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    Boykott-Check: Bei welchen Filmen war der Protest angebracht, bei welchen völliger Unsinn

    Anlässlich der Kontroverse um „Peter Hase“ machen wir den Boykott-Check: Bei welchen dieser Filme, zu deren Boykott aufgerufen wurde, können wir den Protest nachvollziehen und bei welchen waren die Gründe einfach nur völliger Schwachsinn!

    TriStar Pictures

    „Stille Nacht – Horror Nacht“

    (Charles E. Sellier, Jr., USA 1984)

    Wer hat sich überhaupt aufgeregt?

    Ein wütender Mob „besorgter“ amerikanischer Bürger zeigte sich bei diversen Vorführungen des Films entsetzt und protestierte lautstark: Weil der Killer in „Stille Nacht – Horror Nacht“ ein Santa-Claus-Kostüm trägt, wurde befürchtet, dass schon der reine Anblick des Werbematerials bei Kindern ein Trauma auslösen und ihnen die Magie von Weihnachten für immer ruinieren könnte. Auch renommierte Filmkritiker wie Gene SiskelRoger Ebert und Leonard Maltin verurteilten den Film aufs Schärfste. Siskel verlas in „At The Movies“ sogar öffentlich die Namen aller an der Produktion beteiligten Crewmitglieder und adressierte diese direkt mit den Worten „Ihr solltet euch schämen“.

    Was passierte dann?

    Der Film wurde aufgrund der Kontroverse bereits kurz nach seiner Veröffentlichung von Verleiher TriStar-Pictures aufgegeben und nicht weiter beworben. Erst später entwickelte er sich zum Kultfilm. Heute gilt „Stille Nacht – Horror Nacht“ zumindest unter B-Movie-Fans als Klassiker.

    Wer tickt hier eigentlich noch ganz richtig?

    Die Proteste gegen den Film waren nicht nur extrem überzogen, sondern auch absolut unfair. Wenn sich hier einer hätte schämen sollen, dann Gene Siskel. Nebenbei: Das Filmstudio TriStar-Pictures wurde 1982 von der Coca-Cola-Company gegründet, die Firma, deren Werbeweihnachtsmann für viele Menschen weltweit den typischen Look des gutmütigen Gabenbringers repräsentiert.

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