Die sogenannte „Zeitenwende“ zeigt sich auch innerhalb der Bundeswehr. In Schnöggersburg, Europas größter militärischer Modellstadt, werden Szenarien der Landes- und Bündnisverteidigung nicht nur trainiert, sondern zugleich öffentlich vermittelt. Die Beobachtung von Regisseurin Marie Wilke fügt zahlreiche Einzelmomente zu einer umfassenden Rundumsicht zusammen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln entsteht ein Bild des aktuellen Zustands des Heeres. Zwischen Presseterminen, Vereidigungen, Besucherführungen und inszenierten Rollenspielen entfaltet sich ein komplexer Alltag. Auch künstlich angelegte Infrastrukturen wie ein nachgebauter U-Bahn-Schacht gehören zu den Schauplätzen. In der Abfolge dieser Situationen wird ein Prozess sichtbar, in dem sich militärische Praxis, Selbstdarstellung und Ausbildung an veränderte politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen anpassen.