Ein gallisches Abenteuer auf amerikanischem Boden – ambitioniert, aber mit Schwächen
Asterix in Amerika ist die deutsch-dänische Zeichentrickverfilmung des Asterix-Comics Asterix bei den Indianern, basierend auf der Geschichte von Goscinny und Uderzo. Der Film stellt einen Versuch dar, die Welt der unbeugsamen Gallier internationaler zu gestalten – mit einem Ausflug über den Atlantik ins "neue" Amerika. Trotz solider Animation und einigem Unterhaltungswert bleibt das Abenteuer jedoch hinter den stärkeren Beiträgen der Asterix-Reihe zurück.
Handlung
Um das gallische Dorf endlich zu bezwingen, lässt Julius Cäsar Miraculix von seinen Legionären entführen und nach Amerika bringen – in der Hoffnung, ihn aus dem Spiel zu nehmen und so den Zaubertrank zu eliminieren. Asterix und Obelix machen sich umgehend auf den Weg, um ihren Druiden zu retten. In der Neuen Welt begegnen sie Indianerstämmen, wilden Tieren und einem unerschlossenen Kontinent – und lernen dabei auch viel über Freundschaft, Mut und Vertrauen.
Stärken
Die Animation ist sauber und farbenfroh – für die 1990er-Jahre solide, mit teilweise sehr schön gestalteten Naturkulissen in der Neuen Welt. Die Musik, teils orchestral, teils poppig (inklusive des eigens für den Film produzierten Songs „I've Got the Magic“), sorgt für Abwechslung und einen modernen Touch.
Einige Szenen – etwa der Angriff der Römer auf das gallische Dorf oder die Slapstick-Momente mit Obelix – sind charmant und bringen den gewohnten Humor der Reihe zurück. Auch die Darstellung der Indianer wirkt, für die damalige Zeit, relativ respektvoll und phantasievoll – wenn auch aus heutiger Sicht klischeehaft.
Schwächen
Die Handlung wirkt gestreckt und verliert unterwegs an Spannung. Das zentrale Motiv – die Rettung Miraculix’ – ist recht simpel, doch anstatt diese Geschichte mit cleverem Witz zu füllen, setzt der Film vermehrt auf harmlose Action, stereotype Figuren und oberflächliche Dialoge. Der typische Sprachwitz, der die Comics und früheren Filme auszeichnet, bleibt weitgehend auf der Strecke.
Auch die Charaktere sind wenig entwickelt: Asterix bleibt blass, Obelix hat ein paar nette Momente, aber kaum neue Facetten, und die neuen Figuren bleiben größtenteils austauschbar. Besonders enttäuschend ist die Darstellung von Cäsar, der als Bösewicht hier kaum Tiefe zeigt und sehr mechanisch wirkt.
Zudem fehlt dem Film eine klare komödiantische Linie. Während viele andere Asterix-Filme zeitlosen Humor mit Satire und Charme verbinden, wirkt Asterix in Amerika oft zu brav und auf ein sehr junges Publikum zugeschnitten – was ihn für erwachsene Fans weniger interessant macht.
Fazit
Asterix in Amerika ist ein nett animierter, aber eher oberflächlicher Ausflug der Gallier in die Neue Welt. Für Kinder mag das Abenteuer spannend und unterhaltsam sein, doch Fans der klassischen Asterix-Filme werden den Wortwitz, die Originalität und die kreative Tiefe vermissen. Der Film ist solide, aber kein Höhepunkt der Reihe.