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    Schon gemerkt? Das Ende von "Keine Zeit zu sterben" zitiert einen der tragischsten Momente der gesamten Bond-Saga
    Benjamin Hecht
    Benjamin Hecht
    -Redakteur
    Weil Hayao Miyazaki ihn träumen lässt, Sergio Leone ihm den Schweiß auf die Stirn treibt und Stanley Kubrick seinen Grips fordert: Dafür liebt Benjamin das Kino!

    Der neue James-Bond-Blockbuster „Keine Zeit zu sterben“ steckt voller Anspielungen auf „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“. Die deutlichste befindet sich im Abspann und weckt traurige Erinnerungen an das herzzerreißende Ende des 007-Klassikers.

    Universal Pictures International

    Keine Zeit zu sterben“ ist das große Finale der Bond-Ära von Daniel Craig. Man könnte also meinen, es würde ausreichen, nur die vier direkten Vorgänger (also „Casino Royale“, „Ein Quantum Trost“, „Skyfall“ und „Spectre“) gesehen zu haben, bevor man für das neueste Agenten-Abenteuer ins Kino geht. Doch so einfach ist die Sache nicht. Denn das Seherlebnis des aktuellen James-Bond-Films wird erst dann perfekt, wenn man auch „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ kennt.

    Zwar versteht man die Handlung von „Keine Zeit zu sterben“ auch ohne den 1969er-Film mit George Lazenby gesehen zu haben. Doch der neueste Ableger des Mega-Franchises hat einige deutliche Parallelen und Anspielungen auf „Im Geheimdienst ihrer Majestät“. Vor allem das Ende enthält einen sehr deutlichen Verweis, der an den vielleicht tragischsten Bond-Moment aller Zeiten erinnert.

    Um darauf einzugehen, werden wir allerdings nicht drum herum kommen, zu spoilern. Seid hiermit also gewarnt!

    Das Ende von "Keine Zeit zu sterben"

    Am Ende des neuen Bond-Films muss James Bond verhindern, dass Bösewicht Lyutsifer Safin (Rami Malek) von seiner abgelegenen Basis aus die ganze Welt mit einer tödlichen Technologie angreift, die einem Virus ähnelt. Das erinnert an „Im Geheimdienst ihrer Majestät“. Denn darin möchte Blofeld (Telly Savalas) ebenfalls einen gefährlichen Krankheitserreger auf die Welt loslassen.

    Um Safins Plan zu vereiteln, muss Bond vor Ort erst eine Schutzvorrichtung ausschalten, während die Raketen bereits auf dem Weg sind. Am Ende bleibt dem angeschossenen Agenten keine Zeit mehr zu fliehen. Er bleibt zurück, opfert sich und wird mitsamt dem Insellabor in die Luft gejagt. Nach noch einer Szene mit Bonds hinterbliebener Geliebten Madeleine Swann (Léa Seydoux) und der gemeinsamen Tochter rollt der Abspann – und es erklingt „We Have All The Time In The World“, gesungen von Louis Armstrong.

    Ein treffender Song, denn wie schon in „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ endet die Beziehung von Bond auch in „Keine Zeit zu sterben“ tödlich. Im Lazenby-Abenteuer – Achtung: Spoiler! - heiratet Bond zwar, doch schon kurz darauf wird seine Frau Tracy (Diana Rigg) von einer Handlangerin Blofelds erschossen. Es ist ein bitterböses Ende und „Keine Zeit zu sterben“ spiegelt dieses nun wieder – allerdings mit dem Unterschied, dass diesmal James Bond selbst stirbt und nicht seine Geliebte.

    Noch mehr Anspielungen auf "Im Geheimdienst ihrer Majestät"

    Dabei wäre der Abspann-Song auch gar nicht nötig gewesen, um die Parallelen zum Lazenbys einzigem 007-Auftritt deutlich zu machen. So teilen sich beide Filme auch schon die für die Bond-Reihe seltene Gemeinsamkeit, dass sie in erster Linie eine Liebesgeschichte erzählen und das Weltrettungsgeschehen somit nur die zweite Geige spielt. Das Leben als Spion will Bond sowohl im sechsten als auch im mittlerweile 25. Film hinter sich lassen. Außerdem befinden sich auch außerhalb des Abspanns mehrere musikalische Referenzen im Score von „Keine Zeit zu sterben“.

    So hat sich Komponist Hans Zimmer beim Track „Matera“, der in den Italien-Szenen im Prolog anklingt, deutlich vom bekannten Stück „We Have All The Time In The World“ aus dem Lazenby-Bond inspirieren lassen. 

    Das rein instrumentale Original von John Barry ohne den Gesang von Armstrong könnt ihr euch zum Vergleich hier anhören:

    Und es ist nicht nur Hans Zimmer, der das Thema aufgreift. Auch das Autorenteam um Cary Joji Fukunaga zitiert den ikonischen Song, in dem die Worte „We Have All The Time In The World“ gleich zweimal im Film ausgesprochen werden. Man sieht und hört also deutlich, dass sie die kreativen Köpfe von „Keine Zeit zu sterben“ sehr stark an „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ orientiert haben.

    Ob die Liebesgeschichte zwischen Craigs Bond und Madeleine ähnlich gut zündet wie die zwischen Lazenbys Bond und Tracy, darüber haben wir unter anderem in unserer Podcast-Folge zu „Keine Zeit zu sterben“ diskutiert.

    "Keine Zeit zu sterben": Wie gut ist der neue James-Bond-Film?

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