Zuallererst, "Der Hobbit" ist ein guter, schöner und unterhaltsamer Film. Der Anfang leitet langsam in das Geschehen ein. Einige finden es zu lahm und durch getreckt bis ins Nirgendwo, ich aber fand es in Ordnung und keinesfalls gähnend langweilig. Sobald die vertraute Musik einsetzt, kommt ein unglaubliches Hochgefühl in einem auf und man kann alles um sich herum vergessen.
Die Action, die ab der zweiten Hälfte so richtig aufgedreht wird, mag mit den wirklich ansehnlichen Effekten zu beeindrucken, auch wenn einiges das eine oder andere Mal etwas zu abgedreht daher kommt.
Zum "Humor": Nach all der ganzen Meckerei im Vorfeld, es sei zu albern und schräg, glaubte ich nun mit miesen und schlechten Witzen zugedröhnt zu werden... Ist nicht so schlimm, wie gedacht, manches aber wirklich zu übertrieben und gewöhnungsbedürftig.
Bilbo wird meiner Meinung nach perfekt von Martin Freeman verkörpert. Die Mimik, seine Reaktionen, Bewegungen, alles ist richtig gut. Aufgrund der Anzahl der Zwerge werden einige mehr oder weniger in den Hintergrund gestellt, um halt irgendwie da zu sein (außer vielleicht Thorin, der am ausführlichsten im Zwergenkreis ausgeleuchtet wird) und Ian McKellen leistet einen gewohnt guten Gandalf ab.
Zum 3D, mit diesem HFR Gedösel. Ich wollte mir selber ein Bild machen, mich überzeugen lassen, entweder es als gut zu empfinden oder es für die Zukunft zu meiden. Und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich es nicht brauche und es bitte auch nicht die Zukunft des Kinos werden sollte. Aber da es ja als neue, fette und überaus dramatisch große Revolution des Kinos angepriesen wird, habe ich die Befürchtung, in den nächsten paar Jahren nur noch dieses perfekt abgeleckte Bild ertragen zu müssen, außer es wird in einem Mini-Kino nebenan noch in herkömmlicher Qualität (also wie es jetzt noch in den meisten Filmen der Fall ist) gezeigt. Ganz klar, es ist wirklich ein wunderbar gestochen scharfes Bild und die Landschaftsaufnahmen sehen großartig aus. Aber das Bild ist mir, wie soll ich es erklären... es ist ein perfekt unperfektes Bild. Jede Bewegung ist so nervend und unangenehm intensiv sichtbar, jeder Fehler ist erkennbar und gerade bei Nahaufnahmen geht mir dieses Gefühl einen solide inszenierten Tv-Fernsehfilm anzuschauen nicht aus dem Kopf. Ich bleibe lieber bei dem "schwereren" Bild, wo es noch möglich ist, etwas als episch zu bezeichnen und man keinen Zwerg, Ork oder Gandalf durch das Bild, federleicht und wie einen Zuckerpferdchen, "gleiten" sieht.
Im Gegenzuge dieses Kritikpunktes, welcher nicht die Gesamtbewertung beeinflusst, muss ich die unterhaltsamen 10-15 Minuten mit Gollum und Bilbo loben. Das Highlight des Films.
Fazit: "Der Hobbit" ist ein sich langsam aufbauender, unterhaltsamer Abenteuerfilm, der nach der 1. Hälfte so richtig in Fahrt kommt, weshalb die letzten 45 Minuten, die mit grandiosen Effekten und toll inszenierter Action glänzen, dazu beitragen den Hobbit in einen episch angehauchten Film münden zu lassen, welches mit dem Aufeinandertreffen von Gollum und Bilbo, perfekt abgerundet wird. Leider verschluckt die 3D Version mit der neuen HFR-Technik des Öfteren die Atmosphäre des Films und lässt alles etwas "billiger" wirken. Zudem sind einige Situationen etwas zu überdreht und knallig, lassen den Film aber nicht abstürzen. Ich freue mich zumindest auf den nächsten Teil!