Südkorea im Jahr 1998: Während das Land sich politisch im Wandel befindet, besucht Young-oak eine Jungenschule, in der starre Rollenbilder und ein aggressives Machtgefüge den Alltag bestimmen. Sein weiblich konnotierter Name macht ihn zum Außenseiter in einer Umgebung, die von Konkurrenz, Gewalt und Hierarchien geprägt ist. Zwischen korrupten Lehrern und den brutalen Spielen seiner Mitschüler sucht er nach Zugehörigkeit und einer eigenen Identität. Auch seine Mutter Jeong-sun trägt eine innere Spannung in sich. Hinter ihrer nach außen gefassten Haltung verbirgt sich eine Vergangenheit, die sie lange verdrängt hat und die nun erneut an die Oberfläche drängt. Die persönliche Krise von Mutter und Sohn führt unausweichlich zu einer Auseinandersetzung mit der Geschichte. Dabei rückt ein nationales Trauma in den Mittelpunkt: der Aufstand auf Jeju vom 3. April 1948.
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