Severance
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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3,5
Veröffentlicht am 22. Juni 2026
Filmisch eindrucksvoll umgesetzt, während die Story ihre Holpersteine hat!

Ben Stiller schuf 2022 eine der spannendsten Serien, der letzten Jahre: „Severance“. Das Konzept von zwei Menschen, die sich einen Körper teilen, ist zwar nicht neu, wurde hier aber frisch und mitreißend umgesetzt. Nach dem großen Cliffhanger der ersten Staffel, mussten Fans der Serie ganze drei Jahre warten, was ganz schön lang für eine Serie ist. Anfang 2025 war es dann aber soweit: Staffel 2 startete und führte die Story um Mark und seine Kolleg*innen weiter. Leider jedoch nicht mehr so stark wie in der ersten Season…

Mark und sein Team waren als „Innis“ in der Außenwelt. Das sollte schwere Konsequenzen mit sich ziehen, doch nein. Tatsächlich instrumentalisiert die Firma Lumon den Aufstand der Mitarbeiter*innen und nutzt ihn als eine Art Aushängeschild. Währenddessen schmiedet Mark mit seiner Schwester einen Plan, um seine Frau Gemma aus Lumon zu befreien…

Zunächst einmal die unbestreitbaren Stärken: „Severance“ sieht nach wie vor beeindruckend aus. Staffel 2 ist sogar ein ganzes Stück eindrucksvoller gefilmt. Die Story wird optisch unfassbar stark unterstützt mit teils atemberaubenden Bildern. Auch der Score von Theodore Shapiro ist wieder klasse und konnte ebenfalls noch ein Stück drauf legen.
Weiterhin sind alle Darsteller*innen absolut fantastisch. Adam Scott als Mark ist einer der stärksten, aber auch John Turturro hat sich als Irving zu einer der charismatischsten Figuren entwickelt. Und natürlich ist das Konzept nach wie vor das Herz der Serie und wird mit einigen starken Momenten und Ideen teils rührend und bezaubernd umgesetzt.

Die zweite Staffel ist voll von neuen Ideen und Konzepten. Viele davon sind nicht nur in der Theorie spannend, sondern entfalten auch auf dem Bildschirm eine eine ausdrucksstarke Kraft. Mein Highlight dürfte unter anderem das Finale sein mit einem Charakter, der ein Gespräch mit… sich selbst führt.

„Severance“ ist auch weiterhin eine wirklich hochwertige und spannende Serie, allerdings leidet diese Staffel unter einigen kuriosen Problemen. Eins davon ist die fehlende Konsequenz für die Protagonist*innen. Mit Ausnahme einer bestimmten Folge und Figur, können sich Mark und Co irgendwie alles erlauben. Selbst nach dem Aufstand am Ende in Staffel 1, gibt es nahezu keine Strafen oder Nachwirkungen. Zudem frage ich mich ernsthaft, wo die ganze Security in dem Laden ist. Immer wieder gehen die Innis auf Entdeckungstouren und verletzen dabei mehrere Regeln und es wird immer wieder klar gezeigt, dass die obere Etage alles sehen und hören kann. Warum also wird nur so lasch gegen al das vorgegangen?

Vielleicht, damit wir als Zuschauer all die verrückten Dinge in der Firma sehen können, wie etwa die Ziegenstation. Das ist zwar interessant, aber dadurch verliert sich die Serie immer wieder im klassischen „Mystery-Boy“-Klischee: Skurrile und „weirde“ Momente und Szenarien werden gezeigt, die mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben. Im Laufe der Staffel werden aber viele davon nicht mehr aufgegriffen, wie etwa die Reintegration von Mark. Es wirkt auf plumpe Art so als ob die Macher der Show um jeden Preis verrückte und mysteriöse Dinge zeigen wollen, nur weil es verrückt und mysteriös wirkt. Aber so ganz zu Ende gedacht, sind viele der Dinge irgendwie nicht.

Zudem leidet die Staffel ab und zu unter Tempo-Problemen. Folge Acht etwa war für mich eine große Enttäuschung, da sie sich nicht nur mit der (meiner Meinung nach) schlechtesten Figur der Serie beschäftigt (Harmony Cobel), sondern auch die Handlung kaum voran bringt. Auch die Story mit Dylan ist fragwürdig und hat leider kaum Auswirkungen auf den Rest der Geschichte.

Fazit: Ich möchte noch mal klar sagen, dass „Severance“ Staffel 2 nach wie vor tolle Fernsehunterhaltung bietet, die vor allein vom Filmischen aus sehenswert ist! Die Story und das Drehbuch erreichen jedoch nicht immer das Niveau, denn sie verlieren sich immer mal wieder in Klischees oder seltsam, forcierten Ideen. Dennoch ist diese Staffel sehenswert und ich bin gespannt, wie das Ganze in der dritten und vielleicht letzten Staffel (2027) weiter gehen wird.