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Home > Kino > Film-Archiv > Biografie > Control
Kinostart:
10. Januar 2008
Regie: Anton Corbijn
Mit Sam Riley, Samantha Morton, Alexandra Maria Lara,
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FSK ab 12 freigegeben
Produktionsland:
USA
,
Großbritannien
,
Japan
,
Australien
.
Genre:
Biografie
,
Drama
,
Musik
Laufzeit: 122 Minuten.
Produktionsjahr:
2007
Verleiher: Capelight
Inhalt: Im Jahr 1973 erreicht der Glamrock auch die nordenglische Kleinstadt Macclesfield. In diesem Nest wohnt der introvertierte Schüler Ian Curtis (Sam Riley), der nach einem Sinn für seine Existenz sucht und diesen zunächst in Rockmusik und Drogen findet. Er lernt Debbie (Samantha Morton) kennen, mit der er 1976 einen denkwürdigen Auftritt der Sex Pistols besucht. Ian beschließt, selbst Musiker zu werden und hat Glück, dass gerade einige seiner Freunde einen Sänger für ihre Band Joy Division suchen. Schnell avanciert die Gruppe mit düsteren Sound und Curtis’ existenzialistischen Texten zu einer lokalen Berühmtheit. Kein Geringerer als der berühmte DJ und Labelboss Tony Wilson (Craig Parkinson) wird auf sie aufmerksam. Der Erfolg verselbständigt sich und Ian muss sich entscheiden, ob er seinen sicheren Job beim Arbeitsamt aufgeben und sich nur noch der Musik widmen soll. Dazu kommen Probleme privater Natur. Ian hat immer weniger Zeit für Debbie und die mittlerweile geborenen Tochter Natalie, ferner hat er sich auch noch in die belgische Fotografin Annik Honoré (Alexandra Maria Lara) verliebt. Dazu leidet Ian an epileptischen Anfällen, die er nur schwer mit Medikamenten unter Kontrolle bekommt. Sein Leben entgleitet ihm mehr und mehr...
FILMSTARTS.de
(4)
Pressespiegel
(3,5)
User-Wertung(1942 Bewertungen)
(4)
Wenn ehemalige Video- und Werbefilmer auf die große Leinwand umsteigen, behalten sie fast immer ihren visuellen Stil bei. Dies war sowohl bei den Scott-Brüdern in den 80ern der Fall als auch bei David Fincher oder Michael Bay in den 90ern - und natürlich ganz besonders bei Michel Gondry (Vergiss mein nicht) im neuen Jahrtausend. Der Holländer Anton Corbijn scheint auf den ersten Blick den Weg, den er mit seinem Musikclips gegangen ist, in seinem Regiedebüt „Control“ weiter zu führen. In strengen Schwarz-Weiß-Bildern erzählt er die leider viel zu kurze und sehr tragisch endende Geschichte des britischen Musikers Ian Curtis, dem Sänger der Gruppe Joy Division. Doch Corbijns Musikerbiopic ist weit davon entfernt, einen Mythos zu kreieren. Sein Film beschreibt auf eindrucksvolle Weise das Leben eines jungen Mannes, der an sich und seinen eigenen Erwartungen auf schicksalhafte Weise scheitert, ist zugleich aber auch ein Zeitdokument über einen Teil der Musikszene in und um Manchester Ende der 70er Jahre.
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Mitglied seit 599 Tagen | 31 Userkritiken
Kritik: Das mit den Biopics is schon so ne Sache. Vorallem bei einer Person wie Ian Curtis, der Selbstmordbegangen hat , und auch sonst eine sehr tragischer Charakter war( das kann man aus den Texten klar erkennen. Also wie geht man das an? Versucht man es zu erklären? Zeichnet man sein leben einfach Detail getreu nach und überlässt den Rest dem zuschauer? Anton Gorbjin hat hier genau die richtige Lösung gefunden und beide möglichkeiten gekonnt gemixt. Einen Grund für Ians Suizid bietet der Film nicht aber wenigstens versucht er es gar nicht erst da das eine unmögliche Aufgabe gewesen wäre. Ians leben wird auf das wichtigste reduziert. Was Corbjin anstatt eines normalen Biopic macht ist etwas wie ein 90 minütiges Musikvideo. Er untermahlt die wunderschöne, düstere Musik Joy Divisions mit ebenso düsteren gleichzeitig aber poetischen und schönen Bildern. Das Ergebnis ist ein Film der Ian Curtis potraetiert ohne viel von ihm Preis zu geben sondern es schafft nur durch Bilder einen aufmerksamen Zuschauer in die Seele des Sängers blicken zu lassen wo ein Fantasie voller und noch aufmerksamerer Zuschauer den Grund für Ians Freitot erfährt. Fazit: Der Film verlangt viel von zuschauer ab. Wer also weniger auf die Offensichtliche und Klassische seite des Films schaut wird sich schnell langweilen. Alles anderen erwartet ein düsterer Trip in die Seele eines gespaltenen Individuums. So oder so kommt man garantiert, dank Gorbjin, als Joy Division Fan aus dem Kino.
Mitglied seit 1.518 Tagen | 30 Userkritiken
Kritik: Der Film zeigt nichts wirklich neues. Die Beweggründe, weshalb sich der Sänger umbringt sind diejenigen, weshalb sich hunderte anderer Menschen selbst suizidieren. Verzweiflung, Übertreibung, keine Frustrationstoleranz, kein Durchhaltevermögen etc. pp. Man könnte fast meinen, das dieser "sensible Künstler" nicht den Arsch in der Hose gehabt hat, um sich endlich für ein Leben und eine Frau zu entscheiden. Unweigerlich fragt sich der Zuschauer: Liebt Ian nun tatsächlich zwei Frauen? Das könnte ja auch sein und es ist sicherlich schwer damit umzugehen, aber es gibt gewiss Lösungen für dieses Problem. Und zur Not muss man sich eben entscheiden, seinen Mann stehen und aufrecht und aufrichtig mit dieser Entscheidung leben. Das sind ganz schlicht und ergreifend psychologische Entwicklungsaufgaben, an denen Ian scheitert. Karriere und Familie sind nun einmal nicht gut miteinander vereinbar und unter einen Hut zu bringen, was jedermann schon mit 20 Jahren weiss heutzutage. Erstaunlich ist, das Ian wirklich gar keine Beziehung zu seinem Kind hat. Nicht nur, das er sich nicht um es kümmert, nein, er gibt auch noch die Verantwortung ab, indem er die Löffel abgibt - und dabei stand er nicht mal unter Drogen! Wie kann man da nur so irrational entscheiden? Für jemanden, der schon Lebenserfahrung hat wirkt der Film etwas übertrieben gekünstelt und aufgesetzt. Es mag sein, das es angeblich "introvertierte" Typen (Er war nicht introvertiert, sonst hätte er sich wohl kaum so mutig auf die Bühne und in die Öffentlichkeit gewagt!) gibt, die man aber auch schlicht und ergreifend als Weicheier abstempeln kann. Einige Hinweise findet der Zuschauer auch noch im Film, weshalb es der geplagten Seele Ian so schlecht geht und er an Depressionen leidet, obwohl er ein Star ist und gute Freunde in der Band haben könnte oder hatte, was im Film nicht so heraus gestellt wird: Zum einen ist da die gestörte und kaputte Beziehung zu seinen Eltern, sein Vater redet kein Wort mit ihm, als er sie nach jahrelanger Abstinenz mal wieder besuchen kommt. An einem Mangel an Anerkennung ist Ian jedenfalls nicht gestorben, die hat er ja gehabt, das was wonach sich tausende und millionen Menschen dort draußen in der Welt sehnen, das wonach wir alle streben und wofür wir diese ganze menschliche Komödie als Spektakel auf der sozialen Bühne der Welt inszenieren. Woran litt er also noch? Der dritte Faktor, neben dem ersten, das er zwei Frauen liebt und dem zweiten, das er ein vollkommen gestörtes Verhältnis zu seiner Kernfamilie hat ist der, das er unter Epilepsie leidet. Dieses Krankheitsbild ist mysteriös und es ist sicherlich sehr schwer nachvollziehbar für jemanden, der nicht darunter leidet, wie sich der Leidende fühlt und was er durchlebt. Ein vierter Grund könnte der chronische Geldmangel gewesen sein, ständig scheint er blank zu sein. Ein fünfter Grund wäre, das er niemanden richtig zum reden hatte und ein sechster, das er eben das Gefühl der Kontrollosigkeit über sein Leben hatte. Dennoch beweist sein früher Selbstmord mit 23 Jahren, das er weder Durchhaltevermögen, noch Frustrationstoleranz gelernt hat. Dieses schmerzhafte Erwachsenwerden, das müssen wir nunmal alle durchmachen und die Probleme die Ian im Film hat, haben tausende und millionen andere ebenso. Aber die kämpfen und bringen sich nicht um die Ecke, die halten durch und es zahlt sich auch meistens für sie aus. Also kann man es so sehen, das Ian eigentlich ein Versager ist, der dieses Musikerleben selbst gewählt hat und an sich selbst zu Grunde gegangen ist. Da gibt es kaum Schuld, die anderen in die Schuhe zu schieben wäre. Auch die Handlungen seiner Frau Debbie sind vollkommen nachvollziehbar und legitim. Sie macht sich bestimmt Vorwürfe, an seinem Tod Schuld zu sein, was aber laut des Filmes wirklich nicht der Fall sein kann. Ian hat den Kampf gegen und mit sich selbst verloren, den Kampf, den wir alle zu kämpfen haben...
Presseschnitt:
(3,5) bei 2 Pressewertungen.
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Rolle: Ian Curtis
Rolle: Deborah Curtis
Rolle: Annik Honoré
Rolle: Peter Hook
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