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    "Außer für Spider-Man interessiert sich doch keine Sau für irgendjemanden": So billig wollte Marvel die Avengers verschleudern
    Björn Becher
    Björn Becher
    -Mitglied der Chefredaktion
    Seit mehr als 20 Jahren schreibt Björn Becher über Filme und Serien. Hier bei FILMSTARTS.de kümmert er sich um "Star Wars" - aber auch um alles, was gerade im Kino auf der großen Leinwand läuft.

    Das MCU hätte es dann wohl nie gegeben und womöglich sähe die Kinolandschaft heute ganz anders aus. Denn in den Neunziger Jahren wollte Marvel die Filmrechte an all seinen Figuren abgeben.

    Disney und seine verbundenen Unternehmen

    Das Wall Street Journal blickte zuletzt in seinem Podcast „The Journal“ ausführlich auf den Aufstieg von Marvel zurück. Wie konnte aus dem einst vor dem Bankrott stehenden Comic-Verlag eine Filmschmiede werden, die reihenweise Kino-Hits produzierte? Dabei arbeiteten die Verantwortlichen hinter dem Podcast auch heraus, wie viel Glück Marvel hatte. Denn eigentlich wollte das Studio selbst alle Rechte, die später für den heutigen Erfolg sorgten, verschleudern. Das Unternehmen hätte so nie selbst die großen Filmhits rund um die Avengers drehen können.

    In den Neunziger Jahren stand Marvel vor dem Ende. Die aus dem Spielzeuggeschäft kommenden Ike Perlmutter und Avi Arad, die gerade die Geschicke des Unternehmens in die Hände gelegt bekamen, brauchten dringend Geld. Eine Idee dafür: Filmrechte. Während bei Fox bereits die Rechte für die X-Men und die Fantastic Four lagen, zeigte Sony Interesse an Spider-Man.

    Ex-Sony-Verhandler noch heute entsetzt: "Ich dachte, sie wären Idioten"

    Im Podcast erinnert sich der damals für Sony arbeitende Yair Landau an die Verhandlungen. Marvel sei auf ihn zugekommen und habe ihm angeboten, dass Sony sich die Rechte an allen Marvel-Figuren sichern könne, die nicht bereits bei Fox liegen. Ein bald ausgehandelter Deal sah vor, dass Sony Marvel sofort 25 Millionen Dollar überweist und anschließend insgesamt 25 Filme machen darf – mit völlig freier Hand bei der Auswahl der Held*innen: „Jede einzelne Figur, die sie kontrollierten, war Teil dieses Deals“, so Landau.

    Landau war begeistert von seinem Verhandlungserfolg, ging zu seiner Chefetage … und wurde abgewiesen. „Mir wurde gesagt: ‚Außer für Spider-Man interessiert sich keine Sau für irgendjemanden‘“, fasst er zusammen, dass man bei Sony nicht glaubte, mit Figuren wie Iron Man, Captain America, Thor und Co. erfolgreiche Kinofilme machen zu können.

    Landau war entsetzt: „Ich dachte, sie wären Idioten“, hat er wenig schmeichelnde Worte für seine damalige Chefetage übrig. Doch deren Auftrag war klar: „Meine Anweisung war, zurückzugehen und nur Spider-Man zu holen.“

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    Laut Landau sei Marvel damals sogar richtig verärgert gewesen, dass Sony nur Spider-Man wollte. Die Gespräche wurden erst einmal abgebrochen. Mehrere Monate habe man nicht mehr verhandelt. Doch Marvel brauchte Geld, Sony wollte „Spider-Man“-Filme machen. So ging es irgendwann zurück an den Verhandlungstisch.

    Der Rest ist Geschichte. Am Ende kaufte Sony für 10 Millionen Dollar und einer Beteiligung von 5% am Gewinn die Rechte, Filme mit Spider-Man zu entwickeln – was man bis heute macht. Doch Landau ist heute noch fassungslos, wie er im Podcast deutlich macht: Für gerade einmal 15 Millionen Dollar mehr hätte Sony schließlich die Kontrolle über alle Avengers erlangt.

    Marvel hätte also nie sein MCU aufziehen können, all die Filme wie „Iron Man“, „Black Panther“ und die „The Avengers“-Titel hätte es nie gegeben. Denn ob man es bei Sony geschafft hätte, ein ähnliches Franchise aufzuziehen, steht in den Sternen.

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