Einfallslosigkeit und lahme Witze: "TV total" fehlt es an Originalität – und verliert im Rennen gegen Stefan Raab
Adrian Königer
Adrian Königer
Junior Redakteur bei Filmstarts. Erzogen von Harald Schmidt, aufgewachsen mit Joko & Klaas. Als Fan von Late Night Shows kenne ich mich bestens mit Böhmermann, Welke & Co. aus. Experte für deutsche TV-Shows und Entertainment. Schaue liebend gern Quiz-Shows.

"TV total" hat kürzlich den Sendeplatz gewechselt – vermutlich wegen der Raab-Konkurrenz auf RTL. Doch Sebastian Pufpaff sollte nicht nur den Sendeplatz, sondern auch Sendeinhalte eklatant verändern.

ProSieben

Nachdem Stefan Raab mit ,,Du gewinnst hier nicht die Million” im Free-TV startete, sah sich ProSieben gezwungen etwas an der Formel ,,TV total” zu ändern. Nicht nur der Ableger „TV total – Aber mit Gast” wird eingestampft, sondern auch das Original findet einen anderen Sendeplatz. Doch wer hier eine inhaltliche Neuerung erwartet, wird leider enttäuscht.

Raab hat Popkultur – Pufpaff hingegen Langeweile

Man kann von Raabs neuer Show halten, was man will, aber der TV-Titan schafft es durch popkulturelle Aktionen im Gespräch zu bleiben. Sei es der ESC-Vorentscheid, womit er Deutschland wieder an die Spitze des Eurovision Song Contest bringen will, oder die Wahlkampfsongs zur Bundestagswahl, auf die sogar die Spitzenpolitiker reagiert haben. In so einem Fall kann ich die überholten Altherrenwitze in seiner Show verzeihen.

Sebastian Pufpaff fällt nicht in die Falle, veraltete Witze zu machen, aus denen Sexismus und Bodyshaming trieft. Trotzdem erhält sich „TV total” ein paar fiese Spitzen als Reminiszenz an die alten Tage mit Stefan Raab. Doch Pufpaff fehlt noch das Alleinstellungsmerkmal, das ihn von Raab abhebt, und wenn er sich nicht bald etwas einfallen lässt, wird ihm die tödlichste Eigenschaft im TV-Betrieb angeheftet: Langeweile.

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In Zeiten von TikTok wirkt "TV total" veraltet

In der gestrigen „TV total“-Ausgabe hat sich gezeigt, dass Pufpaff nur das wiederkäut, was die Medien schon einmal ausgespuckt haben. Das ist zwar das Konzept von „TV total“, doch in Zeiten von TikTok reicht es einfach nicht, nur Clips aus dem Fernsehen aufzugreifen und zu kommentieren – das geschieht auch ohne Pufpaffs Eingreifen zur Genüge.

Hinzu kommt, dass Pufpaff auch nicht die originellsten Witze heraushaut. Der Vergleich von Friedrich Merz mit Mr. Burns aus den „Simpsons“ ist ein Witz, den ich schon vor fünf Jahren in meiner Instagram-Timeline gesehen habe. Gerade in Zeiten des Wahlkampfes oder nach einer Wahl gibt es genug Material, um Politiker*innen inhaltlich oder komödiantisch zu zerlegen – die heute-show" oder Jan Böhmermann beweisen das.

Pufpaff sollte einen Fokus auf Trash-TV legen

Stefan Raab hat hier den Vorteil, dass er sich einfach auf den Wahlkampfsongs ausruhen kann und sich freuen kann, dass selbst ein Friedrich Merz am Wahlabend auf den Rambo Zambo“-Song verweist.

Geblieben ist Sebastian Pufpaff seine Leidenschaft für Trash-TV, die nach wie vor das Alleinstellungsmerkmal der Sendung ausmacht. Denn die wöchentlichen Highlights aus den Trash-Formaten sowie Pufpaffs verquere Liebe zu „First Dates“ bringen mich immer wieder zum Lachen. Pufpaff ist nicht Raab und das ist auch gut so. Aber durch Pufpaffs Einfallslosigkeit und die lahmen Witze in der Show wirkt TV total“ langsam wie der kleine Bruder von Du gewinnst hier nicht die Million“.

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