In einer filmischen Spurensuche beleuchtet Steffen Reck die Auswirkungen familiärer Kriegstraumata über Generationen hinweg. Ausgehend von seinem Großvater und Vater – Soldaten im Ersten bzw. Zweiten Weltkrieg – begibt sich der Regisseur auf eine persönliche Recherche, die ihn nach Litauen, Tschechien und an ein Außenlager des KZ Flossenbürg führt. Archivmaterialien wie Feldpostbriefe, Fotos und Ariernachweise treffen auf Erinnerungsfragmente und Gespräche mit seiner Tochter und seinem Bruder. Die verschiedenen Ebenen – historische Orte, familiäre Gespräche und persönliche Reflexionen – verdichten sich zu einem essayistischen Erzählfluss, der mit Traumbildern und assoziativen Montagen arbeitet. Züge werden zu Metaphern für Reisen durch Raum und Zeit, während der Suizid des Großvaters und das Schweigen des Vaters zentrale Leerstellen markieren. Der Film ist nicht nur eine Aufarbeitung familiärer Vergangenheit, sondern auch eine poetische Auseinandersetzung mit dem Prozess des Erinnerns selbst – und den Spuren, die das Unsagbare hinterlässt.