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Home > Kino > Film-Archiv > Drama > Zwischen uns das Paradies
Kinostart:
2. September 2010
Regie: Jasmila Zbanic
Mit Zrinka Cvitesic, Leon Lucev, Ermin Bravo,
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Originaltitel: Na Putu
FSK ab 6 freigegeben
Produktionsland:
Österreich
,
Bosnien
,
Kroatien
,
Deutschland
.
Genre:
Drama
Laufzeit: 103 Minuten.
Produktionsjahr:
2009
Verleiher: Neue Visionen
Inhalt: Luna (Zrinka Cvitesic) ist Stewardess und glücklich liiert mit Amar (Leon Lucev), der seinen Lebensunterhalt als Fluglotse verdient. Das junge, nach westlichem Vorbild lebende Paar genießt die Zweisamkeit und hegt einen Kinderwunsch. Doch dann verliert Amar aufgrund seines Alkoholproblems seine Arbeitsstelle. Zufällig trifft er auf seinen ehemaligen Kriegskumpanen Bahrija (Ermin Bravo), der ihm einen gut bezahlten Job anbietet. Doch Luna ist von dem Angebot wenig begeistert, hat sie doch Bedenken gegenüber dem mittlerweile streng gläubigen Bahrija, der einer konservativen Wahhabitengemeinde angehört. Amar lässt sich aber nicht beirren und tritt die Stelle als Computerlehrer in einem Religionscamp an. Als das Weltbild der beiden immer weiter auseinandertreibt, wird die Möglichkeit einer gemeinsamen Zukunft zunehmend in Frage gestellt...
FILMSTARTS.de
(2,5)
Pressespiegel
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User-Wertung(95 Bewertungen)
(3,3)
Kriege hinterlassen nicht nur Trümmer und erzeugen unendliches Leid bei der Zivilbevölkerung, sondern begründen auch langwierige psychologische Schäden und Traumata bei den Überlebenden. Wie die Bevölkerung Sarajevos nach Beendigung des dreieinhalbjährigen Bosnienkrieges versucht, die Schreckensbilder zu verdrängen, und um Normalität und den Wiederaufbau einer Existenz ringt, fing die bosnische Regisseurin Jasmila Zbanic auf feinfühlige und glaubhafte Weise in ihrem 2006 mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Erstlingswerk Esmas Geheimnis ein. Vier Jahre später war sie mit ihrem zweiten Spielfilm nun wieder im Wettbewerb der Berlinale vertreten. Ihr erneut in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina angesiedeltes, etwas zu formelhaft geratendes Drama „On The Path“ befasst sich mit einem mittlerweile fast wieder ganz in der Normalität des Friedensalltags angelangten jungen Paares, das sich im Konflikt zwischen strengem Islam und liberaler westlicher Lebensart verliert.
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Mitglied seit 527 Tagen | 38 Userkritiken
Kritik: Sarajevo. Luna und Amar sind ein glückliches Paar und wünschen sich sehnlichst ein Kind. Als Amar jedoch wegen seiner Alkoholprobleme den Job verliert, gerät sein Leben aus der Bahn. Durch Zufall trifft er einen alten Freund wieder, der ihm eine Stelle in einem abgeschiedenen Wahabiten-Camp auf dem Land anbietet, die Amar dankend annimmt. Doch kaum hat er die Stadt verlassen, bricht der Kontakt zu Luna ab. Wochen später kehrt er verändert zurück. Von nun an geht er zu den Freitagsgebeten in die Moschee, trinkt keinen Alkohol mehr und versucht, nach den Gesetzen des Koran zu leben. Zwei Welten treffen in diesem Paar, das glaubte, dass nichts sie trennen kann, aufeinander und stellen ihre Liebe auf eine gewaltige Zerreißprobe… Die Bosnierin Jasmila Zbanic stieß bei ihren Recherchen im religiösen Milieu auf strenge Regeln, aber auch auf Überraschungen. So stecken unter der Burka oder dem Kopftuch als Symbol des Glaubens oft ganz normale Frauen aus allen Berufen, die sich nicht unbedingt als unterdrückte Opfer sehen, sondern eine bewusste Entscheidung gefällt haben und im Autoverkehr schon mal fluchen wie die Männer. Ohne Wertung und ohne die Helden zu verraten, werden zwei Welten gegenüber gestellt, die nach außen abgekapselte islamistische Gemeinschaft und die liberale Großstadtgesellschaft Sarajevos, die Flucht in die entsprechenden Strukturen als Strohhalm für seelische Desorientierung suchen. Ein Widerspruch, den auch die Liebe nicht auflösen kann. Die Kamera bleibt nahe an den Figuren, erforscht in hartem Licht ihre Gesichter, die neue Sprachlosigkeit ist Zeichen gegenseitigen Unverständnisses, die Menschen suchen sich einen eigenen Weg aus dem Schatten ganz persönlicher Traumata, religiöser Fundamentalismus als Alternative und Antwort auf den Verlust von Identität und Idealen. Psychologisch fein, wenn auch konventionell inszeniert, ist "Zwischen uns das Paradies" bewegendes Gefühlskino, nicht zuletzt wegen der Performance von Zrinka Cvitesic. Zrinka Cvitesic spielt die Luna so unglaublich bewegend und gefühlvoll, dass ihr Spiel den Zuschauer regelrecht fesselt. Man spürt, wie sie an der Situation leidet, wie sie ihr ursprüngliches, glückliches Leben wieder herbei sehnt. Wie sie in Discos und den Alkohol flüchtet, um ihren Kummer los zu werden. Im Gegensatz der Protagonisten verkörpert Leon Lucev den Amar. Amar ist genau das Gegenteil von der Figur Luna. Amar sieht plötzlich in der Religion, dem Glauben seine Bestimmung. Er versucht, Luna dazu zu bewegen, ihm zu folgen. Als sie das ablehnt, wendet er sich vorerst von ihr ab. Man kann die Entwicklung von Amar über die gesamte Filmlänge hinweg erfahren. Eine tolle schauspielerische Leistung. Fazit: Ein bewegender Film! Unbedingt empfehlenswert!
Mitglied seit 571 Tagen | 19 Userkritiken
Kritik: "Zwischen uns das Paradies" ist der Versuch, die bis heute andauernden Folgen eines Kriegstraumas in einer Bevölkerung aufzuzeigen. Ein Film, der wirbt für Verständnis innerhalb einer Bevölkerung, Verständnis aber, das schlussendlich zugrunde geht, weil die verschiedenen Umgänge mit dem Trauma in konträre Richtungen führen. Die Einen drängt es, der "westlichen" Welt nachzufolgen, die Anderen suchen Halt in der Religion - ein ziemlich polarisierendes und undifferenziertes Bild, das es dem Zuschauer schwer macht, es einzuordnen. Wunderbar hingegen das Spiel der Hauptdarsteller und ihre "private" Geschichte, die dem Zwispalt in der Bevölkerung (leider) untergeordnet wird. Hier zeigt sich nämlich die Stärke des Films - ein fantastisches Plädoyer für den Versuch des Zusammenhalts und der Toleranz, die über die Grenzen der Religion hinauszugehen scheint.
Rolle: Luna
Rolle: Amar
Rolle: Bahrija
Rolle: Nada
Hinzugefügt von Filmstarts am 31. August 2010
Alle Bilder zu Zwischen uns das Paradies anzeigen
Hinzugefügt von Filmstarts am 26. März 2010
Berlinale 2010: Scorsese und Polanski im Wettbewerb
Hinzugefügt von Filmstarts am 15. Dezember 2009
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