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Und nebenbei das große Glück
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Und nebenbei das große Glück
Von Jörg Brandes
Nachdem Filme wie „Willkommen bei den Sch'tis" oder „Ziemlich beste Freunde" auch hierzulande große kommerzielle Erfolge waren, ist es kein Wunder, dass Komödien aus Frankreich derzeit in unsere Kinos drängen wie selten. Daniel Cohens kulinarisches Lustspiel „Kochen ist Chefsache" sowie die beiden Ensemblefilme „Familientreffen mit Hindernissen" und „Der Vorname" sind nur einige Beispiele für diesen Trend. Und alle diese Filme waren bei unterschiedlichem Publikumszuspruch auf ihre jeweils eigene Weise sehr unterhaltsam. Darüber kann man leicht vergessen, dass auch in unserem Nachbarland nicht nur Humor-Qualitätsware produziert wird. Daran erinnert nun James Huths halbgare Romantikkomödie „Und nebenbei das große Glück" und das obwohl mit Sophie Marceau („La Boum", „LOL") und Gad Elmaleh („Liebe um jeden Preis") eine der beliebtesten Schauspielerinnen und einer der beliebtesten Comedians Frankreichs zu einem Paar vereint werden.

Der Mittvierziger Sacha (Gad Elmaleh) führt als Jazzpianist ein unbeschwertes Leben. Seine Nächte sind reich an One-Night-Stands und nicht einmal um seine schmutzige Wäsche braucht er sich zu kümmern, denn das erledigt immer noch seine Mama. Doch selbst für einen wie Sacha läuft nicht immer alles rund. Das muss der Stoppelbartträger erfahren, als sich der Großindustrielle Alain Posche (François Berléand) unzufrieden über die von Sacha für einen Werbespot komponierte Musik zeigt und Nachbesserungen verlangt. Doch wie zum Trost fällt Sacha kurz nach Erhalt dieser schlechten Nachricht die schöne Charlotte (Sophie Marceau) vor die Füße: Es ist Liebe auf den ersten Blick. Dass Charlotte ausgerechnet die Frau von Alain ist, stört Sacha zunächst wenig, schließlich lebt das Ehepaar seit zwei Jahren getrennt. Doch als Alain Sacha bei Charlotte erwischt, wird's brisant: Das bislang für beide Seiten vorteilhafte Ehe-Arrangement, das Alain mit seiner Frau getroffen hat, sieht keinen Liebhaber im Haus vor. Und auch Sachas vom Broadway träumender Showpartner Laurent (Maurice Barthélémy) ist wenig erbaut davon, dass sein Kumpel verstärkt in Familie macht...

Das Tollpatschigkeit nicht automatisch gleich komisch ist, erkennt man schnell: Alberne Slapstick-Szenen bestimmen das Geschehen und besonders Sophie Marceau muss lange Zeit so agieren, als könnte sie sich nicht auf eigenen Beinen halten. Auch Gad Elmaleh bekommt reichlich Gelegenheit, seine Akrobatik unter Beweis zu stellen: Mal fliegt Sacha eines Nachts vor Schreck in hohem Bogen aus dem Bett, als plötzlich Charlottes kleiner Sohn Léonard (Timéo Leloup) im Schlafzimmer steht, dann wieder gelingt es ihm nur unter merkwürdigsten Verrenkungen, den pennenden Knirps umzubetten. Nicht bloß in dieser ziemlich lang ausgewalzten Szene lässt Regisseur James Huth („Lucky Luke") das richtige komische Timing vermissen.

Die klamaukige Einführung der beiden Hauptfiguren hat zur Folge, dass es fortan schwerfällt, sie ernstzunehmen. Das wirkt sich spätestens dann ungünstig aus, wenn die Beziehung zwischen Sacha und Charlotte auf die Probe gestellt wird. Statt emotional mitzufiebern, ist man hauptsächlich erst einmal froh, dass die Albernheiten vorbei sind. Da helfen auch die zahlreichen „Casablanca"-Anspielungen nicht viel. Im Gegenteil: Die penetranten Verweise auf Michael Curtiz' Meisterwerk des romantischen Dramas -Charlottes Lieblingsfilm - lassen Huths Komödie im Vergleich nur in einem noch ungünstigeren Licht erscheinen.

Es sind einzig die beiden Hauptdarsteller, die „Und nebenbei das große Glück" vor dem vollständigen Absturz bewahren: Die Chemie zwischen ihnen stimmt. Darüber hinaus darf die verdächtig faltenfreie Sophie Marceau in einigen relativ freizügigen Szenen zeigen, wie attraktiv sie immer noch ist. Deutlich schlechter getroffen haben es die Nebendarsteller. François Berléand („Transporter") hat als Charlottes Angetrauter im Grunde nicht viel mehr zu tun, als sein Gesicht verkniffen in die Kamera zu halten, und auch Maurice Barthélémy als Sachas bester Freund vermag kaum Sympathiepunkte zu sammeln.

Fazit: James Huths Romantikkomödie fehlt von Anfang an die Glaubwürdigkeit und – schlimmer noch – der Witz, was die beiden charmanten Hauptdarsteller trotz harmonischen Zusammenspiels nur bedingt ausgleichen können.
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