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Balls of Fury
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
1,5
enttäuschend
Balls of Fury
Von Carsten Baumgardt
Aus guten Ideen sind schon eine ganze Reihe schlechter Filme entstanden. Denn selbst wenn der Grundgedanke überzeugt, heißt das noch lange nicht, dass dieser zwangsläufig 90 Minuten Kinounterhaltung trägt. Diese schmerzhafte Erkenntnis birgt auch Robert Ben Garants Sport-Komödie „Balls Of Fury“, die nach viel versprechendem Beginn in einem mittelschweren Leinwanddesaster endet - absurd, albern, unglaublich doof und vor allem unlustig.

Seine professionelle Tischtennis-Karriere hatte so schillernd begonnen, wie sie endete. Als Zwölfjähriger schafft es Randy Daytona (Brett DelBuono) 1988 nach Seoul zu den Olympischen Spielen. Doch das Wundertalent erlebt in Südkorea sein Waterloo. Während Randy im Spiel gegen den DDR-Ausnahmespieler Karl Wolfschtagg (Thomas Lennon) gegen eine Bande kracht, bewusstlos zusammenbricht und sich lächerlich macht, trifft es seinen Vater Pete (Robert „T 1000“ Patrick) noch schlimmer - er wird von Triadenschurken getötet. 19 Jahre später: Randy (Dan Fogler) hat seit der Olympia-Demütigung keinen Schläger mehr angefasst und ist fett geworden. Er schlägt sich als Loser durchs Leben, bis ihn der drittklassige FBI-Agent Rodriguez (George Lopez) aus seiner Lethargie reißt. Randy soll sich undercover in die illegale Untergrund-Pingpong-Szene einschleichen, wo der gesuchte Gangsterboss Feng (Christopher Walken) ein jährliches, legendäres Turnier veranstaltet. Der blinde Meister Wong (James Hong) führt den etwas eingerosteten Randy wieder an den Sport heran. Dabei bandelt dieser mit Wongs talentierter Nichte Maggie (Maggie Q) an.

Tischtennis ist auf dem Papier für Unbeteiligte wahrscheinlich eine der langweiligsten Sportarten überhaupt. Den Wahnwitz zu besitzen, eben dieses Pingpong-Spiel in einen absurden Kontext zu setzen, hat durchaus Originalität. Schade nur, dass das berüchtigte „Reno 911!: Miami“-Team - bestehend aus Regisseur Robert Ben Garant und Co-Autor Thomas Lennon - so ziemlich jeden Gag versemmelt. Was ein abgedrehter Trashspaß im Stil von Voll auf die Nüsse, Die Eisprinzen oder Ricky Bobby - König der Rennfahrer hätte werden können, versandet irgendwo wirkungslos zwischen überzogener Komödie und zahnloser Parodie.

Warum sich ein Ausnahmeschauspieler wie Christopher Walken (Die durch die Hölle gehen, Catch Me If You Can, Pulp Fiction) für so etwas hergibt und sich obendrein in lächerlicher Maskerade noch zum Idioten macht, ist rätselhaft. Möglicherweise las sich das Drehbuch vorher herrlich-absurd, was Garant und Lennon dann aber einfach nur in einen strunzdoofen Film transformierten. Bei „Balls Of Fury“ ist nicht die sprichwörtliche Theorie grau, sondern vielmehr die Praxis. Erschwerend hinzu kommt der Umstand, dass Hauptdarsteller Dan Fogler (Der Date-Profi) als Totalausfall glänzt, der den Film in keiner Sekunde schultern kann. Dem „Jack Black für Arme“ fehlt schlicht das Kinoformat. Seine inspirationslos-lahme Vorstellung als wandelnde Presswurst wirkt eher traurig als lustig.

Dabei ist die Geschichte wunderbar grotesk angelegt. Garant und Lennon statten den Grundplot von Bruce Lees Abgang „Der Mann mit der Todeskralle“ mit Bloodsport-Atmosphäre aus und persiflieren diese Mischung auch noch, indem sie Tischtennis in dieses Milieu einbetten. Nebenbei wird die Filmgeschichte eifrig zitiert und Anklänge an „Karate Kid“ (die Figur des blinden Lehrmeisters Wong), „Star Wars“ (Fengs nie beendete Schülerschaft) oder gar Scarface (die Stilistik der Schießereien) scheinen durch. Das bringt den Film aber keinen Schritt voran, weil die Witze nicht zünden. Die netten Einfälle sind rar gesät. Randy Daytona mit einem Def-Leppard-Faible zu zieren, funktioniert als Running Gag gut – sogar bis in den Abspann, wo der Cast eine schmissige Karaokenummer zu „Pour Some Sugar On Me“ aufs Parkett legt. Die durchtrainierte und bildhübsche Maggie Q (Stirb langsam 4.0, Mission: Impossible 3) ernsthaft als Dan Foglers Love Interest zu verkaufen, entbehrt ebenso einer gewissen Komik nicht wie Patton „Spence“ Oswalts Cameoauftritt als regionaler Pingpong-Gott. Doch diese Strohfeuer der gehobenen Laune sind schnell erloschen und über gut gedachte Ansätze kommt der Film so nicht hinaus. Und wer Tischtennis im Allgemeinen mag, sollte lieber gleich einen ganz großen Bogen um diesen platten Klamauk machen, denn die CGI-animierten Spielszenen sind so lieblos zusammengeklatscht, dass Pingpong-Freunden das Herz bluten wird.

Fazit: Was ist eine Jack-Black-Komödie ohne Jack Black wert? Nichts, wie „Balls Of Fury“ beweist - zumindest nicht, wenn dem Publikum ein Dan Fogler als Jack Black verkauft wird.
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