Als Händler*in ist es ganz wichtig, einen kühlen Kopf zu behalten. Gerade wenn man in Bereichen unterwegs ist, an denen auch das eigene Herz hängt, passiert es sonst leicht, dass man nicht Händlerpreise, sondern Liebhaberpreise für seine Waren bezahlt – und wo soll dann noch der Gewinn herkommen? Aber in der „Bares für Rares“-Folge vom 10. Juli 2025 zahlt der Kunsthändler Markus Wildhagen nicht einfach nur den vollen gängigen Preis, sondern direkt den doppelten! Ein astreiner Lustkauf – denn finanziell kann er bei dem Geschäft eigentlich nur verlieren.
Aber worum geht es eigentlich: Eine Fluglotsin will in der Trödel-Show mit Horst Lichter einen kaum gespielten Atari 2600 (Modell: Junior 2) mit zwei Super-Controllern sowie zwei Spielen („Pac-Man“, „Defender“), originalverpackt und mit Anleitungen, loswerden.
Ich rate selbst auch immer gerne mit, obwohl ich keine Ahnung habe – meine persönliche Schätzung, bevor die Verkäuferin ihren Wunschpreis genannt und sich der Experte zu Wort gemeldet hat: 100 bis 150 Euro, denn besonders selten sind ja weder die Konsolen noch die Spiele.
Experte schätzt weniger, als die Verkäuferin haben will
Die Verkäuferin hätte am liebsten 300 Euro für alles – inklusive eines kleinen Röhrenfernsehers aus den Neunzigern, den sie mitgebracht hat, um zu demonstrieren, dass der Atari 2600 tatsächlich noch funktioniert. Der Experte schraubt ihre Erwartungen aber direkt wieder ein wenig nach unten: 200 bis 250 Euro sei das Komplettpaket wohl wert.
Aber da hat er die Rechnung diesmal ohne die Händler*innen gemacht. Die springen nämlich direkt mal von ihren Stühlen, um das angeschlossene „Pac-Man“-Spiel selbst auszuprobieren – da kommen offenbar Kindheitserinnerungen wieder hoch. Womöglich liegt es auch daran, dass sie sich anschließend immer weiter gegenseitig überbieten. Obwohl sie die Expertenmeinung kennen, treiben sie sich bis zu einem finalen Gebot von 500 Euro hoch, das die Verkäuferin natürlich allzu gerne annimmt.
ZDF (Screenshot)
Der ohnehin eigentlich auf Kunst spezialisierte Markus Wildhagen zahlt also mal eben das Doppelte des oberen Endes der Expertenschätzung – das kann aus wirtschaftlichen Beweggründen keinen Sinn ergeben. Wir dürfen also davon ausgehen, dass er den Atari weniger für sein Kunstatelier, sondern wohl eher für sein Wohnzimmer gekauft hat. Wir wünschen jedenfalls viel Spaß bei der nostalgischen Flucht vor den gefräßigen „Pac-Man“-Geistern…
Diesmal lag ich mit meiner Einschätzung ja eigentlich sogar ziemlich gut. Dafür, dass die Händler*innen dann Mondpreise zahlen, kann ich ja nichts. Und wie habt ihr beim Schätzen abgeschnitten? Wenn ihr gut im Raten seid, kann ich euch jedenfalls direkt auch noch den folgenden Artikel empfehlen – denn auch dort lag ich mit meiner Einschätzung einmal mehr völlig daneben: