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    Nach fast 40 Jahren Dauerarbeit: Woody Allen muss offenbar Pause einlegen
    Von Tobias Mayer — 29.08.2018 um 12:05
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    Von 1982 bis 2018 lief jedes Jahr mindestens eine Regiearbeit von Woody Allen in den Kinos. Nun sieht es danach aus, dass dem 82-Jährigen das Geld fürs nächste Projekt fehlt. Grund könnten die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn sein.

    Tobis Films

    Woody Allen hat als Regisseur, Autor, Komiker und Schauspieler eine weltweite Anhängerschaft, die vor allem seine scharfzüngigen Pointen rund ums chaotische Beziehungsleben seiner neurotischen Protagonisten schätzt. Das Privatleben Allens aber ist deutlich umstrittener als seine Kunst, vor allem weil sich der inzwischen 82-jährige New Yorker seit Anfang der Neunziger dem von seiner damaligen Noch-Ehefrau Mia Farrow erhobenem Vorwurf ausgesetzt sieht, seine Adoptivtochter Dylan Farrow sexuell missbraucht zu haben, als sie sieben Jahre alt war.

    Vor Gericht wurden keine ausreichenden Beweise für den Vorwurf vorgelegt, seit 2013 aber wird er wieder diskutiert: Da sprach Dylan Farrow mit der Vanity Fair erstmals öffentlich über den angeblichen Missbrauch, der zuvor von ihrer Mutter im Sorgerechtsstreit mit Allen vorgebracht worden war. Und nun wird der Regisseur von seiner Vergangenheit womöglich erneut eingeholt.

    Page Six berichtet, dass Woody Allen nach der Fertigstellung seines neuesten Films „A Rainy Day in New York“ vorerst kein weiteres Projekt angehen wird – und das, nachdem er fast vier Jahrzehnte lang einen selbstgeschriebenen Film nach dem anderen drehte. Von ihren Quellen habe die zur New York Post gehörende Webseite erfahren, dass Allen nicht etwa die Ideen ausgegangen seien, sondern der Dauerfilmer zum ersten Mal nicht mehr das nötige Geld zusammenbekomme.

    Nun hat Allen mit Amazon, wo auch seine sechsteilige Serie „Crisis in Six Scenes“ erschien, zwar einen finanzstarken Geldgeber. Aber zum einen braucht es weitere Verleiher, um den Film in möglichst vielen Ländern in die Kinos zu bringen, zum anderen solle Amazon einem älteren Artikel des Hollywood Reporters nach erwägen, den Vertrag mit Allen zu beenden – obwohl dieser Deal drei weitere Filme nach „Rainy Day“ vorsieht und die Aufhebung für den Konzern teuer wäre.

    Woody Allen wird gemieden

    „Nichts davon ist wahr“, wird ein Sprecher von Woody Allen bei Page Six zitiert. Fest stehen aber zwei Dinge: Mit Filmen von Woody Allen lässt sich in der Regel nicht viel Geld verdienen, auch völlig unabhängig der im Zuge von #MeToo wieder aufgeflammten Debatte um Allens Vergangenheit. Und nun dürfte sich die Situation verschärft haben. Denn bekannte Schauspieler wie Greta Gerwig, Ellen Page und Colin Firth distanzierten sich öffentlich von dem Regisseur, während Timothée Chalamet, Griffin Newman und Rebecca Hall aus dem „Rainy Day“-Ensemble erklärten, ihre Gagen für den neuen Film an Organisationen spenden zu wollen, die Opfern sexuellen Missbrauchs helfen.

    „A Rainy Day in New York” hat unterdessen nach wie vor keinen Kinostarttermin. Anfang 2018 wurde berichtet, dass Amazon erwägt, den Film entgegen des ursprünglichen Plans und üblichen Verfahrens gar nicht ins Kino zu bringen und stattdessen ohne viel Aufhebens nur über den eigenen Videodienst zu veröffentlichen.

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    Kommentare
    • Darklight ..
      Na.. dann werde ich wohl mal Fog and Shadows gucken müssen...; )
    • Bruce Wayne
      Purple Rose of Kairo fand ich auch gut, aber Match Point kann ich nicht ausstehen. Und wie schon gesagt: Fog and Shadows bleibt mein Favorit ;)
    • Darklight ..
      Peuple Rose Of Kairo und Match Point sind seine Besten. Kennst Du die?!
    • Darklight ..
      Detail passt leider nicht in Kurznachrichten und Schlagzeilen. Deshalb kocht der Kram immer wieder hoch, bis was hängen bleibt.Mir tut Allen echt leid.Da kommt man nie wieder raus.Und bytheway pädophil BLEIBT man, d.h. man braucht immer wieder neue Opfer. Sprich, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, daß es mehrere Anklagen gibt (vgl. Michael Jackson). Hier gab es nur EINE.Von daher vermute ich stark, daß Allen völlig unschuldig ist.
    • Jimmy v
      Man muss hier aber mal in die Details reingehen:Allen hat nicht seine (!) Adoptivtocher geheiratet, sondern ist mit der bereits erwachsenen Adoptivtocher von Mia Farrow in eine Liebelei geraten. Er und Farrow haben sich getrennt, bis heute lebt Allen mit der Frau zusammen. Deswegen halte ich - zumindest als Außenstehender - die These, Farrow wolle sich mit alledem rächen, irgendwie plausibel, denn der andere Sohn hat Allen ja vehement verteidigt und eingeräumt, wie seine Schwester instrumentalisiert wurde.Insofern finde ich die ganze Affäre um Allen einfach nur noch nervig. Die Sache ist seit den 1990ern geklärt. Ob nun gut oder nicht, das können wir Außenstehende sowieso nicht beurteilen. Und wie man das moralisch alles beurteilt, mit der Heirat, ist auch offen. Skurril, ja, aber nicht so schlimm, wie es gerne aufgebauscht wird.
    • greek freak
      Der Typ hat seine Adoptivtochter geheiratet.Nennt mich altmodisch oder konservativ oder whatever,aber ich finde es creepy.Ja,es gibt keine Beweise,Mia Farrow ist auch nicht gerade die vetrauenswürdigste,dieser ganze #MeToo-Bullsh*t geht mir auf den Keks(vor allem wenn ich solche Leute wie Meryl Streep und ihre Moralpredigten sehe,bekomme ich Würgereflexe) und seine Adoptivtochter war volljährig,als sie geheiratet haben,im Gegensatz zu Charlie Chaplin und seiner 3ten Frau,aber verdammt nochmal,der Typ hatte eine Affäre mit seiner Adoptivtochter und hat sie geheiratet! Das ist nicht mehr Verbotene Liebe das ist eher umgedrehter Ödipus.
    • Darklight ..
      Google mal Moses Allen Interview...Es iss unglaublich krass, wie er seine Kindheit mit Mia Farrow beschreibt. Voller psychischer Brutalität und miesen Erziehungsmethoden...Ich war total überrascht - zeichnen doch alle Medien ein böses Allen Bild.
    • Gravur51
      Fakten und Beweise sind heutzutage einfach nicht mehr nötig, um jemanden beruflich zu killen. Wir waren vor 3, 4 Jahren normaler drauf als heute. Wir entwickeln uns zurück.
    • Sentenza93
      Allen ist ein seltsamer Kauz, das stimmt, aber wenn sein Sohn ihn schon entlastet...Ein negatives Wort zu Mia Farrow habe ich auch noch nirgendwo gehört. Immer rein Allen als der Böse.
    • Darklight ..
      Es gab keine Beweise für Mia Farrows Anschuldigungen. Aussage gegen Aussage. Und sein Sohn bestätigt, daß Allen am fraglichen Tag keine Sekunde mit seiner Schwester allein war...Ansonsten keine anderen Geschichten. Warum wird Farrow eigentlich von den Medien nie als rachsüchtige zurückgewiesene Lügnerin angeschuldigt zusammen mit der Forderung auch ihr Berufsleben zu zerstören...!?Weil sie eine Frau ist und Männer immer die Lügner...!?Die Berichterstattung ist massiv einseitig.
    • Bruce Wayne
      Ich persönlich bin zwar kein Fan von Allens neueren Filmen (mein Favorit wird auf immer und ewig Shadows and Fog bleiben), aber er ist dennoch einer der wenigen Writer/Regisseure, die fast konstant qualitativ hochwertige Filme mit wenig Budget raushauen. Er mag zwar ein merkwürdiger Kauz sein, aber von den diversen Anschuldigungen wurde er meines Wissens nach frei gesprochen, oder?
    • Deliah C. Darhk
      Nette implizierende Überschrift.Fast noch das Beste am Artikel ...
    • CineMan
      Kann Darklight .. nur zustimmen.Da sprach Dylan Farrow mit der Vanity Fair erstmals öffentlich über den angeblichen Missbrauch, der zuvor von ihrer Mutter im Sorgerechtsstreit mit Allen vorgebracht worden war.Ja und.. was hat sie gsagt?Was für ein Artikel...
    • Joker
      Es ist amüsant, wenn die #MeToo-Bewegung zunehmend eigene Verteidiger, Vorbilder und Ikonen opfert, weil ständig ein Scheiterhaufen brennen muss. Wenig amüsant ist, dass sich sogar FS an der Hexenjagd beteiligt, indem wiederholt unbewiesene Beschuldigungen verbreitet werden.
    • Darklight ..
      Ich finde diesen Artikel ätzend. Schlechter Journalismus. Er wurde freigesprochen, ABER... Könntet ihr bitte auch mal erwähnen, daß sein Sohn Moses Allen seinen Vater komplett entlastet und seine Mutter Mia Farrow als manipulative Lügnerin angeklagt hat!??(Zitat Moses: „Mir wurde eingetrichtert, Woody Allen sei ein Monster“). Es ist sehr spannend mal etwas über die Erziehungsmethoden und die Psyche von Mia Farrow zu lesen. Wer sich danach immer noch nicht vorstellen kann, daß Allen unschuldig ist, dem kann ich nicht mehr helfen.P.S. @FILMSTARTS Ich weiß, in Zeiten des Internets ist ausgewogene Recherche natürlich kompliziert. Gooole hochladen, zwei oder drei Klicks zur Suche... das überfordert schon mal. Daher hier ein Link: www.welt.de/kultur/article1...Hättet ihr das mal mit erwähnt, wäre es okay gewesen, aber immer nur diese einseitigen Vorwürfe zu erwähnen kann auch einen Unschuldigen irgendwann zum Täter machen. Man muß es nur häufig genug wiederholen.Bytheway... Im Zweifel für den AngeklagtenUnd hier habe ich mittlerweile massive Zweifel.Ich jedenfalls freue mich auf den nächsten Woody Allen Film und werde ihn bewußt im Kino schauen!
    • Howard Philips
      Was eine Diskussion. Basierend auf Erklärungen, nicht mal Indizien. Schuldig, aufgrund von Aussagen. Schwierig. Aber Fakten und Beweise wären mal schön.
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