Kaum ein Format im deutschen Fernsehen sorgt so zuverlässig für wohlig-warme Unterhaltung wie „Bares für Rares“. Millionen schalten täglich ein – nicht nur um den Verkauf von Raritäten zu sehen, sondern wegen der Geschichten dahinter. Denn am Ende sind es die Menschen und ihre Schätze, die den Zauber der Show ausmachen.
Immer im Mittelpunkt des Geschehens: Horst Lichter. Mit seinem Humor, seiner Herzlichkeit und dem Gespür für die richtigen Fragen ist er die Seele der Show. Aber was, wenn der Kult-Moderator eines Tages seinen Platz beim Format räumt? Könnte „Bares für Rares“ auch ohne ihn glänzen?
Horst Lichter ist das Beste, was „Bares für Rares“ je passieren konnte
Seit der ersten Folge verkörpert Horst Lichter den perfekten „Trödelonkel“ – neugierig, herzlich und immer zu 100 % authentisch. Besonders wichtig fürs Publikum: Lichters Leidenschaft für Antiquitäten ist nicht gespielt; über die Jahre hinweg hat er ein beachtliches Fachwissen angesammelt, mit dem er regelmäßig sogar die Expert*innen beeindrucken kann.
Sein größtes Talent aber: Horst Lichter weiß genau, wie er Menschen zum Reden bringt. Mit Witz und Charme verwandelte er nervöse Gäste in Geschichtenerzähler, die sich gesehen und gehört fühlen. Horst kitzelt aus jedem mitgebrachten Gegenstand ein kleines Drama, eine Liebeserklärung oder eine spannende Familiengeschichte hervor und sorgt damit für die nötige Portion Herz. Außerdem nimmt der 63-Jährige sich dabei nie zu ernst und beweist in humorvollen TikTok-Videos, dass er mit der Zeit geht. Kurzum: Horst Lichter trägt viel dazu bei, dass sich „Bares für Rares“ auch nach 12 Jahren immer noch frisch und zeitlos anfühlt.
„Bares für Rares“ kann auch ohne Lichter glänzen
Trotzdem wäre es natürlich unfair zu behaupten, dass die Trödelshow nur aus Horst Lichter bestünde. Denn wenn Erbstücke für Wahnsinnssummen weggehen, Fälschungen auffliegen oder Kulthändler Waldi mal wieder für Trubel im Händlerraum sorgt, dann zählt das auch ohne Lichters Beiwerk zu den spannendsten und schönsten Momenten, die das Nachmittagsfernsehen zu bieten hat.
Außerdem hat „Bares für Rares“ inzwischen längst sein eigenes Star-Ensemble aufgebaut: Einige der Händler*innen und Expert*innen zählen zu den bekanntesten Promis der Nation und haben im ZDF sogar ihre eigenen Spin-Offs spendiert bekommen. Horst Lichter fällt zwar die wichtige Rolle zu, all die spannenden Aspekte der Show zu einem unterhaltsamen Paket zusammenzuschnüren, aber das Fundament ist auch ohne ihn grundsolide.
Wer könnte Horst Lichter beerben?
Allein der Gedanke, sich „Bares für Rares“ ohne Horst Lichter vorzustellen, tut vielen Fans sicherlich weh. Er trägt die Show seit ihrer Erstausstrahlung 2013 und hat maßgeblich zum gigantischen Erfolg beigetragen. Doch was wäre denn nun, wenn Horst Lichter eines Tages abdankt – sollte die Show dann einfach abgesetzt werden? Meiner Meinung nach wäre diese Entscheidung fatal, denn die TV-Geschichte zeigte schon mehrmals, dass selbst Ikonen ersetzt werden können: Wer hätte schon geahnt, dass Thomas Gottschalk die riesigen Fußstapfen von Frank Elstner bei „Wetten, dass..?“ ausfüllen könnte?
Allerdings muss das ZDF bei der Suche eines Nachfolgers besondere Vorsicht walten lassen. Denn es würde bei weitem nicht reichen, Horst Lichter durch ein x-beliebiges Moderationstalent zu ersetzen. Es braucht jemanden mit echter Neugier und Leidenschaft für Trödel. Deshalb wäre meine Lösung denkbar simpel: eine Nachfolge aus dem bestehenden „Bares für Rares“-Cast. Wie wäre es zum Beispiel mit Kultexperte Sven Deutschmanek, der mit Lederjacke und Hornbrille seit 2014 sein Fachwissen zum Besten gibt?
Deutschmanek ist für seine locker-freche Art bekannt, bringt das nötige Know-how mit, um spannende Fragen zu stellen und setzt ähnlich wie Lichter auf eine ordentliche Prise Humor. Mit ihm als Moderator könnte „Bares für Rares“ gewohnt weiterlaufen, ohne dass sich das Publikum an ein neues Gesicht gewöhnen müsste. Bei aller Spekulation bleibt aber am Ende wohl nur eins zu sagen: Hoffentlich bleibt uns Horst Lichter noch viele Jahre erhalten.