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    50-Millionen-Dollar-Klage abgewendet: Netflix einigt sich mit Satanisten
    Von Christoph Petersen — 22.11.2018 um 16:20
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    Netflix hat bei der Produktion der Serie „Chilling Adventures Of Sabrina“ offenbar ein Statuen-Design der Satanisten-Gemeinschaft The Satanic Temple gestohlen. Nun haben sich beide Seiten noch vor einer offiziellen Verhandlung gütlich geeinigt.

    Netflix

    In den ersten Folgen der Netflix-Serie „Chilling Adventures Of Sabrina“ geht es vor allem darum, dass die Teenager-Hexe Sabrina (Kiernan Shipka) dem Dunklen Lord an ihrem 16. Geburtstag ewige Treue schwören soll. Dabei taucht der Dunkle Lord zwar nicht persönlich auf, aber wir bekommen zumindest eine Statue von ihm zu Gesicht. Allerdings haben die Serien-Schöpfer sich das Design des Mannes mit dem Ziegenkopf offenbar nicht selber ausgedacht. Stattdessen sieht die Statue in der Serie ziemlich exakt so aus wie die Baphomet-Statue, die die Satanisten-Gemeinschaft The Satanic Temple selbst entworfen hat.

    Der Satanic-Temple-Mitbegründer Lucien Greaves, der zugleich auch als Sprecher der Gemeinschaft fungiert, hat diesen Umstand direkt auf Twitter angekreidet und auch gleich juristische Konsequenzen gegen die Serien-Macher und den Produzenten Netflix angekündigt. Damals wollte er ursprünglich erreichen, dass die Statue aus der Serie entfernt wird. Und zumindest was die Anschuldigung angeht, dass das Design geklaut sei, fällt es uns tatsächlich sehr schwer, ihm da zu widersprechen. Oder anders ausgedrückt: Das erkennt auch ein Blinder mit ´nem Krückstock, dass sich da ein Requisiten-Designer die Arbeit sparen wollte! Zwar ist ein sehr ähnliches Aussehen von Baphoment an sich schon in Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert zu finden, doch einige Details – wie etwa die beiden Kinderfiguren, die den „Sabrina“-Baphomet anbeten – wurden wohl tatsächlich vom Design des Satanic Temple übernommen.

    Inzwischen hat offenbar auch Netflix eingesehen, dass die Chancen, die Klage komplett abzuwehren, in Anbetracht der Beweislage wahrscheinlich nicht so wahnsinnig hoch gewesen wären. Deshalb hat sich der Streaming-Anbieter nun mit The Satanic Temple auf einen Vergleich geeinigt, noch bevor die Verhandlung über die 50-Millionen-Dollar-Klage der Satanisten überhaupt offiziell verhandelt wurde. Nicht zu dem Vergleich gehört dabei, dass die Statue aus der Serie entfernt werden muss. „Chilling Adventures“-Fans müssen sich also keine Sorgen machen – weder wird die Serie von Netflix verschwinden, noch muss sie nachträglich zensiert oder digital überarbeitet werden.

    Dafür hat sich Netflix allerdings bereit erklärt, den Satanic Temple im Serienabspann als Urheber des Designs der Statue zu nennen. Zudem dürfte Netflix eine gewisse Summe als Honorar beziehungsweise Schadensersatz an den Tempel zahlen – über diesen Teil der Vereinbarung wurde zwischen den Parteien allerdings Stillschweigen vereinbart, weshalb wir die genaue Höhe der gezahlten Summe nicht wissen. Sie dürfte allerdings sehr deutlich unter den ursprünglich geforderten 50 Millionen Dollar gelegen haben.

    Die zehn Folgen der ersten Staffel „Chilling Adventures Of Sabrina“ stehen aktuell zum Abruf auf Netflix bereit. Zudem wurde kürzlich überraschend noch ein Serien-Weihnachts-Special angekündigt, das ebenfalls noch in diesem Dezember auf Netflix veröffentlicht werden soll.

     

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    Kommentare
    • Sidekick
      Und so wurde Netflix zum Werkzeug das Satans.
    • Man Drake
      Wo soll das atheistisch sein, wenn sie Baphomets-Statuen verwenden?
    • s
      Es ist eine atheistische Organisation, die nichts mit okkulten oder esoterischen Praktiken zu tun hat.
    • Torsten
      Pseudosekte ,die alte ,teils heilige Symbole der Antike für ihren Mist missbrauchen ,Beispiel Pentagramm ,dass ursprünglich ein positives Symbol war .
    • greekfreak
      Sorry,aber der Begriff Satanist ist ziemlich diskriminierend,die poltisch korrekte Bezeichung ist Anhänger,des Höllenfürsten und nein,damit ist NICHT Dieter Bohlen gemeint.
    • Vargo
      Der Chef der Satanisten heißt Lucien Greaves? Heilige Scheiße. Die leben das Klischee. :D
    • Cirby
      Nicht schlecht. Da hat Netflix einer Randreligion finanziell unter die Arme gegriffen.
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