Selbst zwei Jahre nach Stefan Raabs Comeback hat RTL ein Problem: Warum der Entertainer nicht an alte Erfolge anknüpfen kann
von Adrian Königer
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Stefan Raab wird heute 60 Jahre alt und hätte eigentlich seinen Ruhestand genießen können. Vor zwei Jahren entschied er sich, es wieder im TV zu versuchen. Für RTL wurde das ein teures Unterfangen.

RTL / Raab Entertainment / Willi Weber

Als Stefan Raab vor zwei Jahren verkündete, dass er nicht nur zurück ins TV kommt, sondern auch seinem ehemaligen Heimatsender ProSieben den Rücken kehrt und exklusiv auf RTL stattfindet, waren wohl viele Fans – inklusive mir – total überrascht. Doch von der anfänglichen Euphorie ist nicht viel übrig geblieben und Stefan Raab muss aufpassen, in der heutigen Zeit nicht in die Bedeutungslosigkeit zu versinken.

So mauserte sich Stefan Raab zur TV-Legende

Vor 60 Jahren erblickte Stefan Raab das Licht der Welt, ein Mann, der sich zuerst auf VIVA einen Namen gemacht hat, um dann mit seiner einzigartigen Late-Night-Show „TV total“ Fernsehgeschichte zu schreiben. In den 2000er Jahren war Raab aus dem deutschen Fernsehen nicht mehr wegzudenken, genauso wenig wie seine Spiel- und Sportshows, wie zum Beispiel „Schlag den Raab“ oder die „Wok-WM“. Darüber hinaus hat der Entertainer sich wie kaum ein anderer für den ESC stark gemacht und nach mehreren Anläufen 2010 Deutschland endlich den ersten Platz eingebracht.

Als Raab 2015 dann in den vorzeitigen Ruhestand ging, gab es absolute Funkstille und der Entertainer betätigte sich, wenn überhaupt, als Produzent – im Fernsehen selbst trat er nicht mehr auf.

2024 kam dann die überraschende Ankündigung: Nachdem Stefan Raab ein drittes Mal gegen Regina Halmich in den Ring getreten war, kündigte er an, exklusiv mit RTL zu arbeiten. Zuerst kam er mit der wöchentlichen Show „Du gewinnst hier nicht die Million“ zurück, dann folgten Formate wie „Stefan und Bully gegen irgendson Schnulli“ und „Raabs Pokernacht“.

Nach riesiger Aufmerksamkeit: Raabs Comeback kommt nach und nach zum stehen

Nachdem kurz nach Raabs Comeback das Interesse riesig gewesen war, ist die Aufmerksamkeit von Monat zu Monat gesunken und selbst RTL musste die Reißleine ziehen und stampfte „Du gewinnst hier nicht die Million“ ein. Selbst nach Achtungserfolgen wie „Wer weiß, wie, wann, was war?“ oder seiner neu ausgerichteten „Jetski-WM“ hält sich die Begeisterung für die ehemalige TV-Legende in Grenzen.

Das Problem: Eine Entertainment-Ikone der 90er und 2000er Jahre wie Stefan Raab passt nicht in die heutige Zeit – zumindest nicht, wenn man alles so versucht wie früher. 2026 ist die Welt so schnelllebig wie noch nie und braucht keinen Stefan Raab, der einem Videos und Nachrichten einordnet, die schon eine Woche alt sind.

„Die Unzerquizbaren“ mit Raab und Elton stellte sich als Flop heraus. RTL/ Raab Entertainment/ Willi Weber
„Die Unzerquizbaren“ mit Raab und Elton stellte sich als Flop heraus.

Hinzu kommt, dass Raab als Name nicht mehr allein so zieht, wie er es vor 20 Jahren tat. Natürlich hat sein Comeback großes Aufsehen erregt, doch nach wenigen Wochen interessiert einen seine Show doch nicht mehr, nur weil Raab draufsteht. Auch die jüngeren Zuschauer*innen können mit dem Entertainer nicht viel anfangen, weil sie teilweise nicht mal von ihm gehört haben – selbst die zum ESC 2025 auserkorenen Musik-Acts Abor & Tinna kannten Raab vorher gar nicht.

Zweites Jahr nach dem Comeback: Kommt jetzt die große Wende?

Aktuell sind RTL und Raab wieder auf einem besseren Kurs. Zwar schwächelt „Die Stefan Raab Show“, doch der RTL-Chef sprach kürzlich darüber, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt habe: Man wolle weniger hybride Shows wie „Du gewinnst hier nicht die Million“ produzieren und stattdessen auf bewährte Formate wie „Wer weiß, wie, wann, was war?“ setzen, die eine klare Ausrichtung und Zielgruppe im Blick haben.

Doch wird das reichen? Auf dem Konkurrenzsender ProSieben erleben selbst die Flaggschiffe Joko & Klaas mit ihren innovativen Formaten rückläufige Zahlen. Raab und RTL müssen sich einiges einfallen lassen, um wieder in den TV-Olymp aufzusteigen, denn aktuell wirkt es noch wie Schadensbegrenzung.

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Adrian Königer
Adrian Königer
-Redakteur, TV-STARTS
Junior Redakteur bei Filmstarts. Erzogen vom späten Harald Schmidt, aufgewachsen mit Joko & Klaas. Als Fan von Late Night Shows kenne ich mich bestens mit Böhmermann, Welke & Co. aus. Experte für deutsche TV-Shows und Entertainment. Schaue liebend gern Quiz-Shows.
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