Fangen wir diesmal ausnahmsweise gleich mit meiner persönlichen Einschätzung an. Ich rate selbst immer gerne mit, obwohl ich keine Ahnung habe – meine Schätzung, bevor der Verkäufer seinen Wunschpreis genannt und sich die Expertin Bianca Berding zu Wort gemeldet hat: 25 Euro Maximum – und die auch nur, um das hässliche Viech beim nächsten Polterabend mit Karacho gegen die nächste Wand zu knallen.
Selbst als Bianca Berding davon spricht, wie schön das Tier doch sei, kann sich Horst Lichter nur zu einem einschränkenden „halbschön“ durchringen – und wer weiß, wie diplomatisch der Moderator allgemeinhin drauf ist, der versteht schon, was er vermutlich wirklich meint: So ein Truthahn kommt ihm nicht ins Haus!!!
Die Schätzung überrascht alle
Der Porzellan-Truthahn stand 14 Jahre lang im Wohnzimmerschrank der inzwischen verstorbenen Mutter des Verkäufers. Aber jetzt, wo er ihn geerbt hat, entspräche dieser „nicht so ganz seinen Vorstellungen“. Ach, ne! Doch zum Glück ist die Expertin Bianca Berding ganz begeistert: Der Truthahn ist nicht nur echt Meissener Porzellan aus dem Jahr 1918 – er ist auch noch ein sogenanntes Urstück, also nur in limitierter Auflage von gerade mal elf Stück erschienen.
Doch selbst hier hören die guten Nachrichten noch nicht auf: Das Design des Stücks stammt nämlich von niemand Geringerem als Paul Walther persönlich – seines Zeichens der bedeutendste Tierbildhauer des 20. Jahrhunderts. Ich persönlich würde ihn zwar weiterhin nicht mal geschenkt nehmen, aber die 600 Euro, die der Verkäufer gerne hätte, erscheinen plötzlich gar nicht mal mehr so hoch gegriffen.
2.000 Euro kann man nicht gut durch 3 teilen
Und tatsächlich: In unbeschädigtem Zustand hätte die Expertise von Bianca Berding bei unglaublichen 3.900 Euro gelegen – und selbst mit dem kleinen Chip am Stand reicht es immer noch für 2.700 bis 3.000 Euro. Auch die fünf Händler*innen sind angetan – und bieten allesamt mit.
Als der österreichische Kunst- und Antiquitätenhändler Wolfgang Pauritsch schließlich 2.000 Euro bietet, hat der Verkäufer allerdings noch ein Ass im Ärmel: Er müsse den Erlös mit seinen zwei Brüdern teilen, aber 2.000 Euro ließen sich ja nur schwer durch drei teilen. Also lässt Wolfgang Pauritsch am Ende doch stolze 2.100 Euro für den Porzellan-Truthahn springen!
ZDF (Screenshot)
Habt ihr besser getippt als ich, wie viel das Stück diesmal wert ist? Oder habt ihr sogar noch weiter danebengelegen? Wenn ihr weiter mitraten wollt, kann ich euch jedenfalls direkt auch noch den folgenden Artikel empfehlen – vielleicht tippt ihr ja dort (wieder) besser als ich: