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    Top oder Flop? So ist Christopher Nolans "Tenet" in den USA und China angelaufen
    Von Christoph Petersen — 07.09.2020 um 09:20
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    Nachdem „Tenet“ bereits in der vorherigen Woche in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, die Erwartungen zum Start übertreffen konnte, wanderte der Blick an diesem Wochenende Richtung USA und China, den zwei wichtigsten Kinomärkten der Welt.

    Warner Bros.

    Wie viel muss „Tenet“ einspielen, um in diesen Zeiten als Erfolg zu gelten?

    Eine Frage, die gar nicht so einfach (wenn überhaupt) zu beantworten ist. Etwas leichter fällt da schon die Rechnung, ab wann der mehr als 200 Millionen Dollar teure Sci-Fi-Blockbuster wohl grüne Zahlen schreiben wird. Laut Analysten dürfte das ab einem weltweiten Einspielergebnis von etwa 500 Millionen Dollar der Fall sein...

    Nachdem „Tenet“ in Deutschland, Frankreich, Italien und weiteren Ländern am Wochenende zuvor etwa doppelt so viel wie erwartet eingespielt hat, standen in der vergangenen Woche nun auch die Starts in den USA und China auf dem Programm:

    "Tenet" in den USA

    In den USA hat „Tenet“ inklusive Previews 20 Millionen Dollar am ersten Wochenende in die Kassen gespült. Das ist das niedrigste Startergebnis eines Films von Christopher Nolan seit „Prestige“.

    Aber man muss eben auch beachten: In den USA gelten nicht nur wie in Deutschland strenge Hygienevorschriften und Kapazitätsbegrenzungen – in gerade für die Branche extrem wichtigen Staaten und Städten, darunter den beiden Top-Märkten Los Angeles und New York, sind die Kinos noch überhaupt gar nicht wieder geöffnet. (Deshalb gibt es auch die Geschichten von Superfans, die extra in einen anderen Bundesstaat geflogen sind, um „Tenet“ trotzdem zum Start sehen zu können.)

    „Tenet“ dürfte sich in den USA deshalb nicht nur aufgrund der mangelnden Konkurrenz in den nächsten Wochen und Monaten sehr gut halten – es werden auch zunehmend neue Märkte innerhalb der USA dazukommen, die das Einspielergebnis an den kommenden Wochenenden ungewöhnlich stabil halten könnten. Noch lässt sich also überhaupt noch nicht einschätzen, wie das US-Ergebnis zu bewerten ist.

    "Tenet" in China

    Auch in China gelten noch Einschränkungen. Trotzdem haben die vergangenen Wochenenden, an denen einige einheimische Produktionen schon wieder Blockbuster-Besucherzahlen auf Vor-Corona-Niveau erreicht haben, eindrucksvoll gezeigt, was auch in diesen schwierigen Zeiten alles möglich ist. „Tenet“ hat am ersten Wochenende nun 30 Millionen Dollar eingespielt, was in etwa den Erwartungen an einen neuen Christopher-Nolan-Blockbuster entspricht.

    Gereicht hat das Ergebnis allerdings nur für den zweiten Platz in den Charts: An der Spitze steht weiterhin das patriotische Kriegs-Epos „The Eight Hundred“, das mittlerweile mehr als 300 Millionen Dollar an den chinesischen Kinokassen umgesetzt hat.

    Während die 30 Millionen Dollar für „Tenet“ voll im Rahmen liegen, gibt es allerdings zwei Hinweise darauf, dass das Gesamtergebnis für den Sci-Fi-Actioner in China wenig beeindruckend ausfallen könnte:

    •  In den chinesischen Filmbewertungs-Portalen schneidet „Tenet“ deutlich schwächer ab als die vorherigen Christopher-Nolan-Filme. Die Mundpropaganda dürfte sich also in Grenzen halten.
    •  Viele der Kinos, die am Starttag noch „Tenet“ gespielt haben, zeigen inzwischen schon wieder „The Eight Hundred“. Der Plan, aufgrund mangelnder Konkurrenz länger als gewöhnlich in den Kinos zu laufen, scheint also zumindest in China nicht aufzugehen.

    Das chinesische Ticketportal Maoyan sagt für „Tenet“ aktuell ein – bescheidenes – Endergebnis von gerade einmal 66 Millionen Dollar voraus (das wäre gerade mal eine Verdopplung der Zahlen der ersten drei Tage und damit das genaue Gegenteil eines Dauerläufers).

    "Tenet" global

    Weltweit liegt „Tenet“ aktuell bei einem Einspielergebnis von 150 Millionen Dollar – aber da das Langstrecken-Konzept mit Ausnahme von China aktuell aufzugehen scheint, liegt ein Endergebnis jenseits der halben Milliarde Dollar laut Analysten weiterhin im Rahmen des Möglichen.

    Schon jetzt lässt sich sagen: Das Risiko, das Christopher Nolan und Warner Bros. mit der Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt eingegangen sind, wird zumindest nicht zu größeren Verlusten führen – und womöglich zahlt es sich für die Macher sogar aus. Sichere Gewinner sind hingegen die Kinos, von denen viele weitere Wochen ohne Blockbuster wohl nur schwer oder gar nicht überstanden hätten...

    „Tenet“ läuft seit dem 26. August 2020 in den deutschen Kinos.

     

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    Kommentare
    • HalJordan
      Das bestreite ich auch nicht. Christopher Nolan hat hier allerdings auch einen Sonderstatus. Es gibt momentan keinen Regisseur, der so ein gigantisches Budget erhält und eine eigene Geschichte in Blockbusterform zelebrieren darf. Die meisten Blockbuster sind nun mal Remakes, Sequels, Prequels etc.
    • Defence
      Das sind ja die Zahlen, die der User Jan Reuter auch nannte. Deswegen halte ich diese auch für realistischer als die im Artikel genannten 500 Millionen, die mir doch sehr niedrig angesetzt scheinen, um zumindest die schwarze Null zu erreichen.
    • Felix Haberkorn
      Also ich glaube das gründet sich auf den Prognosen, die es gab. Und ich glaube nach dem ersten WE waren es in Deutschland gut über 300.000 Zuschauer. Das sind mehr als bei seinen letzten beiden Filmen meine ich. Insofern erfolgreich. Aber abschließend wird man des Ende des Jahres mal beurteilen kann.
    • Felix Haberkorn
      Das hat aber auch mehr mit dem MArketing und weniger mit den reinen Produktionskosten zu tun. ich galube, da muss man unterscheiden. Und gerade in Corona Zeiten sind die Marketingkosten sicher nochmal extra gestiegen, durch die schwierige Planung.
    • Felix Haberkorn
      Also Tenet ist mit Sicherheit keine ausufernde Blockbuster Action. Da steckt schon viel Kreativität dahinter.
    • Felix Haberkorn
      Also es gibt genug Filme, die sowas auch wieder einspielen. Gerade auch Nolans Filme haben, obwohl die letzten davon sehr teuer waren, locker ihr Geld wieder eingespielt. Das hat nicht so viel mit Glück zu tun, sondern schon mit Qualität, mit geschickten MArketing.
    • Felix Haberkorn
      Ist immer die Frage wie man das definiert. In diesen Zeiten muss ein Film auch mal in den sauren Apfel beißen, um voran zu gehen. Solange er sich aber am Ende rechnet, und zumindest ein klein wenig mehr einspielt, als er inklusive Marketing gekostet hat, ist es doch als Erfolg zu werten. Man muss ja auch bedenken, dass er insgesamt mehr Spielzeiten bekommt, wegen fehlender Konkurrenz. Außerdem wird wohl mehr Wochen in den Kinos laufen als sonst. Möglicherweise, so könnte ich mir das für die USa vorstellen, gibt es da in bestimmten Ecken nochmal Ende oder Anfang des Jahres eine kurzzeitige Wiederaufführung.
    • Larry Lapinsky
      Interstellar hab ich ganz anders empfunden und fand ihn super (4,5 bis 5). Bei Dunkirk hat mich schon auf hohem Niveau etwas gestört (4 Sterne), aber ich konnte nicht sagen, was. Bei Tenet (3,5) hab ich es zum ersten Mal direkt gemerkt: leblose Figuren, die mich nicht berühren.
    • Sentenza93
      Freut mich zwar, dass er ins Kino kam, aber ein Hit bzw. in den positiven Bereich wird der wohl nicht kommen. Einfach zu teuer dafür.
    • Jimmy v
      Interstellar fand ich zu erklärwütig und für Doofe gemacht. Hat die Figuren auch irgendwie unlebendig sein lassen.Bei Dunkirk waren mir die Figuren völlig egal. Und so war das dann bei Tenet irgendwie auch.
    • HalJordan
      Alles richtig. Ich würde mir wünschen, die Studios würden (wieder) mehr Wert auf Kreativiät legen, statt auf ausufernde Blockbuster-Action. Ein Blockbuster kann auch bei einem kleineren Budget hochwertig aussehen. Von der Qualität ganz zu schweigen. Shazam! war im vergangenen Jahr so ein positives Beispiel. ⚡️🎬
    • Larry Lapinsky
      Der dritte bei mir nicht, aber der erste auf jeden Fall auch ...
    • detommy
      Ich glaube ein Film wie Tenet sollte einfach keine 200+ Mio kosten. Wie soll dieser Film denn profitabel sein, selsbt ohne Corona wäre das eine Mammut-Aufgabe gewesene. Blade Runner 2049 lässt grüßen. Wir haben es hier nicht mit einem Franchise oder Familienfilm an Weihnachten zu tun, die Zielgruppe ist einfach nicht groß genug, das erforderliche Einspielergebnis meiner Meinung nach utopisch.Mit viel Glück kann das funktionieren. Aber in der Regel sollte das nicht funktionieren. Auch bei Dune denke ich, sind die Produktionskosten einfach zu hoch um diese wieder einzuspielen. Mit einer Marke wie Star Wars oder Avengers ist das einfach nicht zu vergleichen. Nichtsdestotrotz freue ich mich natürlich, dass solche Filme realisiert werden.Vielleicht sollte man auch die Regisseure stärker beschränken um so deren Kreativität zu fordern und zu fördern. Extremes Beispiel finde ich Duncan Jones der mit vergleichsweise wenig Mitteln mit Moon einen super Sci-Fi abgedreht hat nur um dann mit exorbitantem Budget den Warcraft-Rohrkrepierer zu realisieren.
    • Defence
      Das die Budgets die letzten Jahre regelrecht explodiert sind, lässt sich recht einfach nachvollziehen.Schaut man sich dazu die (immer länger werdende) Liste der Filme an, die trotz Einnahmen von 100terten Millionen zumindest als sogenannter Bubble Movie (zuviel eingespielt, um als waschechter Flop zu gelten, zu wenig, um das Risiko weiterer Filme einzugehen für ein geplantes Franchise - Terminator Genysis z.b. gilt als solcher Film, dabei hat Genysis sogar das zweithöchste (!) Einspielergebnis aller bisherigen Terminatorfilme), häufiger aber sogar als finanzieller Flop gewertet werden (müssen), zeigt doch eine immense Diskrepanz, was Kosten/Einnahmeverhältnis betrifft und eine bedenkliche Entwicklung.Ein Film, der z.b. mit einer HALBEN MILLIARDE an den Kinokassen immer noch rote Zahlen schreibt o. bestenfalls eine schwarze Null rauskommt, kann man doch kaum noch rational erklären, finde ich.Klar gibt es inzwischen auch Milliarden-Blockbuster wie nie zuvor, aber trotzdem nicht als Normalität zu bezeichnen, da die allermeisten Filme immer noch (weit) unter dieser Grenze bleiben..
    • Questor
      Woher kommt die Einschätzung dass das Budget völlig überzogen und absurd ist? Das klingt erstmal sehr stark nach einem Bauchgefühl und da haben wir das Problem: Eine Generation früher hätte auf der gleichen Grundlage erklärt, dass alles über 50mio absoluter Wahnsinn sei.
    • Phil K
      Nur kriegen die Studios nicht 100% der Kinoeinnahmen. Meist zwischen 40-50% (in China glaub ich sogar nur ein Viertel). Deshalb muss ein Film meist immer so Pi mal Daumen das dreifache einnehmen um profitabel zu werden.
    • Defence
      Geht man von der bisher weitverbreiteten Berechnungsgrundlage aus, das zum eigenlichen Budget noch in etwa der selbe Betrag für das Marketing dazukommt, somit eine Verdoppelung der Kosten, klingen die von Dir genannten Zahlen schon realistischer, um überhaupt aus der Verlustzone zu kommen.Schon vor Corona ein Hamsterrad sondergleichen, jetzt durch die diversen Coronaeinschränkungen wie z.b. limitierte Platzkapazitäten im Kino, eine Mammutaufgabe und extrem hohe Hürde.
    • Rockatansky
      So oder so, auf alle Fälle mutig den Film bei einem derart großen Budget (und dazu auch ein kein risikoarmer Nummer-Sicher-Film à la Disney etc.) in solch unsicheren Zeiten starten zu lassen. Allein hierfür drück ich die Daumen, dass am Ende ein bisschen was über bleibt. Als Nolan-Fan sowieso. Bin aber auch ein bisschen bei Defence, derartige Summen sind langsam auch echt pervers.
    • Jimmy v
      Für das Kino wären die weiteren Einnahmen ja gut, aber inhaltlich hat der Film das nicht verdient. Ich war von Tenet eher enttäuscht. Ist nun schon der dritte Nolan-Film in Folge, der mich überhaupt nicht überzeugen konnte (und das auch aus ähnlichen, wenn auch nicht vollends deckungsgleichen Gründen).
    • WhiteNightFalcon
      Stimmt. Kein Blockbuster dürfte aktuell eigentlich für ein Budget von mehr als 100 oder 150 Mio in Produktion gehen, würde ich mal sagen.
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