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Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 20. Oktober 2018
Drastisches Drama, das die Hoffnungslosigkeit des Protagonisten verdeutlicht, sich aber in seiner Konzentration auf Gewalt und, tatsächlich, Menschenhass bewusst psychologischer Nuancen verweigert.
Uff,also das ist schon ein Klotz. Von der ersten bis zur letzten Minute werden hier die Gedanken eines mit der Welt unzufrieden Misantrophen geschildert. Es geht um einen Menschen welcher sein Leben erzählt und nach einer bestimmten Szene,welche nichts für schwache Gemüter ist,plant sein Leben neu anzufangen. Ich persönlich fand den Film sogar relativ witzig. Mir hat diese pessimistische Einstellung zu allem und jedem einfach gefallen,aber dieser Film ist nichts für jedermann. Das fast einzige musikalische Stilmittel ist eine Geige welche je einen tiefen Ton von sich gibt und ein Pistolenschuss. So bleibt man immer hellwach,da man es anfangs nicht erwartet. Spannend ist der Film auch nicht,aber mich hat er einfach fasziniert.
Es gibt düstere, nihilistische Filme, dann gibt’s Filme, die sind noch finsterer und noch depressiogener und dann gibt’s “Menschenfeind”. Du liebe Zeit, selten habe ich einen schlimmeren, hoffnungslosen, abgründigen Film gesehen. Da ist ja fast nichts Positives in der Welt des Mannes hier und er hat auch nichts Positives über seine Mitmenschen und die Welt an sich zu sagen. Das muss man 1 1/2 Stunden auch erstmal aushalten können! Der Schluss ist da nur konsequent, so grauenvoll er auch ist. Immerhin gibt uns Regisseur Gaspar Noe vorher noch einen Countdown, um den Film noch rechtzeitig abzubrechen.
“Menschenfeind” ist per se kein schlechter Film, tatsächlich ist die Darstellung dieser völlig zerstörten, hoffnungslosen Seele ziemlich gut gelungen, auch die nihilistische Haltung des Protagonisten wird gut transportiert und spiegelt sich auch in den Bildern wider. Mich hat der Film aber am Ende dann aber doch zu sehr runtergezogen. Wer mal so richtig schlecht drauf kommen will, soll sich diesen Film hier anschauen – danach wirst du dich garantiert (!) schlecht fühlen. Mir hat das nicht zugesagt, jenseits des künstlerisch durchaus vorhandenen Werts ist mir der Film einfach zu finster und zu misanthropisch.