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    Togo: Der Schlittenhund
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Togo: Der Schlittenhund

    Das heldenhafteste Tier aller Zeiten – gibt’s auf Disney+

    Von Karin Jirsak
    Togo“ ist die epische Geschichte einer besonderen Freundschaft zwischen Mann und Hund. Gemeinsam erleben sie ein Abenteuer in der eisigen Wildnis Alaskas, das exakt so auch aus der Feder von Bestseller-Romanautor Jack London („Ruf der Wildnis“ mit Harrison Ford lief gerade erst im Kino) stammen könnte. Aber stattdessen handelt sich um eine wahre Geschichte: Vor fast 100 Jahren brach in der Kleinstadt Nome die Diphterie aus. Um das rettende Antitoxin zu beschaffen, wagten 20 Hundeschlittenführer eine riskante Reise: 674 Meilen weit durch Schnee, Eis und Sturm! Von dieser wahren Begebenheit und einem ihrer großen Helden, dem sibirischen Husky Togo, erzählt Regisseur Ericson Core („Point Break“) für Disney+ in monumentalen Landschaftsbildern, die sich auch auf der Kinoleinwand gut gemacht hätten.

    Ende Januar 1925 verabschiedet sich Leonhard „Sepp“ Seppala (Willem Dafoe) von seiner Frau Constance (Julianne Nicholson) und bricht als einer von 20 Hundeschlittenführern ins entfernte Anchorage auf, um für die in der Kleinstadt Nome an der Diphterie erkrankten Kinder das rettende Medikament zu holen. Eine Reise durch die Wildnis Alaskas, die ihm und seinen Hunden, allen voran Leonhards Liebling und Leithund Togo, wirklich alles abverlangt. Ein Sturm zieht auf, aber die Zeit drängt. Immer wieder zeigt sich, dass Togo, obwohl bereits zwölf Jahre alt, mit seiner Intelligenz und seinem stürmischen Temperament genau der richtige Hund ist, um den gefährlichen Auftrag zu erledigen...

    Togo geht trotz seines fortgeschrittenen Alters immer mutig voran!


    Das Time Magazine kürte Togo im Jahr 2011 gar zum heldenhaftesten Tier aller Zeiten! Keine Frage, die Geschichte des mutigen Schlittenhundes passt nach wie vor perfekt in unsere unruhige Zeit, in der sich wohl viele einen furchtlosen Freund wie ihn an der eigenen Seite wünschen würden. Dieses Glück hatte der Hundezüchter, -trainer und -schlittenführer Leonhard Seppala, hier gespielt von Willem Dafoe. In der Rolle liefert der bislang bereits viermal für einen Oscar nominierte Schauspieler (zuletzt für „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“) sicher nicht seine beste, aber doch eine das großformatige Disney-Abenteuer veredelnde Performance ab. Auch die optische Ähnlichkeit mit dem realen Leonhard Seppala ist verblüffend, der norwegische Akzent (zumindest in der Originalfassung) dagegen ein bisschen irritierend.

    Erzählt werden in Ericson Cores Familienabenteuer im Prinzip zwei Geschichten auf zwei verschiedenen Zeitebenen: Die der historischen Rettungsaktion und die der außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Leonhard und Togo, die zwölf Jahre zuvor ihren Anfang nahm, wie wir zwischen der teils atemberaubenden Action in Schnee und Eis mittels Erinnerungssequenzen erfahren. Dabei sieht es anfangs überhaupt nicht danach aus, als könnte aus dem wilden Togo ein guter Schlittenhund oder gar Freund werden: „Alles, was ich sehe, ist Ärger, Zeitverschwendung und Versagen“, urteilt Leonhard, der vor Jahren als Goldsucher von Norwegen nach Alaska kam, zunächst über den jungen Hund, dessen Energie einfach nicht zu bändigen ist. Doch seine Ehefrau besteht darauf, Togo zu behalten, was dem schroffen Pragmatiker Leonhard erst mal völlig unverständlich ist. Für ihn ist ein Hund eben ein Nutztier und muss als solches funktionieren. Schließlich erweisen sich der Husky und sein Herrchen aber doch noch als echtes Dreamteam – dass es so kommen wird, wissen wir allerdings schon seit der ersten Szene.

    Zunächst ist Leonhard „Sepp“ Seppala skeptisch - aber dann wird aus ihm und Togo doch ein absolutes Dreamteam!


    Grundsätzlich war es vielleicht gar keine schlechte Idee, die Geschichte von Togo und Leonhard nicht linear zu erzählen. Das Problem mit den beiden Zeitebenen ist aber, dass die Rückblenden zwar vor allem wegen des sehr niedlichen jungen Togo und seinen anarchischen Aktionen sehr schön sind – aber erzählerisch eigentlich gar nicht nötig gewesen wären. Teils sind sie zudem ein bisschen lang geraten, was das Tempo und das hohe Spannungslevel des Hauptplots etwas drosselt. Die Zuschauerherzen werden Togo und seinem besten Freund, die nach der als „1925 serum run to Nome“ in die Geschichte eingegangenen Rettungsaktion zu Nationalhelden wurden. aber dennoch zufliegen. Wobei es angesichts der leinwandfüllenden Bilder schon hilft, auch einen möglichst großen Fernseher zu Hause zu haben, denn „Togo“ ist ein Disney+-Original und landet somit ohne Kino-Abstecher direkt auf dem Streaming-Service.

    Fazit: Spektakulär gefilmtes Rettungsabenteuer und ein liebevolles Filmdenkmal für den heldenhaftesten Hund aller Zeiten. Das Hin- und Herspringen zwischen den Zeitebenen geschieht allerdings auf Kosten von Spannung und Tempo.

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