EIN LETZTES MAL NASENBLUTEN
In Hawkins eskaliert endgültig alles. Das Militär hat die Kleinstadt fest im Griff, Vecna bereitet seinen finalen Angriff vor und Mike samt Truppe versucht herauszufinden, wo dieser wandelnde Tentakel eigentlich hängt. Währenddessen trainiert Elfie unermüdlich für den Endkampf, bis Mikes Schwester Holly entführt wird und die Lage endgültig von „kritisch“ auf „völlig im Arsch“ springt.
Stranger Things Staffel 5 auf Netflix hat 8 Episoden mit einer Laufzeit je Folge von zu lang. Ich bin ehrlich, für mich funktioniert das Finale. Nicht perfekt, aber rund genug. Vielleicht auch, weil mein emotionales Investment schon vorher nicht mehr auf Max-Level war. Trotzdem muss man sagen, Effekte, Setpieces und Ideen liefern ab wie gewohnt.
Die Figurenentwicklung passt größtenteils. Die meisten waren eh auserzählt, daher bleibt eigentlich nur Will, der endlich mal zu sich selbst stehen darf, hat ja auch nur fünf Staffeln gedauert. Die Story ist rasant, der Humor sitzt und auch wenn manche übernatürliche Erklärung eher nach Zauberwürfel-Logik klingt, wirkt alles zumindest wichtig genug, um nicht komplett abzuschalten.
Vecna bleibt bedrohlich, auch wenn sein Auftreten stellenweise mehr creepy Onkel als kosmischer Endgegner ist. Seine Backstory ist okay, nichts bewegendes, aber ausreichend.
Größtes Manko bleibt für mich Millie Bobby Brown, die weiterhin das schauspielerische Können eines Fensterbretts hat. Das komplette Militär-Setup um Linda Hamilton fühlte sich leider sehr überflüssig an.
Das Finale fährt dann mit einem Resident-Evil-Bosskampf, Rambona, viel Geschrei, Pathos und noch mehr Tränen auf.
Unterm Strich bleibt eine letzte Staffel, die ihre Figuren erwachsen werden, sie leiden und wieder aufstehen lässt und der Serie ein würdiges Ende verpasst. Kleine Logiklöcher gibt’s, ja, aber die Momente, wie etwa die schmelzenden Wände, machen schon ordentlich Stimmung.
8/10 Punkten. Egal ob Elfie oder Vecna ihre Kräfte einsetzen, sie sehen halt immer aus wie Jedis mit roten Heuschnupfen.