, es geht also um alles. Loki muss sich entscheiden, auf welcher Seite er wirklich steht.

    FILMSTARTS: Valkyrie ist neu dabei und dürfte den meisten Zuschauern noch nicht bekannt sein. Wodurch bereichert sie die Welt der „Thor“-Filme?

    Tessa Thompson: In erster Linie bereichert sie sie durch einen weiblichen Helden. Dabei ist sie eine Heldin wider Willen, zumindest am Anfang des Films. Ganz ähnlich wie Thor versucht sie herauszufinden, was sie mit sich anfangen soll, nachdem sie Asgard verlassen hat. Als sie dann auf Thor und auch auf Loki trifft, gibt das ihrem Leben eine neue Richtung, sie erkennt ihre Bestimmung.

    FILMSTARTS: Werden wir in Zukunft noch mehr von Valkyrie im MCU sehen?

    Tessa Thompson: Wer weiß? Ich wäre natürlich sehr froh, wenn man sie weiter einsetzen würde, es macht unglaublich Spaß sie zu spielen und ihre Vielseitigkeit zu entdecken. Und bei Marvel war es ja bisher so, dass sie neue Figuren nicht ohne guten Grund einführen – also würde ich schätzen, dass man sie wiedersehen wird.

    FILMSTARTS: Thors Reise führt ihn an die verrücktesten Orte, zum Beispiel auf den knallbunten Planeten Sakaar. Was können wir sonst noch von Thors kosmischen Abenteuern erwarten?

    Chris Hemsworth: Ich habe viel mit den Leuten von Marvel darüber gesprochen. Wir haben gemeinsam überlegt, wie wir den Zuschauern etwas aus Thors Welt zeigen können, was sie noch nie gesehen haben. Wir bewegen uns also weg von Asgard und es gibt viele Ortswechsel, neue Figuren und somit auch neue Aspekte, die man an Thor entdecken kann, weil sich die Umstände, mit denen er zurechtkommen muss, ständig ändern. Besonders Sakaar, dieser weit entfernte, futuristische Ort ist etwas ganz Fantastisches – das hat sich auch für mich neu angefühlt, ich habe es geliebt. Ich habe dann auch selbst andere Dinge ausprobiert als ich es in den Kulissen von Asgard getan hätte.

    Kurze Haare und frisches Blut

    FILMSTARTS: Chris, wie ist es für dich, Thor diesmal mit kurzen Haaren zu spielen?

    Chris Hemsworth: In erster Linie bedeutet es weniger Zeit bei den Haar- und Make-up-Stylisten! Aber es ist wirklich so, wie man sagt: Erst ändert sich das Aussehen, dann ändert sich die Einstellung. Dass Thor sich verändert hat, merkt man auch in der Interaktion mit dem Hulk. Die beiden haben ja schon in den „Avengers“-Filmen miteinander zu tun gehabt, aber hier ist das was ganz anderes, wenn sie nur zu zweit sind, es ist eine ganz andere Dynamik. Aber zurück zur Frisur: Ich arbeite wirklich lieber mit kurzen Haaren!

    Tom Hiddleston: Die Dynamik zwischen Loki und dem Hulk ist diesmal übrigens auch ganz anders. Na gut, man kann nicht behaupten, dass sie in den „Avengers“-Filmen bisher viel miteinander gesprochen hätten, da hatten sie ja eher andere Arten von Interaktionen… Es ist also wirklich cool, den Hulk in einem anderen Szenario wiederzutreffen.

    FILMSTARTS: Aber einstecken muss Loki vom Hulk immer noch, oder? Wir haben heute beim Dreh gesehen, wie der Hulk Loki eine reinhaut…

    Tom Hiddleston: Das stimmt, aber immerhin haut er nicht nur Loki eine rein. Aber klar, das kommt den Zuschauern bekannt vor. Unser Regisseur Taika Waititi ist wirklich brillant darin, das, was die Leute bereits über die Figuren wissen, in Ehren zu halten, aber gleichzeitig neue Seiten an ihnen aufzuzeigen und sie weiterzuentwickeln. Es gibt diese Echos aus der Vergangenheit, aber das meiste wird für die Zuschauer völlig neu sein.

    FILMSTARTS: Taika hat also frisches Blut in das Franchise gebracht?

    Tom Hiddleston: Ja, absolut! Er ist so originell und witzig. Er hat großen Respekt davor, was die Leute bisher mit dem Franchise gemacht haben, aber er ist gleichzeitig absolut furchtlos, seine eigene Interpretation einzubringen.

    Chris Hemsworth: Er verschwendet auch keine Zeit, um ewig darüber zu grübeln, ob nun etwas richtig oder falsch ist, er sagt einfach: Ach lasst es uns einfach ausprobieren und dann schauen wir, was passt! Das bringt jede Menge Spontanität und Spaß am Set mit sich.

    Tom Hiddleston: Er versucht definitiv nicht, einfach dasselbe Gericht noch mal in der Mikrowelle aufzuwärmen, um es mal so auszudrücken. Alles fühlt sich komplett neu und frisch an. Und er lässt sich auch von der komplizierten Maschinerie hinter einem so großen Film nicht in seinem Einfallsreichtum behindern. Ein so großer Film kann einen Regisseur schon mal erdrücken, aber er bewahrt sich seine Leichtigkeit.

    FILMSTARTS: Wer waren denn in eurer Kindheit eure Lieblings-Superhelden?

    Chris Hemsworth: Crocodile Dundee, ist doch klar! Von dem, was wir hier in Australien hatten, kommt er einem Superhelden am nächsten. Nein, im Ernst: Ich glaube, das war Superman, zumindest im Fernsehen. Mit Comic-Büchern hatte ich damals nicht so viel am Hut – wer hätte gedacht, dass ich mal Teil dieser Welt sein würde.

    Tessa Thompson: Um ehrlich zu sein, hat mich erst die Arbeit an diesem Film in die Welt der Comics eingeführt. Ich hab mich als Kind nicht für Comics interessiert, eher für Puppen. Meine Schwester hingegen schon, und dann haben wir tatsächlich manchmal zusammen Szenen aus ihren Comics mit meinen Puppen nachgespielt – wobei ich es dann eher mit den diplomatischen Superhelden gehalten habe und meine Schwester mit den zerstörerischen! Sie hat alles kurz und klein gehauen. Aber jetzt, da ich Teil dieses Universums bin, fühle ich mich sehr inspiriert von den vielen starken Frauenfiguren, die es in dieser Welt gibt. Ich liebe Valkyrie, vor allem wenn sie in den Comics ein Teil der Fearless Defenders ist. Es ist so cool, sie mit all diesen toughen, wunderschönen, unglaublichen Frauen zusammen zu sehen. Nicht, dass die männlichen Superhelden nicht auch toll wären! Aber wenn ich wählen dürfte, hätte ich gerne diese Heldinnen als Freunde. Vielleicht passiert das ja wirklich… komm schon, Marvel! [klopft auf Holz]

    Vorbild dank Gummischwert

    FILMSTARTS: Die Welt braucht also mehr Superheldinnen in Filmen?

    Tessa Thompson: Na klar! Einen der tollsten Momente habe ich erlebt, als ich für die Rolle trainiert habe, und die kleine Tochter eines unserer Produzenten vorbeigekommen ist. Sie hat mich gesehen, wie ich da rumsprang und mit meinem Schwert gekämpft habe – und sie war total begeistert: „Whoa, du hast ein Schwert?“ Dabei war das nur ein Gummischwert. Solche Momente waren wirklich inspirierend für mich, wenn ich die Reaktionen von Kindern auf mich gesehen habe. Das ist das Alter, in dem man sie für eine Sache begeistern kann. Und ich denke, wenn junge Mädchen eine starke Frau sehen, prägt sie das. Das finde ich toll. Und in unserem Film ist Thor ein großer Fan von Valkyrie, er ist total begeistert von Kriegerinnen! Das sagt nicht nur viel über ihn aus, sondern ist auch toll für die Kinder im Publikum, die sehen, dass ihr Held starke Frauen bewundert.

    FILMSTARTS: Die Marvel-Filme haben bisher ja einige Kritik für ihre Bösewichte einstecken müssen – außer für Loki, versteht sich… Wird das diesmal anders?

    Tom Hiddleston: Samuel L. Jackson hat einmal beim Dreh von „Avengers“ zu mir gesagt: „Diese Filme sind immer nur so gut wie ihre Bösewichte.“ Und ich denke, Taika ist sich dessen sehr bewusst. Er ist sehr stolz auf Hela - und Cate sollte das auch sein, denn sie ist absolut großartig. Wir haben diesmal eine ganz neue Art von Bösewicht. Und Hela ist ganz eindeutig die Böse in diesem Stück, was super für mich ist, denn ich muss nicht mehr der Bösewicht sein. Das war ich zuvor, und nun bin ich das unberechenbare Element, von dem man nicht weiß, was es als nächstes macht. Bei Cates Hela ist das ganz klar: Sie ist böse. Wahrhaftig, außerordentlich, extrem böse. Sie wird die Leute umhauen.

    „Thor 3: Tag der Entscheidung“ startet am 31. Oktober 2017 in den deutschen Kinos – unseren ausführlichen Bericht vom Set könnt ihr hier nachlesen.

     

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