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    Die unglaubliche Geschichte eines der größten Flops aller Zeiten: Drogen, Kinderpornographie und 30 Dollar Einspiel!
    07.09.2022 um 18:00
    Pascal Reis
    Pascal Reis
    -Redakteur
    Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

    Es kommt immer wieder zu rigorosen Flops an den Kinokassen. „Morbius“, „Pluto Nash“ und „John Carter“ sind nur einige Beispiele. Aber das ist nichts im Vergleich zu „Zyzzyx Road“, der dazu auch noch eine unglaubliche Produktionsgeschichte vorweist!

    GoDigital Media Group

    Ihr habt noch nie etwas von dem Film „Zyzzyx Road“ gehört? Dafür müsst ihr euch nicht schämen, obwohl es durchaus etwas verwunderlich ist. Denn die Produktionsgeschichte von John Penneys Megaflop ist so turbulent, dass sie eigentlich das Zeug hat, einen eigenen Film spendiert zu bekommen. Nicht nur hat ein Star unter Drogen für jede Menge Chaos gesorgt, auch am Box Office gab es eine Bruchlandung der allerersten Güteklasse.

    Bei „Zyzzyx Road“ hat man es auf den ersten Blick mit einem durchaus ambitionierten Projekt von John Penney zu tun, denn dieser hat den Film nicht nur inszeniert, sondern fungierte auch als Produzent und hat zudem das Drehbuch verfasst. Der Film, der in Las Vegas angesiedelt ist, dreht sich um das Paar Grant (Leo Grillo) und Marissa (Katherine Heigl), die sich dazu entschließen, Marissas Ex-Freund umzubringen. Das klappt auch tatsächlich und sie vergraben die Leiche an der Zyzzyx Road. Am nächsten Morgen ist der Leichnam jedoch verschwunden – und das Pärchen muss mehr denn je um sein Leben fürchten.

    Stars in einem Flop, der sich gewaschen hat!

    Klingt eigentlich gar nicht so schlecht, oder? Was „Zyzzyx Road“ zudem von anderen Low-Budget-Filmen unterschied, ist die Besetzung, die mit Katherine Heigl (die damals gerade den Piloten für „Grey's Anatomy“ abgedreht hatte) und Tom Sizemore („Der Soldat James Ryan“) zwei durchaus prominente Namen zu bieten hat. Hauptdarsteller Leo Grillo hingegen war nicht gerade ein Star, sondern eher als Aktivist bekannt, der sich für das Wohl von Tieren einsetzte – und Filme mochte. Er selbst wollte einen „Rambo“-Film mit Hund drehen. Aber um das Geld dafür zu bekommen, musste er sich an einem Film beteiligen, der auch im Ausland finanziell profitabel wäre: einen Thriller. So liefen sich John Penney und Leo Grillo über den Weg – und der Alptraum begann.

    „Zyzzyx Road“ wurde im Sommer 2005 20 Tage lang mit einem überschaubaren Budget von 1,2 Millionen US-Dollar gedreht. Als Drehort hielt die Mojave-Wüste her. Die Temperaturen sinken hier im Sommer nur selten unter 40 Grad. Erschwerend kam der Umstand hinzu, dass Tom Sizemore gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und sich regelmäßigen Drogentests unterziehen musste – wovon er mehrere nicht bestanden hatte, was zu einer Verhaftung während der Dreharbeiten führte. Außerdem wurde Peter Walton, Sizemores Assistent, während der Drehbuch verurteilt – und zwar wegen des Handels mit Kinderpornographie. Sizemore wurde indes wieder entlassen, sodass der Film beendet werden konnte.

    Leo Grillos Plan war es ja eigentlich, Geld mit „Zyzzyx Road“ zu machen, um seinen „Rambo“-Mit-Hund-Film zu verwirklichen. Das Problem daran ist nur, um international Geld mit einem Low-Budget-Film zu machen, muss dieser mindestens eine Woche in einem US-Kino gezeigt werden, so verlangen es die Statuten der sogenannten „U.S. release obligation“. Gesagt, getan: Am 2. Februar 2006 feierte der Film im Highland Park Village Theatre, Dallas, seine Uraufführung, welches das Produktionsteam für 1.000 Dollar gemietet hatte, um den Film dort für 5 Dollar pro Ticket zu zeigen.

    Die Rechnung ging (mehr oder weniger) auf: Der Film spielte bei 6 Besuchern zwar lediglich 30 Dollar ein (wovon eigentlich sogar nur 20 Dollar wirklich zählten, denn zwei Tickets gingen an die Visagistin des Films, die den Streifen hier mit ihrer Freundin ansah), doch die Voraussetzungen für eine Auswertung außerhalb der USA waren erfüllt. Als am 2. März die Vorführungen endeten, wurden so die internationalen DVD-Verkaufsrechte geschlossen, wo „Zyzzyx Road“ letztlich jedoch bloß 368.000 Dollar aus 23 Ländern sammeln konnte. Zu wenig, um die Produktionskosten zu decken – und viel zu wenig, um Leo Grillos Träume von eigenen Tier-Genre-Filmen zu ermöglichen. Ein echter, unglaublicher Reinfall.

    Dieser Artikel ist in ähnlicher Form zuvor auf unserer spanischen Schwesterseite Espinof erscheinen. HIER kommt ihr zum ursprünglichen Text.

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