Als sich der palästinensische Teenager Noor (Muhammad Abed Elrahman) bei einer Demonstration im Westjordanland israelischen Soldaten gegenüberstellt, eskaliert die Lage und Noor wird schwer verletzt. Für Noors Mutter, Hanan (Cherien Dabis) scheint das nur ein folgerichtiges Kapitel in der entbehrungsreichen Geschichte ihrer Familie zu sein. Sie beginnt zu erzählen – vom Krieg, von ihrem Bruder Salim (Saleh Bakri) und von ihrem Großvater Sharif (Adam Bakri), der sich 1948 mit aller Kraft weigerte, das alte Jaffa und damit sein Haus und seinen Orangenhain zu verlassen, letztlich aber doch vertrieben wurde.
Menschlichkeit als ultimative Form des Widerstands
Von Susanne Gietl
Eigentlich wollte die Regisseurin und Schauspielerin Cherien Dabis ihren neuen Film in Palästina drehen, doch aufgrund der Hamas-Massaker des 7. Oktober 2023 und der anschließenden israelischen Invasion in Gaza musste das Team aus dem Land fliehen. Aber jetzt ist es umso zentraler, dass Dabis‘ generationenumspannendes Drama „Im Schatten des Orangenbaums“ ein Narrativ aus palästinensischer Sicht bietet. Das Drehbuch wurde inhaltlich zwar nicht nachträglich verändert, aber bei der Inszenierung wurde mehr Raum für Stille und Schmerz zugelassen, ohne deshalb gleich ins Rührselige abzugleiten. Trotz einer klar pro-palästinensischen Haltung ist Dabis‘ epische Familiensaga ein filmisches Friedensangebot und zeigt: Menschlichkeit ist eine Form des Widerstands, die einem niemand nehmen kann. Inzwischen sind deshalb auch die Hollywoodstars Mark Ruffalo („Avengers 5“) und Javier Bardem („F1 – Der F
Palästinische Familiensaga im Schatten des Gaza-Konfliktes
Die Familiensaga „Im Schatten des Orangenbaums“, die die Geschichte von drei Generationen im Kontext des Israel-Palästina-Konfliktes schildert, hätte ursprünglich sogar in den Palästinensergebieten gedreht werden sollen, allerdings sorgte die Invasion des Gaza-Streifens durch die israelische Armee zur Verlegung der Dreharbeiten nach Griechenland und Zypern.
Deutsche Koproduktion und jordanischer Oscar-Kandidat
Der Film „Im Schatten des Orangenbaums“ der palästinensischen Regisseurin Cherien Dabis wurde zwar von Jordanien als möglicher Kandidat für die Kategorie Bester internationaler Film bei den Oscars eingereicht, wurde aber auch mit deutscher Beteiligung produziert: So förderten die Mitteldeutschen Medienförderung, das Medienboard Berlin-Brandenburg und die Filmförderungsanstalt das Projekt mit insgesamt 525.000 €. In einer Nebenrolle ist übrigens a
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Weitere Details
Produktionsländer Deutschland,
Zypern,
Palästinia,
USA,
Jordanien,
Vereinigte Arabische Emirate