Marty Supreme
Durchschnitts-Wertung
3,9
113 Wertungen

29 User-Kritiken

5
5 Kritiken
4
7 Kritiken
3
4 Kritiken
2
6 Kritiken
1
4 Kritiken
0
3 Kritiken
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

11 Follower 413 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 10. März 2026
„I have an obligation to see a very specific thing through. And with obligation comes sacrifice.“

Seid 2008 sind die Safdie-Brüder (Josh und Benny) in der Filmbranche unterwegs und liefern energiegeladene und wilde Filme ab. Ich sah den ersten Film der Brüder 2019 („Der schwarze Diamant“ oder im Original „Uncut Gems“) und war beeindruckt von der pulsierenden und hektischen Atmosphäre des Films. Seid 2025 sind beide Brüder auch separat unterwegs an der Regiefront und so kam es, dass Josh Safdie sein erstes filmisches Werk drehte: „Marty Supreme“. Eine lose Verfilmung des Tischtennis-Spielers Marty Reisman, hier Marty Mauser genannt. Der Film ging schnell durch die Decke und wurde zur erfolgreichsten Produktion von A24 (dem Studio, welches den Film finanzierte). Zudem ist „Marty Supreme“ ein großer Anwärter auf die Oscars, wobei Timothée Chalamets Chancen auf die Trophäe als bester Hauptdarsteller deutlich gesunken sind, nach seiner unnötigen Aussage in einem Interview („Niemand interessiert sich für Ballett oder die Oper“)… Sehr schade, dass der Film auch dadurch in ein etwas negatives Rampenlicht gerückt wird, denn ohne dieses ganze Drama ist „Marty Supreme“ ein wirklich mitreißendes Filmerlebnis!

New York, in den 50ern: Der Tischtennisspieler Marty Mauser will ganz hoch hinaus. Sein Ziel ist der Weltmeistertitel. Doch dazu muss er am amtierenden Titelträger aus Japan vorbei. Ein fast noch größeres Problem ist die Teilnahme am Turnier, denn die kostet Geld. Doch Marty macht sich nicht viel aus Jobs. Er verfolgt nur sein Ziel und ist dafür bereit alles zu tun…

Wer ein klassisches Sport-Biopic erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht. „Marty Supreme“ erzählt zwar die Geschichte eines halb fiktiven, halb realen Tischtennisspielers, doch der Fokus liegt hier vielmehr auf den Abgründen, die mit der blinden Jagd nach Ruhm und Reichtum einhergehen. Marty selbst ist ein sehr unsympathischer und hinterhältiger Protagonist, der lügt, betrügt und zur Not einfach vom Tatort flieht. Er ist der Inbegriff eines Narzissten, hält sich für das Zentrum der Welt und denkt, dass er allein alles schaffen kann. Regisseur Josh Safdie und sein langjähriger Drehbuchautor Ronald Bronstein inszenierten den düsteren Trip durch die Hölle dieses unausstehlichen Charakters. Wie auch schon bei „Uncut Gems“ verfolgen wir vor allem den harten und gnadenlosen Weg zum Ziel der Hauptfigur. Und dieses Ziel scheint für Marty immer unmöglicher, er redet sich um Kopf und Kragen und ist immer öfter bereit seine Würde abzulegen. Und dieser wahnwitzige und teilweise erniedrigende Weg ist ein absoluter Fiebertraum und das im besten Sinne. Die Ereignisse werden immer verrückter und nicht selten steht das Leben einer oder mehrerer Menschen dabei auf dem Spiel. Und obwohl Marty ein teilweise widerlicher Typ ist, so kann er einem doch irgendwie nur Leid tun und man wünscht sich irgendwann sogar, dass er zumindest ein bisschen Glück in seinem Leben erfährt.

Diese Charakterstudie macht den Film so faszinierend und unterhaltsam. Dabei ist das Ganze sehr schnell und Energie-geladen inszeniert, typisch für die Safdies halt. Die Figuren schreien sich nicht selten an, reden übereinander und die Situationen eskalieren schnell mal. Das ist für manche Zuschauer*innen sicherlich anstrengend, aber genau dadurch vermittelt „Marty Supreme“ halt auch diesen konstanten Stress des Protagonisten. In der Hinsicht liebe ich auch den Rahmen des Films, der mit der Befruchtung einer Eizelle startet.

Der Cast ist großartig: Odessa A´zion als Martys Freundin ist klasse und Gwyneth Paltrow kehrt nach „Avengers Endgame“ das erste Mal wieder auf Leinwand zurück und liefert eine sehr beeindruckende Performance ab. Daneben brillieren auch Leute wie Abel Ferrara, der viele kontroverse Filme in den 80ern und 90ern drehte. Selbst der japanische Weltmeister, Koto Endo, wird von einem echten Spieler performed (Koto Kawaguchi). Was ich besonders liebe: Alle Darsteller*innen sehen abgenutzt, verschwitzt und einfach „normal“ aus. Der Film zeigt keine typischen Models, wie man sie sonst in den heutigen Hollywood-Produktionen sieht, sondern bietet Figuren, die nicht der klassischen Norm entsprechen. Das macht das ganze Erlebnis umso echter und greifbarer. Selbst Chalamet, der ja sonst als sehr attraktiv in seinen Filmen heraus sticht, zeigt hier auch mal seine „hässliche“ Seite. Ich finde auch, dass dies eine seiner besten Rollen ist. Man mag darüber streiten, dass er die Rolle so gut spielt, weil er selbst im echten Leben eher zur Arroganz tendiert, aber wenn ich nur seine Arbeit im Film betrachte, bin ich wirklich begeistert! Er selbst produzierte den Film auch mit.

Visuell ist „Marty Supreme“ ein absolutes Fest. Nicht nur die schicke Kameraführung von Darius Khondji ist umwerfend, auch der rasante Schnitt von Safdie und Bronstein ist der pulsierende Herzschlag des Films. Und auch wenn „Marty Supreme“ nicht unbedingt ein klassischer Sportfilm ist, so sind die Tischtennis-Szenen absolut mitreißend und atemberaubend inszeniert. Dabei zeigen Safdie und sein Team die Matches in einer recht klassischen und „realistischen“ Weise, doch die Energie der Spieler ist einfach fesselnd, ebenso die rasanten Ballwechsel!

Über dem Ganzen schwebt ein spannender Score von Daniel Lopatin, der einen hypnotisch, treibenden 80´s-Synth-Sound wählte. Ein starker Kontrast zum Setting der 50er, aber in gewisser Weise passt diese Entscheidung zur Thematik des Films: Was bedeuten deine einzelnen Erfolge in 20 Jahren? Und gibt es nicht andere Dinge, die vielleicht im großen Ganzen länger überdauern?

Fazit: „Marty Supreme“ ist ein wilder und mitreißender Trip, den man so schnell nicht vergisst. Eine spannende Charakterstudie, die trotz ihrer düsteren Momente eine positive Message bietet und filmisch gesehen unfassbar toll gemacht ist!
Michael
Michael

1 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 8. März 2026
Der mit Abstand übelste Film seit langem, den ich gesehen habe. Ein wirklich unsymphatischer Hauptdarsteller, der in einer völlig wirren Handlung, sein Ziel verfolgt. Zu keiner Minute hat man den Drang, ihn dabei unterstützen zu wollen. Auch bei allen anderen Darstellern ist keine Figur dabei, mit der man sich identifizieren kann. Der Hauptstrang der Erzählung ist so flach und vorhersehbar, wie am Ende offen.
Das Ganze permanent unterbrochen von wirren und lauten Nebenhandlungen, die zunehmend nerven. Sie langweilen, weil vorher klar ist, dass sie das Ziel nicht verhindern. Dabei wird permanent ein neues Problem präsentiert, das unrealistisch gelöst wird. Beim große Spiel am Ende versinkt die Handlung entgültig im Kindergartenniveau,. Das gilt nur für die Story, nicht für überflüssig Sex- und Gewaltszenen. Wenn ich ohne Begleitung im Kino gesessen hätte, wäre ich allerspätestens nach 1,5 Stunden rausgegangen. Aber das Baby zu Schluß guckt kurz lieb.
Bruce Willis
Bruce Willis

1 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 6. März 2026
Dieser Film gehört auf die 'Hälfte gekürzt. Es geht dauernd total chaotisch zu. Alles beim Tischtennis Ki only,das erinnert mehr an japanische Comics, ich selber spiele seit 30 Jahren. Gwyneth Paltrwo hat eine Ausstrahlung von einem Schneemann im dunkeln. Ihr Gesicht von Botox oder Alternativen rampuniert :(. Der Rest alles ganz nett, aber sicher kein besonders wertvoller Film ausser der realen Geschichte dahinter und den ersten paar Minuten.
Randle
Randle

3 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 4. März 2026
Leider war der Film für mich enttäuschend.
Diesem egomanischen durchgeknallten Typ 2,5 Stunden zuzusehen. ist kaum zu ertragen, die Gefühle seiner Geliebten kann man nicht verstehen.
Die Musik passt überhaupt nicht, obwohl an sich sehr gut.
Die Tischtennisszenen wirken wie schlecht eingeübt.
Jörg Krömer
Jörg Krömer

2 Kritiken User folgen

1,5
Veröffentlicht am 1. März 2026
Ein gehypter Film mit der größten Fehlbesetzung des Jahres. Chalamet ist total überschätzt und in dem Film hasst man ihn mehr als in seinen anderen. Eine oscarreife Leistung sieht anders aus. Das einzig Gute an dem Film ist die Kameraarbeit und ein paar der ausgewählten Lieder. Muss man nicht gesehen haben.
Michael Döring
Michael Döring

1 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 1. März 2026
Der Film ist NICHT der beste Film des Jahres!
Die Nominierung für 9 Oskars ist absolut ungerechtfertigt.
Nicht nur der Film ist schlecht, sondern auch die schauspielerische Leistung der Darsteller.
spoiler: Gefühlt zahlt der Zuschauer hier nur um Chalamet einmal ein bisschen in Action zu sehen (leider nur aus sexueller Perspektive)

Die Entscheidung der Oscar-Akademie ist eine Beleidigung für den Zuschauer der schon andere Filme gesehen hat, die für mehr als 5 Oscars nominiert waren.
Man wartet vergebens auf den Moment der den Film ansprechend macht. Eine positive Message, Motivation oder Inspiration sucht man vergebens. Am meisten bin ich enttäuscht von der Oscar-Akademie. Auf diese Nominierungen kann ich in Zukunft nichts mehr geben!
Wayne
Wayne

4 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 1. März 2026
Beginnen wir mit dem negativen: der Film ist sehr hektisch, sehr laut und hat nur wenige erholsame Momente.
Der vielgelobte Einblick in das leben der jüdischen Bevölkerung in NYC kommt mir persönlich viel zu kurz und ist zudem recht oberflächlich.
Wirklich gut sind die Tischtennisszenen. Wenn Timothée sie, wie behauptet wird, vorwiegend selbst eingespielt hat - Hut ab!
Alles in allem fehlt mir die Tiefe für einen wirklich guten Film.
Rob T.
Rob T.

7 Follower 430 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 1. März 2026
Pingpong. Ein kleines sportlicher Zeitvertreib. Könnte man jedenfalls meinen. Dabei ist Tischtennis ein großer Sport.

Marty Mauser (Timothée Chalamet) ist Mitte zwanzig und hat einen Traum. Er will kein Schuhverkäufer mehr sein. Er will auch nicht Geschäftsführer des Ladens werden, obwohl ihm das angeboten wird. Nein, er will Weltmeister werden. Im Tischtennis. Er ist der festen Ansicht, dass er der beste ist.
Das Problem: Er hat nicht genug Geld, um zu den Wettbewerben zu reisen - er muss es sich pumpen. Oder ergaunern.
Beim Turnier in London ist er dann auch sehr erfolgreich. Im Finale aber scheitert er am Japaner Koto Endo (Koto Kawaguchi). Koto hat eine Spielweise, mit der Marty nicht klarkommt.
Um zur WM nach Japan fliegen zu können, braucht er nun noch mehr Geld. Er versucht, seine Leute anzuzapfen - bis hin zur Freundin eines möglichen Sponsors, der Schauspielerin Kay Stone (Gwyneth Paltrow).

"Marty Supreme" heißt der neuartige Tischtennisball, der Marty im gleichnamigen Film präsentiert wird. Er ist rot - das macht ihn im Spiel sichtbarer, wenn die Spieler weiße Kleidung tragen.
Der Film von Josh Safdie handelt vom Tischtennis - aber vor allem davon, wie Marty Mauser atemlos versucht, Geld zu bekommen.
Und atemlos - das ist auch ein gutes Stichwort für diesen Film. Er lässt einem kaum die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen. "Marty Supreme" ist rasant, unglaublich dicht und schnell - faszinierend und fesselnd.
Timothée Chalamet spielt fulminant - ist aber gar nicht zwingend ein Sympathieträger. Denn Marty wirkt liebevoll, ist aber durchaus ohne Skrupel. Leute, die ihm nützlich sind, nutzt er aus. Er zeigt wenig liebevolle Emotionen - er ist im Tunnel. Es gibt einen einzigen Moment, wo ihm die Emotionen übermannen.
Nach 15 Jahren kehrt zudem Gwyneth Paltrow auf die Leinwand zurück. Kay beginnt mit Marty eine merkwürdige Affäre, er nutzt sie aus. Sie nutzt ihn aus. Die mehr als 20 Jahre Altersunterschied spielen keine Rolle.
Als Zuschauer weiß man oft gar nicht genau, ob man diesem Marty wirklich alles Gute wünschen soll - so oder so ist es aber packend, diesem schnellen Treiben zuzuschauen.
Cindy
Cindy

1 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 28. Februar 2026
Dieser Film hat eine sehr schlechte Handlung. Der Hauptcharakter ist einfach nur narzistisch, geldgierig und vergisst alle Menschen um sich herum. Der rote Faden geht zwischendurch immer wieder verloren und am Ende wird das Ziel nicht mal erreicht, das der Protagonist sich gestellt hat. Ich kann es nicht empfehlen diesen Film zu schauen. Es gibt definitiv bessere!
Lemmiblog
Lemmiblog

3 Follower 539 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 27. Februar 2026
NIE WAR TISCHTENNIS SPANNENDER

Marty sieht sich zu Höherem berufen als Schuhverkäufer zu sein, er ist schließlich der beste Tischtennisspieler der Welt. Blöd nur, dass bei den British Open plötzlich die Japaner mit einer völlig neuen Technik auftauchen und ihm den Rang ablaufen. Also muss Marty nicht nur irgendwie zur Weltmeisterschaft kommen, sondern nebenbei auch sein komplett chaotisches Leben irgendwie sortieren.

Marty Supreme geht ca. 145 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier einen Oscarkandidaten mit Timothée Chalamet, der hier wirklich abliefert wie ein Wahnsinniger. Solche Rollen kann er einfach, arrogant, charmant, kaputt und gleichzeitig faszinierend. Man nimmt ihm jede Sekunde diesen selbstverliebten Tischtennis-Messias ab.
Die Tischtennispartien sind der absolute Hammer. Unglaublich dynamisch inszeniert, dazu Dialoge wie Maschinengewehrsalven und mittendrin Marty, der mit seiner großen Klappe jeden Raum sofort an sich reißt. Der Typ ist so überzeugt von sich selbst, dass man ihn gleichzeitig feiern und ohrfeigen möchte. Manche Sprüche würden heute ganze Twitterblasen kollabieren lassen, aber genau deshalb funktioniert die Figur.
Trotz der langen Laufzeit kommt keine Langeweile auf. Martys Leben wird mit so vielen Ideen, Einfällen und absurden Momenten gefüllt das es faszinierend ist.
Die Musik ist fantastisch erst triumphal, dann immer schräger und chaotischer, bis sie im Finale völlig eskaliert. Sie passt sich perfekt Martys mentalem Zustand an. Dazu kommen unzählige, richtige gute Moneyshots, bei denen Auge und Herz gleichzeitig applaudieren.
Das Finale liefert dann blanke Pobacken, ein Match bei dem man vom Sitz hochgeht und eine Heulerei bis in den Abspann.
Unterm Strich bleibt ein Werk, das durchgehend unterhält und Figuren bietet, die wirklich hängenbleiben. Seit Forrest Gump war Tischtennis nicht mehr so cool.
Einzig die Kussszenen sind unangenehm, als würde man Schlangen dabei zusehen, wie sie ihre Kiefer ausklappen.

9,5/10 Punkten. Ne freche Klappe ist ne einsame Klappe. Marty lernt das und bezahlt jede Lektion mit seinem Stolz.
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
  • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
  • Die besten Filme