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    Konkurrenz für Bully: Auch Netflix will wohl einen der größten deutschen Medienskandale verfilmen
    Von Markus Trutt — 20.10.2020 um 18:50
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    Michael Bully Herbig steckt derzeit in den Vorbereitungen einer filmischen Aufarbeitung des aufsehenerregenden Relotius-Skandals. Doch womöglich bekommt der Filmemacher dabei bald Konkurrenz von Streamingdienst Netflix.

    Netflix / Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten.

    Filmemacher und „Bullyparade“-Star Michael Bully Herbig hat bereits vor einer Weile seine Abkehr vom Comedy-Genre verkündet. Zumindest als Regisseur will er sich fortan ausschließlich ernsten Stoffen widmen – was er 2018 mit dem DDR-Drama „Ballon“ schon eindrucksvoll in die Wege geleitet hat. Als nächstes sollen ein Biopic über das Zauberer-Duo Siegfried & Roy sowie eine Verfilmung des Medienskandals um Claas Relotius folgen – so weit, so bekannt.

    Die 2018 aufgedeckte brisante Geschichte um den Journalisten, der besonders für den Spiegel über Jahre Reportagen teilweise oder gänzlich frei erfunden hat, hat aber so hohe Wellen geschlagen, dass nun offenbar auch Netflix Interesse an dem Stoff hat. Das geht aus dem täglichen Newsletter des Journalisten und Ex-Spiegel-Hauptstadtbüroleiters Gabor Steingart hervor (via DWDL).

    Demnach will Netflix angeblich ein Doku-Drama über den Relotius-Skandal – wahrscheinlich in Serienform – auf die Beine stellen.

    Doku-Drama vs. Spielfilm

    Von Netflix-Seite wurde die Meldung bislang zwar noch nicht offiziell bestätigt, laut Steingart hätten sich Verantwortliche des Streaminganbieters aber schon mit der Spiegel-Chefredaktion über Details ausgetauscht. Dass Netflix sein beliebtes Angebot an Doku-Reihen auch mit deutschen Stoffen anreichert, hat jüngst erst die Serie über den noch immer ungeklärten Mord am Politiker Detlev Rohwedder gezeigt.

    Sollte sich Netflix‘ Relotius-Vorhaben bewahrheiten, bleibt aber abzuwarten, inwiefern es wirklich in Konkurrenz zum Bully-Projekt tritt. Wie oben zu lesen, soll es sich dabei schließlich um ein Doku-Drama, also eine Mischung aus Dokumentation und nachgestellten Szenen, handeln, während Bully das Ganze als reinen Spielfilm aufzieht. Als Vorlage dient ihm dabei das Buch „Tausend Zeilen Lüge. Das System Relotius und der deutsche Journalismus“* von Relotius‘ Kollege Juan Moreno, der den Skandal 2018 enthüllte.

    Wann kommen die Relotius-Projekte?

    Die Relotius-Doku von Netflix soll voraussichtlich 2022 erscheinen. Wann wir mit Bullys Relotius-Film rechnen können, ist noch nicht bekannt. Da er sich aber zunächst seinem „Siegfried & Roy“-Biopic widmen wird, dürfte es erst nach dem „Konkurrenz“-Projekt von Netflix so weit sein.

    Bully als Tod vs. Hape Kerkeling als Teufel: Trailer zu "Der Boandlkramer und die ewige Liebe"

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