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    Die Macher von "Friedhof der Kuscheltiere" erklären die größte Änderung gegenüber Stephen Kings Vorlage
    Von Björn Becher — 08.02.2019 um 07:38
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    Der neue Trailer zu „Friedhof der Kuscheltiere“ macht es schon deutlich: Eine wortgetreue Adaption des Romans sollte man nicht erwarten. Es gibt große Änderungen und die Macher erklären nun die Gründe für eine besonders offensichtliche Abweichung.

    Paramount Pictures

    Als wir im Sommer 2018 das Set von „Friedhof der Kuscheltiere“ besuchten, verrieten uns die Macher schon, dass man das ein oder andere Element der Vorlage geändert hat. „Wir machen einige große Änderungen“, deutete es Hauptdarsteller John Lithgow am deutlichsten an. Doch verraten wollte noch niemand, wie man genau von der Vorlage abweicht. Da sollen wir uns überraschen lassen, hieß es. Doch der neue Trailer verrät nun schon (auch sehr überraschend) ziemlich viel. Produzent Lorenzo di Bonaventura und die Regisseure Dennis Widmyer und Kevin Kölsch haben nun über ihre Gründe für eine der Änderungen gesprochen.

    Auch wenn wir uns in diesem Artikel ausschließlich auf das Trailermaterial und die Aussagen der Macher beziehen und auch selbst nicht wissen, wie sich das Geschehen im finalen Film dann wirklich entfalten wird, soll es hier trotzdem eine kleine Spoiler-Warnung geben. Wer bislang auf das Anschauen der Trailer verzichtet hat und einfach rein gar nichts über den Film wissen will, sollte nicht weiterlesen.

    Die offensichtlichste Änderung

    In „Friedhof der Kuscheltiere“ bezieht die Familie Creed ein neues Anwesen und freundet sich schnell mit Nachbar Jud Crandall (John Lithgow) an. Als die Katze der Creeds getötet wird, trifft Jud eine folgenschwere Entscheidung. Damit die Kinder der Creeds ihr Haustier zurückbekommen, zeigt er Louis Creed (Jason Clarke) einen mystischen Friedhof im Wald. Was dort begraben wird, kehrt zurück – doch es ist verändert. Und als eines seiner Kinder überfahren wird, sieht sich Louis in seiner Trauer dazu getrieben, erneut die Macht des Friedhofs zu bemühen...

    Und hier kommt die erste große Änderung gegenüber der Buchvorlage, die der Trailer schon verrät. Im Buch (und auch in der ersten Verfilmung von 1989) stirbt der kleine Gage. Doch die Macher entschieden sich für die Neuverfilmung, dass seine ältere Schwester Ellie von den Toten zurückkehrt.

    Mehr Gefahr, mehr Psychologie… und die Ethik

    Im Gespräch mit Entertainment Weekly begründen Produzent Lorenzo di Bonaventura sowie die Regisseure Dennis Widmyer und Kevin Kölsch dies unter anderem damit, dass auf der Kinoleinwand ein acht Jahre altes Killermädchen bei physischen Attacken einfach eine deutlich furchteinflößendere Figur abgibt als ein Kleinkind von zwei, drei Jahren. Dabei sprechen sie einen guten Punkt an. In einem Roman ist das kein Problem, in einem Film, wo man das Geschehen zeigen muss, schon. Wir erinnern uns schließlich alle an die erste Verfilmung aus dem Jahr 1989 von Mary Lambert, wo eine Puppe in diesen Szenen als Gage-Ersatz zum Einsatz kam. Das Ergebnis ist nach Meinung vieler Zuschauer teilweise eher unfreiwillig komisch als furchteinflößend.

    Zudem glauben die Macher, dass sie mit dieser Figur eine Brücke zu Kings Buch schlagen. Dort greift das wiederauferstandene Kind schließlich die Personen nicht einfach nur mit Gewalt an, sondern schüchtert sie auch mit Psychospielchen ein. Und das könne man laut Kölsch mit dem Kleinkind einfach nicht machen: Er ist daher überzeugt, dass die neue Verfilmung durch diese starken Änderungen sogar wieder näher am Buch ist als die Version von 1989. Die Leute werden sich vielleicht wundern, warum Ellie bestimmte Worte sagt, doch das seien Dinge, die direkt aus dem Buch genommen wurden, so der Regisseur

    Zudem bringe ein acht Jahres altes Kind auch eine andere Form von Psychologie mit. Ellie würde verstehen, was passiert ist. Sie versteht, dass sie überfahren wurde, dass sie tot war und nun plötzlich wieder lebt. Und sie würde auch verstehen, wie man eine Figur psychologisch zerstören kann.

    Schlussendlich sei es aber auch eine ethische Entscheidung. Für die Rolle des drei Jahren alten Gage wurden die Zwillinge Hugo und Lucas Lavoie verpflichtet und solche kleinen Kinder könne man diesen brutalen Szenen nicht aussetzen, würde zudem Gefahr laufen, dass diese Fantasie und Realität verwechseln. Ellie-Darstellerin Jeté Laurence wurde während der Dreharbeiten dagegen schon elf Jahre alt, verstand komplett, dass die brutalen Szenen nur Schauspielerei seien.

    Ellies tragende Rolle im Roman

    Die Macher weisen außerdem auch noch darauf hin, dass sie damit im Geiste der Vorlage von Stephen King handeln. „Es hier auf Ellie zu ändern, ergibt in der Geschichte wirklich Sinn“, erklärt Kevin Kölsch so in einem Presse-Statement und sein Kollege Dennis Widmyer ergänzt: „Eine Sache, die uns am Roman gefallen hat, ist, dass es immer Ellie ist, die Fragen über bestimmte Dinge stellt. Sie will wissen, ob ihre Katze eines Tages sterben muss und stellt all diese großen Fragen. Es fühlte sich also richtig an, dass sie es ist, die diese Fragen an ihren Vater zurückspielt. So werden die früheren Gespräche, die sie hatten, aufgelöst. Es fühlte sich richtig an, diese Thematik zu verknüpfen.

    Wir geben zu: Dadurch könnte „Friedhof der Kuscheltiere“ eine neue, interessante Ebene bekommen. Wie sich diese Änderung genau auswirkt, erfahren wir ab dem 4. April 2019 im Kino. Dann startet die King-Adaption, die uns auch noch mit mehr Änderungen überraschen dürfte. Schließlich wird im Trailer schon mehr als stark angedeutet, dass das Kind der Creeds nicht ganz alleine zurückkehrt…

    Wer noch mehr über „Friedhof der Kuscheltiere“ erfahren will, kann sich bei uns noch einmal den neuen Trailer anschauen und auch unseren ausführlichen Bericht vom Set lesen. Ein Interview mit Produzent Lorenzo di Bonaventura, das wir im Rahmen unseres Besuches am Set geführt haben, folgt zudem noch.

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    Kommentare
    • Pändabar
      Also grundsätzlich finde ich es schwierig, bei Adaptionen immer von 'Remake' zu sprechen: Ein Buchstoff wird fürs Kino adaptiert, das kann einmal passieren, aber genauso auch öfter.Es ist also kein Remake, nur weil es schon mal einen Film mit der Vorlage gab.
    • Bruce Wayne
      Die Regisseure meinen, dass ihr Charakter derjenige sei, welcher die ganzen Gespräche bezgl. Tod und Leben mit ihrem Vater führen würde. Demnach macht es schon Sinn, dass sie diejenige ist, welche betroffen sein wird.
    • Dominik König
      Das schien mir schon beim ersten Trailer reichlich dick aufgetragen. Aus normalen Nachbarskindern, die ihre toten Spielgefährten begraben, macht man mit Trommel, Bollerwagen und Tiermasken die reinste Sektenprozession. Ziemlich reißerisch...
    • Kai Neck (Haehnchen)
      Also wenn du das Buch gelesen hast, wirst du mit dem damaligen Film nicht mehr viel anfangen können... ist eine der schlechteren King Verfilmungen.Ansonsten erscheint mir die Neuverfilmung hier doch sehr frei mit dem Buch umzugehen...Schon die damalige Verfilmung war von dern ganzen Stimmung her nicht all zu dicht am buch und hat auch wesentliches unter den Teppich gekehrt. Und war in der tat eher unfreiwillig komisch als wirklich gruselig...Aber die Änderungen hier sind keine Kleinigkeit, und offenbar plant man gleich mehrere Figuren zurückkehren zu lassen und auch das wäre ne heftige Änderung zum Buch die auch nicht wirklich gut passen würde...Da mir der Cast aber zusagt, und ich Kings Bücher immer gern gelesen habe, und auch die meisten Verfilmungen durchaus unterhaltsam finde (ja Meisterwerke sinds im Grunde nie) geb ich dem streifen wohl ne Chance... aber vermutlich nur via VoD oder so, Kino nein.
    • Cirby
      Wie kommst du darauf? Im Text steht nichts davon, dass ihr Part im Buch besonders groß sei. Und selbst wenn, macht dies noch lange nicht gleich Sinn, sie zum Antagonisten umzuschreiben.
    • happybob 6.
      Ähem, keine Ahnung welches Buch die Macher gelesen haben, aber offensichtlich nicht das von Stephen King. Was da zurück kommt ist eben nicht die Person, die man begraben hat. Also bitte nicht so ne pseudopsychologische Erklärung. Persönlich find ich die alte Verfilmung echt gut und hätte auch kein Remake gebraucht. Ist natürlich leichter, als sich selbst was einfallen zu lassen. Wird scheinbar genau wie ES ne Enttäuschung. Nur meine Meinung.
    • Bruce Wayne
      Finde ich überhaupt nicht. Wenn ihr Charakter im Film bzw. Buch tatsächlich aktiver und mehr ausgebaut ist, dann macht es nur Sinn ihrer Figur auch die Rolle des Antagonisten zu übertragen.
    • Cirby
      Sind recht viele vorgeschobene Gründe, die mit heutigen Mitteln alle gelöst werden könnten.Entweder mangelte es hier an Einfallsreichtum oder an den Mitteln, es umzusetzen.
    • Dennis Beck
      Ergibt Sinn und halte ich durchaus für vertretbar. Aber die Kinder vom Walde stören mich. Warum die? Beim Sichten des Trailers hatte ich einen kurzen Sinister-Flashback.
    • Kein_Gast
      Macht durchaus Sinn. Stimme jedem Punkt zu.
    • isom
      Ich halte Pet Sematary tatsächlich für eine der schlechtesten Verfilmungen eines seiner Bücher ,vielleicht wird trotz der Änderungen der neue Film besser .
    • Rockatansky
      Ergibt durchaus Sinn, viel spannender macht es das für mich aber nicht. Pet Sematary ist tastsächlich eins der wenigen Bücher King's welches ich bisher nicht gelesen hab. Veilleicht sollte ich das mal nachholen. Der Film war ok. Das einzige was ich daran richtig gut fand, war der Filmsong und der wurde skanalöser Weise 1990 für die Goldene HImbeere nominiert. Tsss...
    • Shusher
      Klingt zwar alles durchaus verständlich aus Sicht der Filmemacher, lässt mich persönlich aber trotzdem irgendwie unzufrieden zurück. Es ist nun mal eine Verfilmung eines Buches und solche drastischen Veränderungen (vor allem das mit den mehreren Rückkehrern) find ich als King-Fan schwierig.Würde mich zudem brennend interessieren, was der Meister selbst dazu sagt...:)
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