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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Freitag der 13.
Von Björn Helbig
Die Zahl 13, „das Dutzend des Teufels“, hat schon für sich keinen guten Ruf. Ebenso der Freitag. Nicht nur, dass Jesus an einem Freitag gekreuzigt worden sein soll, auch Eva überredete Adam an besagtem Wochentag zum Verzehr der verbotenen Frucht. Wenn nun 13 und Freitag zusammenfallen, ist es natürlich besonders schlecht um des Menschen Glück bestellt: Einer der ersten bezeugten Belege der unglückverheißenden Kraft dieses Datums stammt von Freitag, dem 13. Oktober 1307, als König Philipp IV. die Verhaftung aller Mitglieder des Templerordens befohlen hat. Als Ursprung des Aberglaubens wird gemeinhin der Börsenroman von Thomas William Lawson aus dem Jahre 1907 bezeichnet, der das verfluchte Datum im Titel trägt. Weitere Bücher und Filme nährten die Vorstellungen von „Freitag, dem 13.“ als besonderem Unglückstag. Mit all dem hat Sean S. Cunninghams ebenfalls nach dem Datum benannter Film von 1980 allerdings rein gar nichts zu tun. Ein Unglückswerk, zumindest in künstlerischer Hinsicht, ist er trotzdem.

Nachdem in den 1950er Jahren im Ferienlager Camp Crystal Lake ein grausamer Doppelmord geschah, wurde die Anlage geschlossen. Zwanzig Jahre später möchte Steve Christy (Peter Brouwer) das Camp wieder in Betrieb nehmen. Deswegen hat er entgegen der Warnungen der Einheimischen eine Gruppe von Jugendlichen über die Sommersaison eingeladen, das Ferienlager zusammen mit ihm herzurichten. Tatsächlich trügt die malerische Idylle am See: Die junge Annie (Robbi Morgan) macht bereits vor ihrer Ankunft Bekanntschaft mit einem unbekannten Mörder. Und auch auf die anderen Teens hat es der Killer abgesehen. Alice Hardy (Adrienne King), ihrem Freund Bill (Harry Crosby), Brenda (Laurie Bartram), Marcie (Jeannine Taylor) und Jack Burrell (Kevin Bacon) steht eine Nacht des Schreckens bevor.

Regisseur und Produzent Sean S. Cunningham („DeepStar Six“) wurde durch den Erfolg von John Carpenters Halloween zu „Freitag der 13.“ inspiriert, der mit einer neuen Art Killer aufwartete: Mit weißer, ausdrucksloser Maske und scheinbar ohne Motiv metzelte sich Carpenters Anti-Held in der Nacht auf den ersten November durch die kleine Ortschaft Haddonfield. Dieser Michael Myers, der in mittlerweile sieben weiteren Teilen wiederkehrte, wurde zu einer Ikone des modernen Horrorfilms. Ähnliches gilt für den grob an den echten Serienmörder Ed Gein angelehnten Leatherface, der erstmalig in Tobe Hoopers Blutgericht in Texas auftrat. Auch Freddy Krueger aus Wes Cravens Nightmare - Mörderische Träume oder Pinhead aus Hellraiser zählen zu dieser illustren Garde von Kult-Killern. Und irgendwie hat es auch Jason Voorhees geschafft, in die Gruppe der legendären Filmmonster aufgenommen zu werden. Dabei spielt er in „Freitag der 13.“, dem ersten Teil seiner eigenen Reihe, noch nicht einmal mit.

Wie hat er das angestellt? Es gehört zum Allgemeinwissen im Bereich des Horrorfilms: Im ersten Teil von „Freitag der 13.“ rächt Jason Voorhees' Mutter ihren Sohn, der im Jahr vor den ersten Morden in dem See nahe des Camps ertrunken ist. Sie gibt den Aufsehern die Schuld, die ihren Sohn nicht pflichtgemäß im Auge behalten hätten. Jason kommt erst im zweiten Film der Reihe selbst vor und erst in Teil 3 nimmt er als hünenhafter Killer mit der Eishockeymaske seine nun bekannte Erscheinung an. Aber Jason bleibt selbst im weiteren Verlauf der Serie kein konstanter Charakter, sondern wird in seinen Eigenschaften immer wieder den vermeintlichen Publikumswünschen angepasst. Dieses Bemühen, einen perfekten Slasher-Killer zu konstruieren, bleibt vergeblich. Die Stories, die Schauspieler und die Atmosphäre der Filme sind in Sachen Niveau ganz weit unten anzuordnen.

Cunningham schlägt sich da mit dem ersten Teil, der ohne Jason auskommen muss, noch relativ gut. Der Filmemacher, der schon zuvor einige Filme wie „Case Of The Full Moon Murders“ (1974) oder „Here Come The Tigers“ (1978) gedreht und der mit Wes Craven an „The Last House On The Left“ (1972) gearbeitet und dort auch als Produzent fungierte hatte, ist kein gänzlich unbegabter Regisseur. Der gelegentliche Einsatz der subjektiven Kamera ist durchaus wirkungsvoll, immer wieder gibt es Momente, in denen so etwas wie Atmosphäre aufkommt und auch einigen der Mordszenen lassen sich eine gewisse Originalität und solide Spezialeffekte von Tom Savini, der auch bei George A. Romeros Dawn Of The Dead für schaurige Illusionen sorgte, bescheinigen. Auch die Szenen, in denen die Jugendlichen in jeweils verschiedenfarbigen Regenmänteln durch den Sturm eilen, haben Stil.

Doch das reicht nicht. Etwas wirklich Eigenständiges sucht man bei „Freitag der 13.“ vergeblich. Was zwischen den Morden passiert, ist so schrecklich banal. Das Drehbuch bleibt vor allem wegen seiner platten Dialoge in Erinnerung („Was bewirkt eigentlich Vitamin C bei dir“ - „Vitamin C bewirkt das Neutralisieren der Nitrate“) und um die Qualität der schauspielerischen Leistungen ist es auch nicht gut bestellt. Da hilft es auch nichts, dass der Zuschauer hier Kevin Bacon (Apollo 13, Mystic River) in einer seiner frühen Rollen erleben darf, oder Betsy Palmer, die zumindest viel Fernseherfahrung vorweisen kann. Zwischendurch gibt es immer wieder Momente unfreiwilliger Komik, etwa wenn Alice die Dachrinne anbringt oder gegen Ende versucht, die Tür zu verriegeln. Und auch bei der Schlangenjagd ist der Witz bestimmt nicht gewollt. Aber dies sind Szenen, die den ansonsten reizlosen Film immerhin partytauglich machen.

Die künstlerische Belanglosigkeit ist das eine. Finanziell erwies sich „Freitag der 13“ als der erhoffte Erfolg. Seine Produktionskosten von 550.000 Dollar spielte er allein in den USA mit fast 40 Millionen Dollar um ein Vielfaches wieder ein. Der Film zog eine Reihe von Sequels nach sich, die den Mythos Jason eigentlich erst begründeten. Mittlerweile gibt es elf Teile, darunter ein Crossover mit Freddy Krueger. Einer der Hauptgründe für den Erfolg der Reihe dürfte in der Tatsache begründet liegen, dass ihr von Beginn an ein recht hoher Gewaltpegel nachgesagt wurde. Mit Ausnahme des Crossovers Freddy Vs. Jason (2003) sind alle Teile hierzulande in der ungeschnittenen Fassung indiziert. Der dritte und vierte Teil wurden in Deutschland sogar beschlagnahmt. Der Reiz der Reihe scheint indes ungebrochen: Ein Remake aus der Michael-Bay-Schmiede durch Regisseur Marcus Nispel (Pathfinder, Texas Chainsaw Massacre) wird – ganz passend - am Freitag, den 13. Februar 2009 in den Kinos starten.

Fazit: Als einer der frühen und insofern auch stilbildenden Slasher-Filme hat „Freitag der 13.“ sicherlich eine gewisse Daseinsberechtigung. Der Kultstatus von Jason, dem untoten Killer mit der Eishockeymaske, entstand allerdings erst durch die Fortsetzungen und geht dem simpel gestrickten ersten Teil völlig ab. Wobei Einfachheit noch das geringste Übel von „Freitag der 13.“ ist. Der Film ist einfach langweilig.
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