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    Las Insoladas - Sonnenstiche
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,0
    lau
    Las Insoladas - Sonnenstiche
    Von Ulf Lepelmeier
    In ihrem größten Hit „36 Grad“ besingt die Band 2raumwohnung die sommerliche Sorglosigkeit bei schweißtreibenden Temperaturen. Genau diese relaxt- unaufgeregte Stimmung während eines schwülen Tages fängt nun der argentinische Regisseur Gustavo Taretto in seiner Komödie „Las Insoladas – Sonnenstiche“ ein, in der sich sechs Schönheiten auf dem Dach eines Hochhauses in Buenos Aires sonnen und über Gott und die Welt reden. Die locker-leichten Unterhaltungen der sich in bunten Bikinis räkelnden Mitglieder einer Salsa-Tanzgruppe, die sich vor ihrem großen abendlichen Auftritt zum gemeinsamen Relaxen verabredet haben, geraten allerdings sommerlich träge und über weite Strecken extrem fad. Die ungezwungen-naiven Gespräche kreisen um neue Liebschaften, Kindheitserinnerungen oder die heilende Kraft der Sonne, wobei die Freundinnen immer wieder unvermittelt von einem Gesprächsthema zum nächsten wechseln. Letzteres mag durchaus realistisch sein, doch so gehen die wortreichen Konversationen kaum einmal über unverbindlichen Smalltalk hinaus und letztlich erfährt man auch nicht viel Substanzielles über die einzelnen Gesprächspartnerinnen.


    Seinem melancholisch-humorvollen Spielfilmdebüt „Medianeras“ lässt Gustavo Taretto mit „Las Insoladas – Sonnenstiche“ einen im bunten 1990er-Style dahinplätschernden Sommerfilm folgen. Die sechs gutgelaunten Hobbytänzerinnen lassen es sich mit Churros und Rum gutgehen, ihren flott-belanglosen Dialogen fehlen allerdings die komischen Pointen. Der einzige rote Faden in dem durch Uhrzeit- und Temperatureinblendungen gegliederten Gruppentalk ist der Traum der Freundinnen, das nächste Neujahrsfest gemeinsam auf Kuba zu verbringen. Es werden konkrete Reisepläne diskutiert, aber auch finanzielle Engpässe. Die Karibik-Träume, die in der Großstadtkulisse blühen, stehen für die Sehnsucht der argentinischen Mittelschicht nach wirtschaftlicher Stabilität und persönlichem Wohlstand. Und hier bekommt der Film einen melancholischen Unterton, denn auch für die sechs vergnügten Sonnenanbeterinnen scheint die Fahrt ins gelobte Inselparadies vorläufig unerschwinglich zu bleiben.
     
    Fazit: Lockerer Smalltalk unter Freundinnen in einer weitgehend oberflächlichen Sommerkomödie aus Argentinien.
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