"Berühmter ist nur James Bond": Bei "Bares für Rares" bringt dieses Schild den fünffachen (!) Wunschpreis ein
Christoph Petersen
Christoph Petersen
-Chefredakteur
Schaut 800+ Filme im Jahr – immer auf der Suche nach diesen wahrhaftigen Momenten, in denen man dem Rätsel des Menschseins ein Stück näherkommt.

Kürzlich haben wir einen Artikel darüber veröffentlicht, warum die „Bares für Rares“-Händler*innen so schlechte Geschäftsleute sind. Ein Werbeschild ist nun wieder ein besonders eindringliches Beispiel für die fragwürdige Preisfindung in der Sendung.

ZDF (Screenshot)

Es gibt vielleicht ein paar wenige, die auf die Nummer der Auskunft tippen. Aber die allergrößte Mehrheit wird bei der Zahlenfolge „4711“ natürlich sofort auf „Echt Kölnisch Wasser“ kommen. In der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ mit Trödel-Papst Horst Lichter wird sogar behauptet: Nur die Zahlenfolge „007“, also das Kennzeichen des Superagenten James Bond, sei weltweit noch berühmter.

Verkauft in der ikonischen Molanusflasche, deren Design sich seit 1820 nicht mehr verändert hat, galt „4711“ zunächst noch als Heil- bzw. Wunderwasser – und wurde tatsächlich getrunken! Erst später wurde es dann als Parfüm angeboten. Wahrscheinlich eine gute Entscheidung.

Wie viel ist so ein Werbeschild wert?

Ihr wisst ja, dass ich selbst immer gerne mitrate, obwohl ich keine Ahnung habe – meine persönliche Schätzung, bevor der Verkäufer seinen Wunschpreis genannt und sich der Experte zu Wort gemeldet hat: 250 Euro – solche Werbeschilder, gerade von ikonischen Marken, gehen immer, aber der ganz große Hype scheint mir schon fünf bis zehn Jahre zurückzuliegen.

Der Verkäufer selbst jedenfalls würde sich schon mit 200 bis 300 Euro zufriedengeben, während der Experte sogar 400 bis 600 Euro in seiner Expertise nennt.

Mal wieder viel zu viel bezahlt

Aber bei den Händler*innen kam dann doch alles ganz anders. Wir haben darüber berichtet, warum in „Bares für Rares“ eigentlich regelmäßig (viel) zu hohe Preise gezahlt werden:

Kaum gute Geschäfte bei "Bares für Rares": Das ist der wahre Grund, warum die Händler fast immer viel zu viel bezahlen!

In der Kurzfassung: Den einen oder anderen Hunderter zu viel für eine hässliche Vase oder eine angestaubte Porzellanstatue auf den Tisch zu legen, ist in Wirklichkeit das Schnäppchen des Jahrhunderts, wenn man als Gegenwert nicht die eingekaufte Ware, sondern die zusätzliche Aufmerksamkeit in Betracht zieht. Zumal es dann ja auch immer noch den besonders spektakulären Shot gibt, wenn die Händler*innen ihre fetten Portemonnaies herausholen und die Hunderteuroscheine auf dem Tisch abzählen.

Jan Čížek bekommt am Ende den Zuschlag – für mal wieder viel zu viel Kohle. Aber das ist ja normal bei „Bares für Rares“. ZDF (Screenshot)
Jan Čížek bekommt am Ende den Zuschlag – für mal wieder viel zu viel Kohle. Aber das ist ja normal bei „Bares für Rares“.

Und so ist es auch diesmal: Jan Čížek, Händler von Objekten der Stilrichtungen Industriedesign und Vintage, zeigt sich „schockverliebt“ von dem Werbeschild und wüsste auch schon „ein perfektes Plätzchen“ in seinem Geschäft. Aber so sprechen natürlich eigentlich Privatkäufer*innen – und nicht professionelle Händler*innen, die eigentlich einen kühlen Kopf und ein Pokerface behalten sollten.

Auf jeden Fall zahlt der „schockverliebte“ Jan Čížek am Ende 1.010 Euro für das „4711 – Echt Kölnisch Wasser“-Schild – und damit den fünffachen Wunschpreis und die doppelte Experten-Expertise. Gönn dir!

Habt ihr besser getippt als ich, wie viel das Stück diesmal wert ist? Oder habt ihr sogar noch weiter danebengelegen? Wenn ihr weiter mitraten wollt, kann ich euch jedenfalls direkt auch noch den folgenden Artikel empfehlen – vielleicht tippt ihr ja dort (wieder) besser als ich:

Weißt du, wie teuer so eine Lampe ist? So viel hat sie bei "Bares für Rares" eingebracht!

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