Sex and the City 2
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Kritik der FILMSTARTS.de-Redaktion Sex and the City 2

2,0


Von Daniela Leistikow

Monate vor dem Start von „Sex and the City 2" behauptete die Klatschzeitung The Sun, dass Teil drei in Planung sei und direkt im Anschluss an Film Nummer zwei gedreht werden müsse. Der Grund: Die Schauspielerinnen seien sonst zu alt, um ihrem Image als Trendsetterinnen gerecht zu werden. Wenn der dritte „Sex & the City"-Film dann den Übergang von Stilikonen zu Silikonen markiert, wäre das wenigstens etwas Neues. Denn das Sequel zum Kinofilm zur Hit-Serie ist mit dieser Bezeichnung leider schon fast komplett beschrieben: Die romantische Komödie „Sex and the City 2" von Michael Patrick King ist zum Großteil alter Wein in neuen Schläuchen - beziehungsweise alter Fuß in neuen Louboutins.

Carrie (Sarah Jessica Parker) und Mr. Big (Chris Noth) haben es sich nach der Hochzeit im gemeinsamen Appartement etwas zu gemütlich gemacht: Er klebt nach Feierabend vor dem Flatscreen, während es sie nach Ausgehen und Abendgarderobe gelüstet. Um das Ehe-Einerlei zu durchbrechen, schlägt Big vor, zwei Tage die Woche getrennt zu verbringen. Carrie ist unsicher, ob eine solche Teilzeit-Ehe eine gute Idee ist. Da kommt der Luxus-Urlaub im Hotel eines Scheichs in Abu Dhabi gerade recht: Samantha (Kim Cattrall) soll in Zukunft dessen PR handhaben und hat als Lockangebot einen Gratis-Trip für sich und ihre besten Freundinnen abgestaubt. Nicht nur für Carrie ist die Reise die ersehnte Auszeit: Charlotte (Kristin Davis) ist trotz ihrer irischen Nanny (Alice Eve) überfordert von ihrer Mutterrolle, will sich dies aber nicht eingestehen. Und Miranda (Cynthia Nixon) hat aus einem Konflikt in der Kanzlei überraschende Konsequenzen gezogen...

Die Outfits sind oberstylisch, die Figuren sympathisch und scharfzüngig, die Locations traumhaft. Mit einem Satz: „Sex and the City 2" ist genau das, was man erwartet – aber nichts darüber hinaus. Waren die Konflikte schon im ersten Filmabenteuer der vier Großstadtladys sehr konstruiert, kommt die Geschichte im Sequel fast vollständig ohne echte Probleme aus. Penélope Cruz kam, flirtete mit Mr. Big, sah sexy aus und ward nie wieder gesehen. Belanglose Gastauftritte wie dieser häufen sich in „Sex and the City 2". Weder Miley Cyrus noch Liza Minnelli sind in irgendeiner Form in die kaum vorhandene Story eingebunden. Ihre einzige Funktion scheint zu sein, das Glamour-Barometer weiter nach oben zu treiben. Solange das gelingt, unterhält „Sex and the City 2" auf dem Niveau einer hervorragenden Runway-Show. Doch der Spaß-Faktor sinkt beträchtlich, sobald das Style-Spektakel in den Hintergrund tritt.

Während die Oscar-nominierte Stylistin Patricia Field wieder einen Wahnsinns-Job gemacht hat, dominiert bei Carrie und Co. das Déjà-vu. An Sarah Jessica Parker und Kim Catrall haften ihre „Sex and the City"-Figuren ohnehin wie ein penetrantes Parfum, so dass Rolle und vermeintlich reale Persönlichkeit kaum zu unterscheiden sind. Und auch für Davis und Nixon sind ihre Parts in all den Jahren so sehr zweite Haut geworden, dass man nicht von schauspielerischen Leistungen sprechen mag. Das jeweilige Image wird bedient und die bewährten Muster werden durchgespielt, neue Facetten gibt es jedoch nicht. Auch die übrigen Akteure erhalten keine Gelegenheit, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, denn mit Ausnahme von Chris Noth erscheint der restliche Cast nur sehr kurz auf der Leinwand. Die ohnehin eher episodisch anmutende Erzählweise wird durch diesen Gastspielcharakter noch verstärkt.

Kleidung und Schauplätze werden fast im Minutentakt gewechselt, die Gaststars geben sich die Klinke in die Hand. Dieses Tempo sorgt dafür, dass es nie wirklich langweilig wird bei „Sex and the City 2", aber zugleich ist ein echtes Eintauchen in den Film dadurch auch nahezu unmöglich. Starke Momente wie sie der erste Teil noch hatte - etwa wenn die am Altar stehengelassene Carrie ihrem Beinahe-Gatten den Designer-Blumenstrauß an den Kopf pfeffert - fehlen diesmal fast völlig. Schon dem Vergleich mit „Sex And The City - Der Film" hält die Fortsetzung also nicht stand, ihn in Relation zur Erfolgsserie zu setzen, macht die Mängel dann schmerzlich offensichtlich: Das Sequel bietet kaum „City", weil sich die vier Fashionistas im mittleren Osten statt in New York befinden. Und Sex hat ohnehin nur noch Samantha, wobei das Sexleben einer Frau über 50 mehr als Comic-Relief denn als sinnlicher Moment inszeniert wird. Als erotische Eyecatcher fungieren stattdessen etliche waschbrettbäuchige Schönlinge und Alice Eve („Crossing Over", „Zu scharf, um wahr zu sein"), die als so freizügige wie stereotype irische Nanny auch die Vorlage für den besten Gag des ganzen Films liefert.

Entsetzt dürften die meisten Fans der ersten Stunde über die Hochzeit zwischen Anthony (Mario Cantone) und Stanford (Willie Garson) sein. Die Absurdität des Eheversprechens zwischen zwei Figuren, die sich abgrundtief hassen, wird zwar kurz thematisiert. Aber mehr als flapsige Sprüche gibt es als Erklärung nicht. Während der Neujahrskuss der beiden in Film eins als kleiner Aufreger sehr gut funktionierte, entzündet sich nun eine Parade der Peinlichkeit – mit Schwänen, einem Männerchor in Glitzeroutfits und einem zu Tränen gerührten Bräutigam. All das kommt aus dem Nichts und nach der Hochzeit verschwindet das frisch getraute Paar ähnlich plätzlich und unvermittelt aus dem Film. Warum die ganze Show? Muss jetzt in jeden „Sex and the City"-Film eine Hochzeit gequetscht werden, damit überhaupt etwas passiert? Möglichweise gibt der letzte Teil der trendigen Trilogie - sollte er denn gedreht werden - eine Antwort auf diese Frage.

Fazit: „Sex and the City 2" erfüllt die Erwartungen an der Oberfläche. Super-Optik, ein paar schöne One-Liner und ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen Fashion-Ikonen unterhalten Serien-Fans solide. Andererseits ist es schon fast tragikomisch, dass ein Film, der in der Wüste spielt, sein Publikum storymäßig dermaßen auf dem Trockenen sitzen lässt. Abseits aller vermeintlichen Probleme durch die Alterungsprozesse der Hauptdarstellerinnen stellt sich angesichts des mega-modischen, aber ereignislosen Sequels die Frage, was in einem dritten Teil noch erzählt werden kann, ohne dass „Sex and the City" endgültig zum bloßen Schaulaufen verkommt.

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