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    Aufgrund der Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen: Angeblich kein Kinostart mehr für "A Rainy Day in New York"
    Von Alexander Friedrich — 22.01.2018 um 16:00
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    Gerade läuft Woody Allens „Wonder Wheel” in den Kinos. Sein nächstes Projekt „A Rainy Day in New York” soll dieses Jahr noch folgen. Jetzt könnte allerdings alles ganz anders kommen, denn der Starregisseur wird von seiner Vergangenheit eingeholt...

    Tobis Film

    Lange galt Regiemeister Woody Allen trotz seit 1992 kursierender Missbrauchsvorwürfe als unantastbar. Der durch Meisterwerke wie „Der Stadtneurotiker” oder „Manhattan” bekannte Autorenfilmer bringt fast im Ein-Jahres-Rhythmus einen neuen Film heraus und hat dabei keine Probleme, die größten Stars der Traumfabrik zu gewinnen. Doch nun könnte es damit vorbei sein. Nachdem sich zuletzt mehrere Stars distanzierten, ist jetzt sogar der Kinostart von Allens nächstem Film „A Rainy Day in New York” in Gefahr.

    Aus einem Artikel von Vulture geht hervor, dass es laut Insiderinformationen des Magazins bei Online-Gigant Amazon die Überlegung gebe, den noch für 2018 geplanten Kinostart von „A Rainy Day in New York” abzusagen und Woody Allens neuen Film nicht auf der großen Leinwand zu veröffentlichen. Das von Amazon Studios produzierte Werk solle demnach stattdessen direkt auf der hauseigenen Streamingplattform Amazon Prime Video laufen und dort auch ohne große Werbung einfach ausgespielt werden. Bislang bringt Amazon - im Gegensatz zu Konkurrent Netflix - die eigenproduzierten Filme eigentlich in Zusammenarbeit mit lokalen Verleihern immer weltweit in die Kinos.

    Die Überlegung sei eine Reaktion auf die aktuell wieder in der Öffentlichkeit sehr präsenten Missbrauchsvorwürfe gegen Woody Allen. Vor einigen Tagen sprachen dessen 32-jährige Adoptivtochter Dylan Farrow in einem Fernsehinterview mit CBS ausführlich über ihren Vorwurf, dass Allen sie im Jahre 1992 sexuell belästigt habe. Farrow war damals sieben Jahre alt. Neu sind diese Behauptungen nicht. Schon direkt nach der angeblichen Tat, die sich am 4. August 1992 zugetragen haben soll, wurden die Vorwürfe laut, spielten eine große Rolle im Sorgerechtsstreit zwischen Allen und Schauspielerin Mia Farrow. 2014 äußerte sich die mittlerweile 28 Jahre alte Farrow dann erstmals seit den Erlebnissen in ihrer Kindheit in der New York Times detailliert dazu und erhob massive Vorwürfe gegen ihren Adoptivvater.

    Die Stars wenden sich ab

    Allens Karriere überlebte sowohl 1992 als auch 2014 die massiven Vorwürfe. Nun scheint es aber so, als werde die Regie-Ikone von den Anschuldigungen doch noch eingeholt. Vor allem im Zuge der derzeitigen Welle an Missbrauchsvorwürfe in Hollywood, die Woody Allens und Mia Farrows leiblicher Sohn Ronan Farrow mit einem Enthüllungsartikel über Harvey Weinstein im New Yorker übrigens lostrat, erreicht die Geschichte eine neue Tragweite. Mehrere Schauspieler, die für Allen schon vor der Kamera standen, haben sich nun deutlich gegen ihren ehemaligen Regisseur ausgesprochen.

    Greta Gerwig und Ellen Page etwa sagten in einem Interview, dass sie ihre Auftritte in „To Rome With Love” bereuen würden und Colin Firth, der in Allens „Magic in the Moonlight” mit spielte, erzählte dem Guardian, er wolle nie mehr mit dem Regisseur drehen. Sogar ein Teil des Casts des sich aktuell in der Post-Produktion befindenden „A Rainy Day in New York” scheint sich nun von Allen zu distanzieren: Timothée Chalamet und Rebecca Hall kündigten an, ihre Gagen unter anderem an die „Time’s Up”-Bewegung zu spenden, welche sich gegen sexuelle Belästigung einsetzt. „Ich möchte nicht von meiner Arbeit an dem Film profitieren.”, so Chalamet auf Instagram

    Wie reagiert Amazon?

    Aufgrund der klaren Statements der Hauptdarsteller aus „A Rainy Day in New York” könnten die Verantwortlichen von Amazon sich unter Zugzwang sehen - vor allem da das Unternehmen selbst im Rahmen der vielen Missbrauchsvorwürfe, die in den vergangenen Monaten ans Licht der Öffentlichket kamen, ins Kreuzfeuer geriet. So wurde Amazon-Studios-Chef Roy Price selbst aufgrund solcher Missbrauchsvorwürfen gefeuert. Price war es übrigens, der Allen überhaupt erst zu Amazon holte, dafür sorgte, dass der Streamingigant „Café Society” mitherausbrachte und sich der Regisseur sogar mit einer eigenen TV-Serie austoben durfte.

    Bislang liefen mit Ausnahme des nur fürs TV produzierten „Don't Drink The Water” alle Filme von Woody Allen (zumindest in Nordamerika) im Kino. Auch wenn es noch Gerüchte sind: Aufgrund der jüngsten Berichte schaut es wirklich so aus, als wäre dies bei seinem kommenden Werk nun das erste Mal nicht mehr der Fall.

    Vorerst steht „A Rainy Day in New York” noch für einen Start im Laufe des Jahres 2018 in den Listen. Neben Rebecca Hall und Timotée Chalamet sind auch Selena Gomez und Jude Law idabei. Woody Allens aktueller Film „Wonder Wheel” mit Kate Winslet und Justin Timberlake läuft erst seit dem 11. Januar 2018 in den deutschen Kinos. Das Romantik-Drama „Wonder Wheel” kam bei den Kritikern allerdings nur durchwachsen (auch wir vergaben in unserer FILMSTARTS-Kritik maue zwei Sterne). 

     

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    Kommentare
    • Der Eine vom Dorf
      Danke für die Aufklärung. Ist völlig an mir vorbei gegangen.Aber wie du schon sagst und wie ich weiter oben schon geschrieben habe: das wird immer lächerlicher. Klar, wir kennen die tatsächlichen Geschehnisse nicht und grundsätzlich gehe ich eher davon aus, dass Menschen die Wahrheit sagen. Aber das, was man aus den ganzen, noch so seichten, Vorwürfen rausliest, klingt vor allem nach der Forderung, jegliche sexuelle Anspielung sollte verboten bzw. gleich als sexuelle Belästigung strafverfolgt werden. Dann wäre mein Alltag im Schlafzimmer aber ziemlich langweilig, wenn man sich nicht mal schmutzige Andeutungen an den Kopf schmeißen kann. Auch ohne eine langjährige feste Beziehung sollte man, wenn die Chemie stimmt, doch solche Dinge sagen dürfen, wenn man Jemanden anziehend findet.Meine letzte Liason in dieser Hinsicht wäre nie zustande gekommen, wenn ich mich an diese feministischen Forderungen gehalten hätte.
    • Gravur51
      Auch er wurde jetzt der sexuellen Belästigung bezichtigt. Der Witz ist, dass die 3 Frauen, die sich gemeldet haben, mit papierdünnen Geschichten aufwarten. Das heisst, ich glaube ihnen was sie sagen, es ist aber gleichzeitig offensichtlich, dass alle 3 Fälle NIX mit sexueller Belästigung zu tun haben. Eine erzählt von einer Nacktszene, in die sie auch eingewilligt hat, ihrer Meinung aber unnötig gewesen wäre. Eine andere war mit ihm vier Jahre zusammen. Während ihrer Beziehung hat er ihren Kopf mal in seinen Schritt bewegt. Sie sagt, sie hätte nein sagen können, sie wollte ihm aber gefallen. Bitte?! Das ist keine verdammte Belästigung, das hab ich sogar selber schon gemacht in einer Beziehung, solche Dinge passieren meiner Erfahrung meist ohne Worte, jedenfalls hab ich noch nie gefragt kannst du mir eins blasen. Achja und die Dritte. Mit der war er auch zusammen. Als sie ihn verlassen hat, hat er ihr ein paar böse SMS geschickt (etwa are you retarted?). Und noch einmal: sowas hab ich aus Wut auch schon gemacht. Diese Frauen stellen sich als unselbständige und schwache Schachbrettfiguren hin und merken wohl gar nicht, was für ein schlechtes Beispiel sie für ihr Geschlecht darstellen. Die Metoo Bewegung ist zu einer Hexenjagd verkommen.
    • Der Eine vom Dorf
      Ich bin derzeit mit dem Hausbau beschäftigt, daher gehen diverse neue Infos leider oft an mir vorbei, aber das muss ich dann doch fragen: was ist denn mit James Franco?
    • Deliah C. Darhk
      Ich sehe das genauso wie CD.
    • Seven
      Offensichtlich brauchte die Linksfraktion eben genau bis jetzt, bis sie an allen Machthebeln der Medien saß. Und nun rechnen sie ab.
    • Seven
      Jennifer Lawrence beklagte sich als #metoo-Opfer über eine weibliche(!) Produzentin, die sie nackt demütigte. Und nun?
    • Der Eine vom Dorf
      Dieses geheuchelte Verhalten ist ja nun weit verbreitet seit Beginn des Skandals im Herbst 2017. Ohne irgendein Opfer solcher Taten verschmähen zu wollen, finde ich jedoch viel Wahres an Dem, was Catherine Denèuve neulich in einem Interview gesagt hat. Jetzt wird jede klitzekleine, noch so leicht falsch zu deutende sexuelle Andeutung gleich als Belästigung interpretiert und der Belästigende zur persona non grata degradiert. Wie gesagt, Taten wie die von Weinstein sind absolut schrecklich und gehören hoch bestraft, aber Das, was da derzeit abläuft, ist fast nur noch zum Kopfschütteln.
    • Marvel5000
      Daran sieht man doch wie heuchlerisch Hollywood ist. Dabei gehts mir noch nicht mal darum Woody Allen zu verteidigen. Es gibt schon seit Jahren Vorwürfe gegen Woody Allen. Das hat aber in den letzten Jahren die Stars nicht davon abgehalten in seinen Filmen zu spielen. Jetzt ist er plötzlich die Persona non Grata. Noch so ein Beispiel für die Heuchelei Hollywoods. Roman Polanski ist ein verurteilter Kinderschänder, weil er vor zig Jahren Sex mit einer Minderjährigen hatte. Seit Jahren versucht die USA das die Schweiz, den Polanski in die USA ausliefert. Da gab es aber ein Aufschrei von vielen Stars und bis heute war es für Stars keinerlei Problem in seinen Filmen mitzuspielen. Jetzt ist man so hysterisch, das man fast alle Hollywoodberühmtheiten für irgendwas bezichtet. Einfach nur heuchlerisch die Doppelmoral in Hollywood.
    • Greenleaf
      Weinstein, Franco, CK, Toback, Polanski, Singer, Allen. Es mutet wie ein merkwürdiger Zufall an, dass die wichtigsten Zielpersonen der #metoo-Bewegung fast ausschließlich Juden sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen.
    • Gravur51
      Ist schon immer wieder interessant, zu welchem Zeitpunkt solche Meldungen kommen, siehe Louis CK vor der Premiere seines Films oder James Franco vor dem Oscarrennen, in dem er reale Chancen hatte und jetzt wohl nicht mehr. Die echten Opfer werden so langsam verhöhnt von der metop Bewegung.
    • Stefan H.
      Am besten verbannen sie alle männlichen Regisseure und Darsteller und lassen nur noch weibliche Regisseure und Darstellerinen ran...Metoo = der Witz des Jahres
    • Deliah C. Darhk
      Die Vorwürfe sind seit 25 Jahren bekannt.Wer danach mit Allen arbeitete tat das im Wissen um diese.Sich jetzt plötzlich energisch zu distanzieren ist schlicht Heuchelei.Immerhin haben diese Leute durch ihre Zusammenarbeit Woody Allen im Wissen um die Vorwürfe willentlich in seiner Arbeit unterstützt.Da könnte man eher noch SIE als Begünstiger abstrafen und diese Darsteller/innen boykottieren.
    • Greenleaf
      Einst gefeierte und unantastbare Namen wie Weinstein, Polanski, Singer oder Allen geben diesem Thema schon einen gewissen Beigeschmack.
    • Greenleaf
      Es wäre interessant zu erfahren, wer diese Aktivisten im Hintergrund steuert und bezahlt. Vor kurzem noch krähte kein Hahn danach und inzwischen haben sie die Macht, die mächtigsten Leute in der Showbranche hochzunehmen. Selbst die, die sich nach Jahrzehnten gesellschaftlich vollkommen rehabilitiert hatten.
    • Gravur51
      Ja sicher, sie bereuen ihre Zusammenarbeit mit ihm, obwohl diese Zusammenarbeiten deutlich nach 1992 stattfanden und diese Schauspieler bestimmt zur Genüge über die Vorwürfe Bescheid wussten. All diese Idioten in Hollywood, leider gehört für mich nun auch Colin Firth dazu.
    • Philipp H.
      Finde es schon heuchlerisch. Die Vorwürfe stehen ja seit 1992 im Raum. Ja, es gab nie eine Anklage, aber trotzdem finde ich es merkwürdig, dass jetzt alle sagen, wir drehen nie wieder mit ihm bzw. es war ein Fehler, mit ihm zu drehen. Dann sollen sie es doch von Anfang an lassen, mit ihm zu drehen. Übrigens ist in der aktuellen Debatte viel Scheinheiligkeit dabei. Ein Mel Gibson, der ja behauptet hat, dass alle Juden für das schlimmste auf der Welt verantwortlich sind, wurde erst abgestoßen und bekam keine Rollen und jetzt nach ein paar Jahren ist er wieder gefragt. Hollywood muss sich da auch mal gründlich hinterfragen.
    • Sentenza93
      Was ein Haufen Heuchler. Jetzt auf einmal. :D
    • Cirby
      Er werde nie wieder mit diesem Regisseur drehen. Ui, da muss ja etwas vorgefallen sein am Set oder ist Allen einfach unsympathisch?
    • Michel M.
      Ist wohl jetzt modern in Hollywood, dass es Frauen nach Jahren mal einfällt, dass sie sexuell belästigt oder misshandelt wurden. Die Unschuldsvermutung gilt für Männer in Hollywood nicht mehr. Das traurige ist, dass viele Männer bei diesem Mist mit machen (siehe golden Globe Verleihung).
    • Luphi
      So langsam wird's lächerlich. Das ist doch alles pure Heuchelei. Die Vorwürfe bestehen seit 20 Jahren. Warum erst jetzt? Mal ganz davon abgesehen dass diese Vorwürfe auch äußerst zweifelhaft sind, kommt dieser Sinneswandel doch etwas spät. Es wussten doch alle davon.
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