Dass der Rundfunkbeitrag dieses Jahr nicht erhöht wurde, entlastet zwar die Beitragszahler, führte jedoch zu massiven Kürzungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der MDR sparte dafür an allen Ecken und Enden – ein Ende ist nicht in Sicht.
Wenn der Rundfunkbeitrag nicht steigt: MDR-Programmchef sieht weitere Einsparungen kommen
MDR-Programmdirektor Boris Lochthofen warnt im DWDL-Interview vor weiteren Programmkürzungen, sollte der Rundfunkbeitrag nächstes Jahr nicht steigen. Aufgrund jüngster Einsparungen hat die Sendeanstalt zwar noch etwas Spielraum, doch Lochthofen prognostiziert düster: „Sollte es tatsächlich keine Beitragserhöhung auf 18,64 Euro geben, wären weitere Einsparungen unvermeidbar.“
Die jüngsten MDR-Kürzungen führten zur kompletten Streichung von „MDR um 2“. Zudem pausiert die Produktion von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ für die kommenden drei Jahre. Angesichts von 20 Millionen Euro Einspardruck war diese Pause für die Kult-Krimis laut Lochthofen ein „schmerzhaftes, aber sehr vertretbares Instrument“. Im Gegenzug blieben die publizistischen Kernbereiche von den Kürzungen verschont.
Neben potenziellen Kürzungen: MDR-Programmleiter sieht weitere Herausforderungen
Den MDR trifft die ausbleibende Erhöhung des Rundfunkbeitrags aufgrund der demografischen Entwicklung im Sendegebiet besonders hart. Lochthofen äußert sich pessimistisch: „Die demografische Entwicklung in allen drei Bundesländern des MDR ist weiter stark rückläufig, außer in Leipzig wächst hier nichts.“ Dieser Trend führt zu sinkenden Einnahmen. „Wir müssen demzufolge einer sinkenden Beitragsrealität hinterherarbeiten“, so der Programmdirektor. Um künftige Entlastungen zu erreichen, befinde er sich bereits in Gesprächen mit der ARD.
Sorgen macht sich Lochthofen um die kommenden Landtagswahlen. „Die AfD will im Falle einer absoluten Mehrheit die Staatsverträge für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kündigen“, erklärt der Programmdirektor. Er sehe in solch einem Fall noch weitaus größere Herausforderungen für den Sender.
Bei Sat.1 kam es kürzlich zu einer Absetzung einer Daily-Soap nach nur vier Wochen:
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