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Jurassic World
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,5
gut
Jurassic World
Von
Dass in Jurassic World nicht mehr nur einst tatsächlich existierende Dinosaurierarten zum Leben erweckt, sondern auch ganz neue Spezies genetisch herangezüchtet werden, begründen die Parkverantwortlichen damit, dass es für ein Kind inzwischen eben kaum noch einen Unterschied mache, ob es einem Dinosaurier oder einem Elefanten begegnet. Damit beschreiben sie allerdings nicht nur das Dilemma ihres Parks, sondern auch das des Films „Jurassic World“ selbst: 22 Jahre nach Steven Spielbergs revolutionärem Meisterwerk „Jurassic Park“ lässt sich mit Hilfe von genügend Geld und leistungsfähigen Rechnern praktisch alles auf die Leinwand zaubern – die ausgestorbenen Urzeitgiganten einfach nur möglichst glaubhaft per Computer wiederzubeleben, ist also längst nicht mehr genug. Für Regisseur Colin Trevorrow („Journey of Love“) gilt deshalb dasselbe Motto wie für den Jurassic-World-Chefgenetiker Dr. Henry Wu: „Größer, lauter, gefährlicher, cooler!“ Oder auf den Punkt gebracht: „Mehr Zähne!“ Das Ergebnis ist ein sehr kurzweiliger Sommerblockbuster, der einen im Vergleich zum 1993er-Original aber deutlich seltener zum Staunen bringt.

Damit sie sich in Ruhe scheiden lassen können, schicken Karen (Judy Greer) und Scott Mitchell (Andy Buckley) ihre Söhne Gray (Ty Simpkins) und Zach (Nick Robinson) für ein paar Tage zu Karens Schwester, die auf Isla Nublar den Erlebnispark Jurassic World leitet. Allerdings hat die vielbeschäftigte Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) gerade ganz andere Sorgen, als sich um ihre Teenager-Neffen zu kümmern: Der Parkbesitzer Simon Masrani (Irrfan Khan) verlangt, dass sie ausgerechnet mit Owen Grady (Chris Pratt) zusammenarbeiten soll, um die sichere Unterbringung des neu herangezüchteten Supersauriers Indominus Rex zu gewährleisten – dabei haben die zahlenjonglierende Geschäftsfrau und der tierschützende Dino-Trainer damals schon beim ersten Date festgestellt, dass sie einfach nicht zusammenpassen. Unterdessen zeigt sich, dass der in der Abteilung von Dr. Henry Wu (BD Wong) zusammengepanschte Gen-Cocktail den Indominus Rex nicht nur größer, stärker und schneller, sondern auch sehr viel intelligenter als andere Dinosaurierarten gemacht hat – mit fatalen Folgen…


In „Jurassic Park“ reichte noch ein entfernter Blick auf ein Brachiosaurus-Trio und eine Parasaurolophus-Herde, um Sam Neil als Paläontologen Dr. Alan Grant und mit ihm das Publikum in Trance zu versetzen. Regisseur Colin Trevorrow muss da in Anbetracht des inzwischen allgegenwärtigen CGI-Bombasts zwangsläufig ein paar Schippen drauflegen – und nimmt diese Herausforderung auch mit der nötigen Chuzpe an: Wenn es nicht mehr reicht, ein paar Pflanzenfresser auf einer Wiese grasen zu lassen, dann wird in seiner Dino-Version einer Delfinshow eben ein gigantischer Mosasaurier mit ausgewachsenen Haien als Leckerlis gefüttert – das schindet genauso sicher Eindruck wie eine „Die Vögel“-Reminiszenz mit scharfschnabeligen Flugsauriern. Auch der inzwischen eröffnete Park entpuppt sich als XXL-Version (inklusive Starbucks-Filiale) der ursprünglichen Vision des inzwischen verstorbenen Gründers John Hammond – und statt mit Geländewagen auf Schienen lassen sich die Reservate nun in unzerstörbaren Glaskugeln nahezu völlig frei erkunden. Während viele Kinobesucher nach der ersten Dino-Sichtung bei Spielberg ihre Münder bis zum Rollen des Abspanns vor lauter Staunen gar nicht mehr zubekamen, sind es in „Jurassic World“ vor allem einzelne Sequenzen, die nachhaltig begeistern. Aber dafür gibt es von solchen Wow-Momenten zumindest eine ganze Menge.

Der neugeschaffene Indominus Rex kann hingegen nicht ganz halten, was sein herrschaftlicher Name verspricht: Der Riesensaurier ist zwar nicht einfach nur ein gefährlicherer T-Rex, sondern eine Art Multifunktions-Monster mit allerlei ungeahnten Talenten und Eigenschaften, doch werden diese speziellen Fähigkeiten jeweils immer nur genau einmal demonstriert: So wirkt das Schweizer Taschenmesser unter den Dino-Schöpfungen irgendwann ziemlich beliebig ausgedacht. Viel spannender ist da die Idee, dass die allesfressenden Velociraptoren inzwischen soweit trainiert sind, dass sie von ihren Besitzern als Waffe eingesetzt werden können: Wenn Owen Grady seinen Tieren aus nur wenigen Zentimetern einschüchternd in die Augen starrt wie ein Alphawolf seinen Herausforderern im Rudel, dann sind das die intensivsten Szenen des gesamten Films. Apropos Velociraptoren: Aus dem „Jurassic Park“-Finale ist uns vor allem ihr Besuch in der Küche mit den spiegelnden Schränken in Erinnerung geblieben – statt auf solche inszenatorische Finesse setzt Colin Trevorrow lieber voll auf Überwältigungs-Bombast, sein gewaltiger Showdown könnt nahezu eins zu eins auch aus einem „Godzilla“-Film stammen. Aber immerhin macht die Dino-Materialschlacht eine Menge Laune (und es ist tatsächlich eine Überraschung, welche Spezies am Ende den Tag rettet).

Es gibt kaum einen Blockbuster mit einer besseren Besetzung als „Jurassic Park“: Sam Neill als Dr. Alan Grant, Laura Dern als Dr. Ellie Sattler, Jeff Goldblum als Dr. Ian Malcolm und Richard Attenborough als John Hammond – ein legendäres Charakter-Quartett. Von den Darstellern aus „Jurassic World“ spielt einzig die aktuelle Franchise-Wunderwaffe Chris Pratt in dieser Liga mit, der seinen selbstironischen Humor im Vergleich zu seinem Auftritt als Starlord in „Guardians of the Galaxy“ gerade weit genug runterfährt, um den intensiv-düsteren Szenen nicht die Spannung zu nehmen: eine perfekte Bewerbung für die Nachfolge von Harrison Ford als Indiana Jones. Ansonsten bleiben die Figuren diesmal eher blass: Bryce Dallas Howard („The Village“) spielt trotz Management-Position eine letztendlich doch arg klassische Bitte-rettet-mich-ich-trage-High-Heels-Rolle – ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem progressiven Auftreten von Laura Dern. Und Irrfan Khan („The Amazing Spider-Man“) strahlt als neuer Parkbesitzer nicht annähernd eine solche Begeisterungsfähigkeit aus wie einst Richard Attenborough, der schmerzlich vermisst wird, sobald man ihn als Statue im alten Besucherzentrum erspäht.

Fazit: Colin Trevorrows „Jurassic World“ ist ein gut unterhaltender Sommerblockbuster – nicht mehr und nicht weniger.

PS: Wir haben den Film in IMAX 3D gesehen und während 3D nicht unbedingt sein muss, solltet ihr die Chance, „Jurassic World“ in einem IMAX-Kino zu sehen, unbedingt nutzen, wenn ihr sie habt.
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Kommentare

  • FAm Dusk Till Dawn
    "Bryce Dallas Howard spielt trotz Management-Position eine letztendlich doch arg klassische Bitte-rettet-mich-ich-trage-High-Heels-Rolle"Harharhar. Der war Klasse ^^Der Film scheint das geworden zu sein, was die Trailer versprachen. Ein vollgestopfter Krawumm-Jurassic Park der sich im Schatten des Originals verirrt hat. Als Riesen Fan des Originals bin ich gespannt ob das funktioniert...
  • Fain5
    Ich habe es seit der ersten Ankündigung dieses Films schon gesagt: Dinosaurier waren eher so´n 90er Ding.
  • Modell-101
    Gut animierte Monster sind ja nichts Neues mehr. Teil 1 hatte den Vorteil, dass es sowas bis dahin noch nicht gab... jedenfalls nicht mit diesen Effekten, daher hatte es auch eine beeindruckende Wirkung, wenn man die Saurier mit den langen Hälsen zum ersten Mal sah. „Größer, lauter, gefährlicher, cooler!“ bringt hier auch kaum was, wenn man sich auch schon an Filme wie Godzilla oder Pacific Rim gewöhnt hat. In so einem Film kann man eigentlich nur mit inszenatorische Finesse ein Meisterwerk abliefern, neben guten Effekten usw.
  • Leopard
    Die erste nette Kritik auf FS.
  • Hzi12
    (Ich habe als "Dan" gepostet).Danke. Schade.
  • greek freak
    Seien wir mal alle ehrlich als der erste Film damals,startete waren wir als Zuschauer noch nicht total übersättigt von CGI-Effekten.ich erinnere mich,wir sassen damals im Kino und waren total geflasht.So richtig tiefgründig war das ganze aber nicht,ausser der richtig platten "pfusch der Natur nicht rein"-Message war das damals auch nur ein grosses Spektakel,nur mit weniger CGI.Alles in allem,klingt das hier nach einem soliden Blockbuster und Chris Pratt ist eh saucool.
  • Fain5
    Ich finde es lustig dass hier jeder behauptet, es müsse mit CGI richtig aufgetrumpft werden um noch was zu reissen, wenn der beste Actionfilm des bisherigen Jahres genau das Gegenteil bewiesen hat.
  • Fain5
    Ja natürlich ist es was anderes. Das eine sind Autos und das andere Dinos... nichtsdestotrotz sieht Jurassic Park auch heute noch Top aus. Worauf ich hinaus wollte ist, dass Mad Max gezeigt hat, dass man auch mit handgemachten Effekten heute noch begeistern kann.
  • What What
    Bis heute ist JP1 mein Lieblingsfilm. Was Steven Spielberg damit erschaffen hat ist für mich einfach unfassbar. Bei dem Film passt einfach alles zusammen.Der Film-Score, die Location und auch die Designs der Fahrzeuge, Gebäude etc.. Im Besucherzentrum sieht man in einer Szene gegen Ende des Films so Jurassic Park Merchendise, selbst das sah geil aus. Da stimmte einfach alles bis ins Detail (meiner Meinung nach).Auch das Sounddesign der Dinos war der Hammer und wird ja bis heute verwendet (z.B. die Raptoren und der T-Rex) . Ich habe glaub ich mal im Making Of gesehen, dass sie da Tiergeräusche bearbeitet haben.Es gab einfach so viele spannende Szenen in dem Film und ich hätte auch nicht gedacht, dass da ein neuer Teil nochmal ran kommt. Insbesondere, seit Spielberg nicht mehr auf dem Regie-Stuhl sitzt.Ich werde mir den neuen auf jeden Fall auch nochmal anschauen und einfach mit einer Blockbuster-Erwartung da reingehen.Leider sind zur Zeit viele Filme mit Effekten überhäuft ohne das diese eine besondere Wirkung auf den Zuschauer haben. Der letzte Film der mich hier wirklich gepackt hat war Mad Max Fury Road.
  • sprees
    3,5 ist für mich die Wertung die ich erwartet habe. Zu professionel gemacht für Schrott doch zu schwach um eigenständig zu sein und etwas inhaltlich neues zu schaffen.Für ein Aufkochen eines Franchises das spätestens beim dritten Teil schon fast ins absolute B-Movie Fach rutscht. Was soll man so einer Idee noch entlocken?Teil eins war überragend. Nicht nur technisch. Spielberg kombinierte perfekt die Kinderfantasy Dinos mit dem damals hochaktuellen wissenschaftlichen Thema des Klonens. Perfekt!!!Doch was soll danach noch kommen?Man kann ja eigentlich nur noch an der technischen Stellschraube drehen habe ich das Gefühl. Denn nur das man nun nicht nur Dinos klont sondern auch Superdinos selbst kreiert reicht nicht aus. Das ist inhaltlich zu dünn. Wird halt wie der größte Teil der Franchises einfach ein wenig schmucker gemacht. Doch hoffentlich merken die Studios bald mal das man es ihnen nicht so einfach machen darf unser Geld zu bekommen. Das ist unsere einzige Chance. Denke dieser Film und der neue Terminator Teil werden zeigen das nicht mal neue Ideen benötigt werden um richtig viel Geld zu verdienen.Weil wir einfach ein technikgeiles Volk geworden sind und uns Hollywood eigentlich nur den Spiegel mit solchen Filmen vorhält.
  • Solecism
    Die Kritik und Wertung passen für mich 1:1 zu dem, was ich gesehen hab. Ein schöner Blockbuster mit einigen spasigen und spannenden Momenten. Das große WOW bleibt aber aus, weil doch einige Elemente und Figurenzeichnungen aus der Retorte genommen wurden. Fast so wie im Film beheimateten Gen-Labor...
  • AbnerRavenwood
    Das Problem, wie man heute ein Publikum noch in Staunen versetzt, empfinde ich als tatsächlich sehr groß. Auf der anderen Seite habe ich aber auch das Gefühl, dass das Publikum teilweise garnicht mehr in Staunen versetzt werden will, bzw. das Feingefühl dafür verloren hat, was besonders ist und was nicht. Mir drängt sich da der Vergleich mit "Interstellar" auf: ähnlich wie 1993 bei der ersten Dinosaurier-Szene in "Jurassic Park" hat mich hier Gargantua und sein Innenleben absolut gepackt; ähnlich, wie damals Dinosaurier, war dieses mal Kosmologie und theoretische Physik plötzlich ein großes Interesse. Dennoch scheint "Interestellar" weitgehend vom Radar verschwunden zu sein, und ein Klassiker wie Spielbergs Film wird er sicher nicht (das liegt - zugegeben - aber auch an anderen Dingen). Ich habe mit mehreren Leuten über "Interstellar" gesprochen; einige waren negativ gestimmt oder schlicht indifferent. Es fielen Argumente wie "zu wenig Fantasie", "zu wenig Design", "langweilige Raumschiffe", "langweilige Weltraum-Szenen" etc. Dabei musste ich schon stutzen: da schafft es ein Film, theoretische Physik bzw. bislang nur indirekt beobachtete kosmische Phänomene glaubhaft, realistisch, wisschenschaftlich akurat, und wunderschön zu visualisieren; schafft es, den Weltraum in seiner hypnotischen Stille darzustellen - und es gibt Leute, die das überhaupt nicht berührt. "Jurassic Park" hat 1993 nichts anderes getan, nämlich wisschenschaftliche Akkuratesse mit kindlichem Staunen zu kombinieren. Die Wow-Momente waren - genau wie bei Nolan - wohl dosiert und gerade deshalb so wirkungsvoll. Und ich frage mich: wieso funktioniert das nicht mehr? Was will das Publikum? Spielt die tatsächliche Welt, die uns umgibt und von Zeit zu Zeit realistisch auf die Leinwand projiziert wird, keine Rolle mehr? Reicht uns das Schlichte und Schöne nicht mehr? Wollen wir nur noch "mehr" und "lauter" und rechtfertigen damit die Methode, die mittlerweile hinter vielen Blockbustern steht? Fast scheint es so, als hätten wir das Urteil "nicht zufriedenstellend" ausgesprochen über die Wunder, die uns umgeben oder umgeben könnten - aber vor allem geben wir uns zufrieden mit den Untoten der Filmgeschichte, weil wir Originalität wenig schätzen.
  • sprees
    Stimmt. Da hast du recht
  • sprees
    Technikgeilheit unserer Zeit. Das ist das Problem. Hollywood gibt uns doch nur was wir wollen. Diese Filme sind nur das Abziehbild unserer Generation. Leben wir nicht nach der Prämisse Schneller,weiter,mehr??? Die Kriterien jedes Blockbusters unserer Zeit zeigen das nur ganz deutlich. Würde mir auch etwas Entschleunigung wünschen damit mehr Magie wieder im Kino einkehrt und Geschichten noch so erzählt werden das sie dich packen und vorallem nachhaltig fesseln. Es gibt solche FIlme zwar noch doch sie werden immer mehr zu einem Nischen Produkt. Wo früher selbst Blockbuster wie Jurassic Park oder Herr der Ringe das Geschichtenerzählen perfekt mit der neusten Technik kreuzten ist schon lange das starke Übergewicht zur Technik zu spühren. Traurig doch wenn man sich die finanziell erfolgreichsten FIlme anschaut ist der größte Teil der Liste mit Filmen Besetz die nicht älter als 5 Jahre sind. Das gibt dann Hollywood nur recht und lässt uns Zuschauer in der Pflicht diese Spirale zu durchbrechen
  • Fain5
    Weiss garnicht, was alle damit haben, dass das Publikum nicht mehr zu erstaunen ist. Gravity hat mich genauso zum staunen gebracht wie Raid 2. Man muss es nur zulassen.
  • Unshadaar
    Ich war gestern in JW und fand den Film gut. Das mich der Film nicht mehr so mitreissen würde wie seinerzeit JP1, war mir von vornherein klar gewesen. Auch stand ich den aus dem Trailer bekannten, "gezähmten" Raptoren etwas skeptisch gegenüber. Die erst Stunde des Films dann war wirklich mitreissend und hat jede Menge Spass gemacht. Die Zähmung der Raptoren per Clicker-Methode von Kleinauf wurde dann aber für mein empfinden schlüssig dargestellt und hat sich "plausibel" eingefügt.Das Manko des Films sind jedoch, neben dem genetisch veränderten Hauptakteur, jedoch die Tatsache, dass es zwar sehr viele kurzweilige Actionsequenzen gibt, jedoch keine, die lange genug dauert, um wirklich Spannung aufzubauen. Man denke hier an die Gänsehaut-Sequenz des T-Rex-Ausbruchs aus Teil 1. Die Finesse einer solchen Szene oder gar Szenen, hat mir einfach gefehlt und das hätte dem Film mehr gut getan, als der mit zuviel Wahnwitz überzüchtete Indominus Rex.Leider kranken heute alle Filme am Transformers-Syndrom. Mehr und mehr und wenn schon nichts mehr geht, noch ne Schippe obendrauf. Gerade die Schlusssequenz ist dafür ein Paradebeispiel und wirkt nicht mehr spannend sondern zu überdreht und lächerlich. Der Ausgang war dann auch mehr als vorhersehbar und keine wirklich Runde Sache.[Vorsicht Spoiler]Wirklich störend und unlogisch finde ich, wenn der Indominus Rex das Zeitige gesegnet hat und der T-Rex einfach und gemütlich davon spaziert. Ja nee, ist klar! Der furchteinflössende und tödliche Protagonist der ersten beiden Teile dackelt dann einfach mal so davon und ignoriert die verbliebenen, menschlichen Leckerli´s gewissentlich ... stampft auf einen Helikopter-Landeplatz und röhrt mal kräftig in die Schlussszene.[Spoiler Ende]Wie gesagt, alles in allem in unterhaltsamer Sommer-Blockbuster, der mit vielen kleinen Anspielungen und Momenten an den kultigen ersten Teil der Reihe erinnert. Im großen und Ganzen definitiv besser als Teil 3 aber dennoch weit hinter seinen Möglichkeiten. Ich würde mich über weiter Fortsetzungen freuen, dann aber bitte keine Patchwork-Saurier mehr aus dem Labor und dafür mehr durchdachte und intensivere Aktionmomente.
  • Makaay
    Ich habe mir JW gestern auch gleich angesehen, weil ich die Serie seit Beginn verfolge und sehnlichst auf einen weiteren Teil gewartet habe. Gleich mal vorweg: es scheint nur noch Kritiker zu geben, die meinen, sie könnten alles besser und wüssten auch alles besser. Jede Fortsetzung eines Films wird hier kaputtgeredet, seid froh, dass überhaupt noch Filme rauskommen. Aber für Euch ist ja selbst ein James Bond-Film nur noch kalter Kaffee. JW war toll, gleich zu Beginn der futuristische Park, welcher genauso aussehen würde, könnten auch wir Dinos klonen und in einem Zoo präsentieren. Und endlich sah man fast die ganze Filmdauer über Dinos in allen Variationen. Und der geniale Ausbruch des Superdinos war doch ebenso genial ausgedacht. Spannung bis zum Schluss, bis zum guten Schluss. Und irgendwann reicht es einem T-Rex und einen Raptor auch, die hören halt auch mal auf, wenn sie satt sind und fressen nicht ständig, nur, weil sich eine Möglichkeit (noch viele Leckerlies) ergäbe (anders als bei guternährten Menschen)...
  • reyomatic
    Deutlich meine Erwartungen übertroffen! Die waren ganz unten. Und ich bekam einen Big Budget Edel Trash Film, der mich gut unterhalten hat. Für mich spaßiger als Teil 2 und 3, trotz diverser Logik-Fehler.
  • Christoph M.
    JURASSIC WORLD ist ein Film von einer trashiger Brillanz, wie sie seit Paul Verhoevens STARSHIP TROOPERS nicht mehr im Blockbuster-Kino gesehen wurde. Es handelt sich um einen erstaunlichen Kamikaze-Film: Ihre Botschaft ist den Filmemachern so wichtig, dass sie bereit sind, die eigene Story, die Logik und die Figuren dafür zu opfern. Doch was ist die Botschaft?Ganz am Anfang sehen wir im wie geschmiert laufenden Freizeitpark JURASSIC WORLD einen Parkmitarbeiter, der ein Vintage-JURASSIC PARK-Shirt trägt, das mit 22 Jahren genau so alt ist wie der Originalfilm von Steven Spielberg. Der Mitarbeiter schwärmt, dass damals im JURASSIC PARK noch alles echt und magisch und wundersam gewesen sei. Der neue Park sei nur auf Kommerz aus – die Saurier könnten auch gleich Markennamen erhalten und etwa Pepsisaurus heißen. Auf der Metaebene sagt uns Regisseur Colin Trevorrow: „Der Originalfilm ist unantastbar und perfekt. Diesen Film hier gibt es dagegen nur, weil wir in Hollywood Kommerzschweine sind und ihr da draußen nach immer mehr verlangt.“Tatsächlich ist zu Beginn in beinahe jeder Sekunde die Liebe der Filmemacher zum Originalfilm zu spüren. Wir bereisen den Park, hören John Williams Musik und erleben das perfekte JURASSIC PARK-Feeling, das uns 1993 eingenommen hat. Ich selbst war 12 Jahre alt, als JURASSIC PARK im Kino lief, war verzaubert von der Magie des Films und aufgepeitscht durch seine Spannung. JURASSIC WORLD hat es tatsächlich geschafft, mich in den ersten Minuten wieder in meine Kindheit zurückzuversetzen. (Selbst Mr. DNA taucht wieder auf!)Doch der Film opfert sich im Folgenden selbst für seine These. Um den Parkbesuchern mehr Sensation zu bieten, züchten die JURASSIC WORLD-Wissenschaftler einen Hybriden, der weder zu kontrollieren noch in seiner wahnwitzigen Existenz ernst zu nehmen ist. Eine Freak-Kreatur, die durch den Park flaniert und Saurier und Menschen tötet. Als „Indominus Rex“ einen Brachiosaurus tötet, der hochdramatisch in den Armen der Hauptfiguren stirbt, ist die Botschaft klar: Die Freak-Kreatur macht die magische JURASSIC PARK-Welt, an die wir uns gerne erinnern, zunichte. Auf der Meta-Ebene: Die Film-Welt von damals kann nicht mehr gesteigert werden, jeder Versuch, die Spielberg-Magie von einst zu toppen, kann nur zur Vernichtung dieser Magie führen.Der Film bleibt dieser These treu und lässt sogar seine Figuren dahinter zurücktreten. Die zweite Hälfte von JURASSIC WORLD ist ein B-Movie, in dem jeder nur das tut, was klischierte Blockbuster-Regeln vorschreiben. Saurier kämpfen wir in GODZILLA VS. MEGAGUIRUS gegeneinander. Velociraptoren verbünden sich mal mit den Menschen, mal mit anderen Sauriern. Nebenfiguren werden so leichtfertig und gleichzeitig in Gewalt schwelgend umgebracht, wie es in den 90er Jahren nur in Videotheken-Krachern aus der allerletzten Reihe nicht aber in Family-Entertainment-Hochglanzkino à la JURASSIC PARK üblich war.Am Ende wird endlich der T-Rex befreit – es ist sogar der Original-Roboter aus dem ersten Film – und tötet das Freak-Wesen. Brüllend triumphiert er im Schlussbild (wie schon 1993) über die Insel. Bis dahin haben wir gesehen, wie Kino-Magie vernichtet und durch eine verrückte B-Film-Orgie ersetzt wurde. Am Ende lässt Regisseur Trevorrow den Original-Film siegen. Die Kino-Magie kehrt in Gestalt von T-Rex zurück auf die Leinwand.Somit ist JURASSIC WOLRD kein JURASSIC PARK-Sequel, das als direkte logische Fortführung der Original-Handlung wirklich funktioniert. Der charmante wie kluge Chaostheoretiker Ian Malcolm etwa hätte in dieser Welt und in dem klischierten Figurenensemble keinen Platz. Aber würde es Malcolm wirklich geben, würde ihm der anarchische Meta-Ansatz dieses Films sicher gut gefallen.(Ich dagegen hätte mich trotz allen Trash-Vergnügens in JURASSIC WOLRD sehr über einen klassischen Abenteuerfilm mit liebevoll ausgearbeiteten Figuren gefreut. Wenn man es richtig macht, kann man nämlich auch heute noch die Zuschauer über magische Kinowelten, in denen Saurier frei umher wandeln, zum Staunen bringen.)
  • Ohje O.
    top review. genau so ist es! wer die selbstironie in diesem film nicht sieht, dem ist nicht mehr zu helfen.
  • Ohje O.
    film voller selbstironie! fast schon satire. habe viel gelacht und werde ihn sicher noch einmal ansehen.
  • Peter H.
    Hab ihn gestern gesehen. Gute Unterhaltung, mehr nicht. Schrammt leicht an "see and forget" vorbei. Hätte es nie Jurassic Park gegeben, wäre er wohl grandios. So bleibt nur ein weiterer Aufguss, der einen zwei Stunden unterhält. Der weltweite Hype um den Film ist nicht nachvollziehbar !
  • Christian S.
    Oh mann Chris Pratt!!!, welch peinliches Poser-mäßiges, im übrigen Selbstironie-freies, Overacting.... Den ganzen Film gibts allen Ernstes nur einen einzigen Gesichtsausdruck von diesem Mann zu sehen.... Das ging aber schon deutlich besser in Gardians. Naja bis auf die häufigen Fremdschäm- Momente, in denen Pratt für die Kamera den harten Übermackener gibt, ist der Film ganz nett gewesen, obwohl die Kinderschauspieler diesmal leider auch nur als Hintergrundrauschen zu beschreiben sind.
  • sprees
    Habe den Film jetzt auch gesehen und ich verstehe nicht wie ihr so einem Film noch 3,5 Sterne geben könnt. Unbegreiflich und das erschüttert mich wirklich. Denn ich hätte dem Film 2-2,5 gegeben. Höchstens!!! Was ist das nur für ein Phänomen in diesem Jahr??? Wieso wird ein 7. Teil einer durchschnittlichen Actionreihe und der für mich mit dem dritten Teil zusammen schwächste Teil einer Dino Reihe so erfolgreich??? Um es gleich mal klarzustellen, es ist jetzt wirklich ein sehr persönlicher Kommentar und ich möchte auch nur meinen Standpunkt vertreten. Doch wie können die Zuschauer wie blöd nur in diesen Film rennen? Klar das am Anfang der Name einen großen Boom auslöst und man neugierig ist. Doch was ist mit der Mundpropaganda? Es muss sich doch rumsprechen das man hier einen wirklich nicht gut gemachten Film vor sich hat. Klar sind bei Blockbuster gute Effekte wichtig und Geschichten werden dann oft auf das wesentliche gekürzt. Aber man sollte doch eine Geschichte erwarten die spannend ist. Doch hier wird deutlich das man es genauso wie im FIlm nur mit einem Produkt zu tun hat. Liebe zum Detail, einfallsreiche Spannungskniffe oder interessante Charaktäre sind hier Fehlanzeige. Die Figuren sind so dünn charakterisiert das sie einem einfach egal sind. Nur Chris Pratt bleibt einem etwas länger im Gedächtnis, doch auch er ist so lieblos nach Mustern aufgebaut das es genauso bei ihm schon weh tut. Doch die absolute Frechheit ist dieses Drehbuch. Mein erster Gedanke war vorallem am Ende, dass ich mich gefragt habe welches Wrestlingdrehbuch haben sie denn da umgeschrieben? Denn die künstliche Dramaturgie war genauso Seifenblasenmässig wie bei Wrestlemania XXXVII irgendwas.Irgendwie war das der Gedanke der mich da ständig eingeholt hat. Hätte nur noch das Abklatschen der Saurier gefehlt. Dann kommt noch der nervige Plot mit dem Militär dazu. Furchtbar!!! Haben die den Film mitfinanziert oder warum musste man die da mit reinquetschen? Auch dieser Plot wurde mit so hohlen Theorien aufgebaut das man sich in einem Tele 5 Mitternachts Trasher gefühlt hatte. Asylum hat nicht noch co-finanziert oder? So Aussagen wie "Hey in dem Dino ist Raptoren DNA. Jetzt ist der Indominus Rex ihr neues Alphatierchen!!! Scheiße, was das für Mist. Wenn ein Tier eine Prägung hat so kenne ich das aus der Biologie dann ist die Fest für das Lebewesen. und nur weil da Raptoren DNA drin ist ist es ihr Alphatierchen. Wir haben auch Affen DNA in uns und ist jetzt in einem Zoo ein Affe mein neues Alphatierchen??? Wohl eher nicht! Mir geht es gar nicht drum hier alle Ungereimtheiten aufzuzählen, denn für mich sind Ungereimtheiten okay in Filmen. Doch wenn ich so gelangweilt werde durch kompletten Spannungsverlust und damit im Endeffekt gezwungen werde auf sowas dann zu achten dann ist das schon ein Todesurteil für einen Film. Traurig an der Sache finde ich nur das man sich in Hollwood sowas erlauben kann ohne bestraft zu werden. Das ist das absurde. Wenn dieser Streifen kommerziell nicht so ein Überhit wäre würde es auch einen Lerneffekt geben. Doch so wird genau das unterstützt was gute Filme kaputt machen wird. Hektik und ultra schnelles auf den Punkt kommen und somit kein Spannungsbogen. Wenn ich dann immer höre: "Hey, wenn man ohne große Erwartungen in den Film geht wird man gut unterhalten". Das ist doch der Tod von Anspruch und Innovation. So wird die Spirale des Blockbustersystems immer weiter gespannt und irgendwann sitzen wir im Kino nicht mehr und schauen Filme sondern nur noch verlängerte Trailer. Hoffe einfach das man in Hollywood nicht diesen Weg so weitergeht sondern mal wieder Geschichten erzählt. Will hier keine Arte Schinken im Kino sehen. Doch ein interessante und spannende Geschichte darf es dann doch sein. Wegen mir auch Effekthagel. Beim ersten Avenger hat es doch auch geklappt
  • Roman G.
    Danke
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