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    TV-Warnung: Dieser Film ist eine Sci-Fi-Mogelpackung, die mich ein bisschen wütend gemacht hat
    Von Tobias Mayer — 18.03.2021 um 13:00

    „Pacific Rim 2“ sieht auf den ersten Blick so aus, als könnten Fans einer gepflegten Roboter-Klopperei damit eine gute Zeit haben – zumindest wenn man den Trailer und nicht den Film schaut, der ein gigantischer Reinfall für Redakteur Tobias war.

    Universal Pictures

    „Pacific Rim: Uprising“ läuft am 18. März ab 20.15 Uhr auf VOX; außerdem kann der Film u. a. bei Amazon Prime Video als VOD geliehen werden

    +++ Meinung +++

    Nachdem Guillermo del Toro jahrelang versucht hatte, eine Fortsetzung zu seinem sympathisch-krawalligen „Pacific Rim“ zu konzipieren, mit der die beteiligten Geldgeber*innen einverstanden waren, gab er die Regie 2016 an den „Daredevil“-Autoren Steven S. DeKnight ab. Del Toro war damit so gut wie raus, zumal er auch mit dem Drehbuch nichts mehr zu tun hatte. Im Abspann von „Pacific Rim 2: Uprising“ wird er darum lediglich als Produzent und als „visual consultant“ genannt (was auch immer das für eine Position ist).

    Gut möglich aber, dass sich der mexikanische Tausendsassa wünscht, sein Name würde überhaupt nicht mehr mit „Pacific Rim 2“ in Verbindung stehen...

    Ich könnte diese Fortsetzung der Roboter-Vs.-Monster-Story als völlig leeren Spektakelfilm bezeichnen, allerdings fehlt „Uprising“ sowohl jede Seele und Richtung, als auch ausreichend viel und überzeugendes Spektakel.

    Ein Spektakelfilm mit zu wenig Spektakel oder sonst was

    Auf dem Papier klingt die Sache noch ganz gut: Es geht um den jungen Piloten Jake Pentecost (John Boyega), der unter großem Erwartungsdruck zerbrochen ist, weil sein Vater der gefallene Held aus Teil 1 war, Stacker Pentecost (Idris Elba). Jake muss sich schließlich mit seinem Rivalen Lambert (Scott Eastwood) und anderen jungen Leuten zusammentun, um eine neue Bedrohung zu bekämpfen, die etwas mit den Kaiju-Wassermonstern zu tun hat – doch es dauert, bis sich diese Bedrohung wirklich zeigt, und vorher passiert ...

    ... nichts.

    Der sonst so großartige „Star Wars“-Held John Boyega spielt einen jungen Mann im Schatten seines legendären Vaters, bekam aber leider nicht eine einzige Szene auf den Leib geschrieben, die seinen großen Fähigkeiten gerecht würde und dementsprechend ist auch seine Motivationsrede vor den Kameraden und Kameradinnen nur ein trauriges Echo des starken „We are canceling the apocalypse“-Peptalks von Idris Elba im ersten Film. Die Rivalität zwischen Boyegas Jake und Eastwoods Lambert bleibt eine bloße Behauptung.

    Und weil den Verantwortlichen nach der ersten Schnittfassung klar geworden sein dürfte, dass diesem Film jeder Funke fehlt, jede Lebensregung, hat man dann offenbar in Nachdrehs noch ein, zwei Momente mit Boyega aufgenommen, die witzig sein sollen, nur leider zünden sie ebenso wenig wie der ganze Rest.

    Moment, sollte das hier nicht Spaß machen?

    Ich weiß noch, wie ich bei meiner ersten und definitiv einzigen Sichtung von „Pacific Rim 2: Uprising“ recht bald in einen Zustand nervöser Verwirrung und aufkeimender Wut verfallen bin. Ich gucke hier gerade einen Film über eine Welt, in der Menschen in gigantischen Robotern gegen ebenso gigantische Monster antreten – und sollte sowas nicht Spaß machen?

    Tut es leider nicht, was auch damit zusammenhängt, dass es für einen Film über gigantisches Gekloppe bemerkenswert wenig gigantisches Gekloppe gibt und ich eine viel zu lange Zeit über gar nicht weiß, um welche Gefahr es hier eigentlich geht – der Krieg mit den Riesenmonstern ist in der Handlung nämlich seit zehn Jahren vorbei.

    Und wenn es dann kracht, ist mir die Action halt leider völlig egal.

    » "Pacific Rim 2" bei Amazon Prime Video*

    In der FILMSTARTS-Kritik bekam „Pacific Rim: Uprising“ immerhin noch 2,5 von 5 Sternen, ich aber würde höchstens dem Trailer diese Wertung geben, ganz bestimmt jedoch nicht dem Film an sich. Denn was in der gekürzten Form als Vorschau noch einigermaßen ansehnlich daherkommt, entpuppt sich als fast zweistündiges und damit quälend langes Nichts.

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