Man Of Steel
Durchschnitts-Wertung
3,7
1648 Wertungen

187 User-Kritiken

5
18 Kritiken
4
76 Kritiken
3
53 Kritiken
2
28 Kritiken
1
9 Kritiken
0
3 Kritiken
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Superman ist der Inbegriff des klassischen Superhelden, sozusagen der „Prototyp“ für das Bild des strahlenden Übermenschen, der sich für das Wohl Anderer einsetzt. Im Universum der DC-Comics gibt es nur einen Helden, der ihm in Sachen Popularität ebenbürtig ist: Batman. Nachdem der dunkle Rächer bereits 2005 seine Modernisierung durch den massiv erfolgreichen Reboot von Mastermind Christopher Nolan erlebte, kehrt nun auch der „Man of Steel“ in neuem Gewand und neuer Prämisse auf die Kinoleinwand zurück. Und so verwundert es auf den ersten Blick auch kaum, dass man neben „300“-Regisseur Zack Snyder mit Nolan und David S. Goyer eben jene Kreativen mit an Bord geholt hat, die auch Batman so triumphal wiederbelebten. Doch der Schein trügt. Denn obwohl auch „Man of Steel“ sehr viel von der sogenannten „nolanschen Ernsthaftigkeit“ besitzt, beschränkt sich das Autorenduo im Gegensatz zum beinahe-Meisterwerk „The Dark Knight“ letztendlich doch eher auf die guten, alten Tugenden des klassischen, amerikanischen Sommerblockbusters.

Die Geschichte rund um Clarke Kent alias Kal-El alias Superman beginnt bei dessen Geburt auf seinem Heimatplaneten Krypton. Zusammen mit dessen darauffolgendem Untergang und der Rettung Supermans durch seine Eltern Jor-El und Lara Lor-Van stehen diese Szenen bereits für alles was die Neuauflage des Franchises ausmacht: Eine beinahe beissende Ernsthaftigkeit, tricktechnisch perfekter Bombast und eine starke Bindung zu den Charakteren und damit verbunden mit der so wichtigen Frage der Entscheidung. Vor allem Letzteres ist seit je her ein zentrales Thema von Superheldenverfilmungen, dessen sich Nolan und Goyer in ihrer „The Dark Knight“-Trilogie besonders stark angenommen haben, und das auch bei „Man of Steel“ eine zentrale Rolle spielt. Daneben ist vor allem die Frage der eigenen Identität das Leitthema des Filmes. Dass es Clarke, bereits als Kind mit extremer körperlicher und sinnlicher Kraft ausgestattet, schwer fällt sich in die Welt der Menschen einzufügen, wird parallel über die Erlebnisse des erwachsenen und des heranwachsenden Clarke dargestellt, was sich als wunderbare Entscheidung entpuppt, da die verschobenen Zeitebenen im Gegensatz zu einer chronologischen Erzählweise die Handlung künstlich aufbrechen. Da es in der doch recht komplexen Welt des Superman Universums jede Menge Einführungsbedarf gibt, vor allem für Storyneulinge, vermeiden Snyder und die Autoren somit übermäßige Längen und stellen einen angenehm fluiden Erzählrhythmus ein.
Sobald die Geschichte jedoch beginnt den Fokus stärker auf die Wandlung von Clarke zu Superman zu legen, schleichen sich nicht nur einige, eigentlich vermeidbare, Logikfehler ein. Auch der Handlungsverlauf stolpert nun häufiger über merklich konstruierte Passagen und Belanglosigkeiten (Tornadoszene, Superman-Anzug, Weltenwandler).
Zudem nehmen sich Snyder, Nolan und Goyer zu viel Zeit für den massiven Showdown am Ende, der mehr als ein Drittel des Filmes einnimmt und in dem der Erzählfluss zugunsten monströser Kampfsequenzen beinahe vollkommen zum Erliegen kommt. Die vorangegangenen Fragen die der Film aufgeworfen hat, die guten Ansätze, gehen leider sehr stark verloren im Sog des überwältigenden Gigantismus den Snyder und sein Team an den Tag legt.
Die Krux an dieser Herangehensweise ist die Kombination mit dem Grundton des Filmes, der für sich alleine zu gefallen wüsste: düster, dreckig, humorlos. "Man of Steel" ist ernst. Sehr ernst.
Witzige Passagen gibt es wenige bis keine. Zusammen mit der im Endeffekt doch relativ einfach gestrickten Geschichte und der überbordenden Action, wäre es vielleicht doch klüger gewesen, eine humorvolle, witzige, leichtere Atmosphäre zu schaffen, wie es etwa mit „The Avengers“ hervorragend gelungen ist, da diese es dem Zuschauer leichter macht Drehbuchpatzer und Logiklücken zu übersehen bzw. zu tolerieren.
Dass sich das Drehbuch mit tiefgehender Charakterzeichnung stellenweise moderat zurückhält kann auch von den zumeist grundsoliden Schauspielleistungen nicht kaschiert werden. Zu sehr werden die Figuren in die beiden Richtungen „gut“ und „böse“ polarisiert.
Das beginnt bei Clarke Kent/Superman selbst. Zwar ist Kent ein durchaus menschlicher und nachvollziehbarer Charakter, doch fast durchgehend ein Gutmensch (bzw. Gutkryptonier) und mit Ausnahme einer gewissen Szene im Auto, gibt es auch keine Ausnahmen dieser Regel. Das bedeutet allerdings nicht, dass Kent kein glaubwürdiger Charakter wäre. Im Gegenteil: der innerlich zerrüttete, einsame Held, der nicht so recht weiß, wo er denn nun wirklich hingehört, ist der Prototyp für eine eingehende Identifikation, da es sich hierbei um menschliche Urgefühle handelt, die jeder kennt. Dass man mit Henry Cavill einen mehr als fähigen, optisch passenden Schauspieler gefunden hat, der diesen Charakter spielend trägt, ist natürlich mehr als förderlich. Nur wünscht man sich vielleicht für die kommende Fortsetzung etwas mehr Ecken und Kanten, da dieser Superman bisweilen sehr glatt wirkt.
Amy Adams' Lois Lane trifft es da noch um einiges schlimmer und das obwohl Adams zu den besten Jungdarstellern gehört und ihr Talent auch in jeder Gelegenheit ausspielt. Der gegebene Rahmen der Figur ist leider viel zu klein gesteckt und die recht blasse Charakterisierung beschränkt sich auf Ehrgeiz und letztlich doch einer großen Prise Liebenswürdigkeit. Teilweise läuft die Figur Gefahr sogar zu nerven, bekommt jedoch noch rechtzeitig die Kurve um dann doch wieder nur belanglos zu sein. Von so einer wichtigen Figur hätte ich mir mehr erwartet, und das obwohl die Chemie mit Cavill stimmt.
Dass Kevin Costner als Clarke Kents Ziehvater Jonathan Kent und Russel Crowe als Clarkes leiblicher Vater Jor-El beide relativ starke Rollen inne haben, tut dem Film merklich gut. Auch wenn es sich hier mit der Polarisierung ähnlich verhält, handelt es sich nun mal um die schauspielerischen Schwergewichte des Films und zusammen mit Diane Lane als Clarkes Ziehmutter Matha Kent, erden sie den Film und die Beziehung der Zuschauer zum Titelhelden.
Viele andere Nebenfiguren gehen dabei vollkommen unter, was teilweise auch dem wie bereits erwähnten überlangem Showdown geschuldet ist, der aufgrund seiner massiven Action keinen Raum für charakterliche Entfaltung lässt.
Nur Michael Shannon als General Zod profitiert von der Effekte-Ekstase gegen Ende und ist so ziemlich der einzige Charakter, der einen zweiten Boden bekommen hat. Natürlich ist er der Antagonist und im eigentlichen Sinne „böse“, doch genau überlegt kann man aufgrund seiner Motivation durchaus Verständnis für sein Handeln aufbringen, hat es doch eigentlich einen höheren und im Kern doch relativ edlen Gedanken. Allerdings hätte es dieser Figur ganz gut getan, einmal ein Paar ruhigere, emotionalere Momente zu erfahren, um den inneren Konflikt des General Zod besser transportieren zu können.

Zu den universellen Fragen gesellen sich auch noch andere ethische Konflikte. Es taucht etwa die Frage nach dem Töten oder Nichttöten auf. Gerechtfertigt oder nicht, ist diese endgültigste aller Entscheidungen selbst für ein so gottähnliches Wesen wie Superman nicht leicht zu fällen. Zumindest dem Anschein nach. Denn obwohl in jeder Kampfszene mindestens ein Zivilist von Superman vor dem sicheren Tod bewahrt wird, wirft der Man of Steel seine Zweifel schnell über Bord, wenn es darum, geht sich mit seinen Landsleuten im überladenen Showdown durch eine millionenschwere Metropole zu boxen. Diese nach Analysten etwa 129.000 Toten sind leider nicht einkalkuliert im snyderschen / nolanschen Moraluniversum. Schade eigentlich.

Wo wir gerade beim Showdown sind. So viele Probleme das gewaltige Finale mit sich bringt, so viel Spaß macht es auch gleichzeitig. Was Snyder zusammen mit seinem Team da abfeuert, sucht ohne Übertreibung Seinesgleichen. Selbst die Transformers, selbst die Avengers und selbst Roland Emmerich werden sich in Zukunft schwer tun da noch einen drauf zu setzen. Dass die Effekte und das Color Grading dabei einen überwiegend sehr guten Eindruck machen, fügt sich gut mit der sehr soliden Kameraarbeit von Amir M. Mokri zusammen und bildet die Grundlage für eine sehr beklemmende, atmosphärische Oberfläche. Sowohl die Kamera als auch der Stil der Bildgestaltung atmen in beinahe jeder Szene, gestalten einen wunderbaren Fluß an hochwertigen, beeindruckenden Bildern und Eindrücken. Hier wurde wirklich viel Arbeit in das Zusammenspiel mit dem Erzähltem, dem Erlebtem, dem Gefühltem gesteckt und die Optik unterstreicht gekonnt beinahe jeden doppelten Boden, den die Geschichte hergibt.

Fazit:
„Man of Steel“ steckt durch die Verpflichtung der „Gralsbringer“ Christopher Nolan und David S. Goyer seine Erwartungen viel zu hoch und kann erzählerisch leider nur enttäuschen. Zwar entwickelt der Film gleich zu Beginn mehrere interessante Ansätze, verliert sich dann ab dem zweiten Drittel jedoch zu sehr in Belanglosigkeiten, gefolgt vom optisch zwar bahnbrechenden, erzählerisch jedoch beinahe statischen Finale. Dass Logiklücken und teilweise ungeschickt konstruierte Storypassagen, die leider zu beliebige Geschichte zusätzlich ausbremsen, kommt der Überladenheit des Filmes nicht zu Gute.
Geniale Effekte, bombastische, gut choreografierte Action und technische Raffinesse an allen Ecken und Enden können das nicht ausgleichen. Ein beinahe einwandfrei besetzter Cast mit vielen sympathischen Charakteren und eine durchdachte, atmosphärisch dichte Inszenierung schon eher. Allen voran Henry Cavill, Russel Crowe und Kevin Costner machen trotz wenig vielschichtiger Charaktere einen sehr guten Job.
Jedoch mangelt es der Geschichte an einer ähnlich komplexen Dramaturgie, wie man es von Christopher Nolans Werken vielleicht gewohnt ist und lässt viel zu viele dramaturgische Fäden im Sand verlaufen, meist zugunsten monströser Action und beißender Ernsthaftigkeit.
Was bleibt ist ein sehr unterhaltsamer, einfach gestrickter Sommerblockbuster, der alles bietet was man heutzutage von leichter Unterhaltung verlangt. Nicht weniger. Leider aber auch nicht mehr.
"Man of Steel" Gewinnspiel.
Bruce Willis
Bruce Willis

10 Follower 42 Kritiken User folgen

2,0
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Trotz netter Action irgendwie langweilig und öde und der ausufernde Einsatz der Wackelkamera und der verkackte Schnitt geben dem Film den Rest
Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Auf dem Höhepunkt der Zerstörung -

Kraftvolle Bilder, gehüllt in ästhetischer, poetischer Ruhe, Voice Over, resümierend über die Probleme der Findung des Selbst, die Suche nach der Identität und die Verantwortung, die mit großer Kraft und entsprechender Macht einhergeht. Unterlegt mit dem legendären Lament zu Ehren Gandalfs aus dem legendären Soundtrack Howard Shores zum Fantasy-Epos 'The Lord of the Rings' von Peter Jackson. So präsentierten sich im vergangenen Jahr die ersten Teaser zum Superman-Reboot 'Man of Steel'. Es sind Rudimente, melancholische Überbleibsel einer vielversprechenden Richtung, in die der Film, der den Auftakt einer neuen mehrteiligen Reihe darstellt, hätte gehen können. Doch es kam anders. Bitter. -

Dabei ließ die kreative Ausgangslage aufhorchen und hoffen. Mit Zack Snyder nahm sich ein ebenso kontrovers diskutierter wie eigensinniger Regisseur einen der berühmtesten Superhelden des Planeten an. Snyder ist ein Ästhet, der vor allem mit dem Film 'Watchmen', der gleichnamigen Verfilmung der beliebten Graphic Novel um Helden, die keine sind, bewies, dass er inhaltlichen, ausdrucksstarken Anspruch mit einer virtuosen Inszenierung zu verschmelzen weiß. Sein Bilderrausch ließ tief in die Abgründe menschlichen Daseins blicken, zeigte ekstatische Dionysien der Gewalt und eine Gesellschaft, die ihre verrotteten, starken Wurzeln längst im Nihilismus geschlagen hat. Obgleich Nachfolgeprojekte, wie 'Sucker Punch' (2011), äußerst zwiespältig aufgenommen wurden, fand sich dennoch sein eigensinniger Blick fürs Ästhetische wieder. -
Der zweite große Name im Gespann lautet Christopher Nolan, der hier als Produzent und Autor in Erscheinung trat. Auch wenn seine wahrhaft großen Meisterwerke, wie dem clever konstruierten Thriller-Drama 'Memento' (2000) und 'Prestige' (2006), einem verschachteltem Mystery-Thriller, schon eine Weile zurückliegen, schuf er mit der 'The Dark Knight'-Trilogie einen regelrecht neuentflammten Batman-Kult, wobei insbesondere der Mittelteil, zugleich Namensgeber des cineastischen Trios, als herausragender Vertreter gilt. Nach dem weltweiten Erfolg galt Nolan lange Zeit als Hollywoods Liebling, kaum ein Tag verging ohne Neuigkeiten, wobei die Presse hier nicht die Gerüchteküche zum Brodeln brachte, sondern einen Supervulkan Feuer spucken ließ. Mit dem Heist-Thriller 'Inception' verstärkte der Brite seinen Kultstatus nochmals immens. -

Die Vorzeichen standen also auf eine Neuausrichtung, die Lust machte. Lust auf einen Helden, der nicht Held und doch Held ist. Einer Figur, die mit ihrer Umwelt und sich selbst hadert. Fort von gelacktem, eindimensionalem Kitsch, hin zur ambivalenten Komplexität.
Doch was blieb?
Zerstörung. -

Letztlich reiht sich der Film nur in eine Reihe anspruchsloser, belangloser Blockbuster ein, die sich der kühlen Maschinerie des Business unterworfen haben. Beginnt der Film, nach der krachend-dröhnenen Auftaktsequenz, noch vergleichsweise ruhig, zeigt einen Clark Kent (Henry Cavill), der umherstreift und seinen Platz in der Welt noch nicht gefunden hat, knallt es bald im Dauerstakkato. General Zod (Michael Shannon), wie Kent respektive Superman vom Planeten Krypton, traumatisiert vom Untergang selbigen, bedroht die Erde, auf der Kent seine neue Heimat, zumindest vorerst, durch die Hilfe seiner Zieheltern Martha (Diane Lane) und Jonathan (Kevin Costner) gefunden hat. Es wird geworfen und geflogen, durch Gebäude, Vororte, selbst Großstädte. Das Budget jenseits der 200 Millionen Dollar wurde von einem CGI-Gewitter zerdonnert, das dem Film jegliche Einzigartigkeit nimmt und zuweilen an Überschrott a la 'Transformers' erinnert. Ohnehin wirkt der Film wie ein großes Trümmerfest, ein Polterabend urbanen Ausmaßes. Offenbar sollte möglichst viel zu Bruch gehen. Hier ist die Action nicht wohldosiert, sondern irgendwann omnipräsent, wodurch dem Werk jeglicher Verve abhanden kommt. Die Bilder zerfallen in einzige Effektergüsse, die auch Snyders Handschrift vollkommen verwischen. Sein erhabener Sinn für Ästhetik wird verschluckt im Nichts der Anbiederung. Der Anbierung an den Mainstream, dem Kniefall vor selbigem und scheint sich somit, aus Solidarität wohlmöglich, in eine ebensolche Identitätskrise verloren zu haben, wie Clark Kent. -
Garniert wird die überaus versalzene Brühe mit Logiklöchern, die, nennen wir es: interessanter, Natur sind. So zerballert die U.S. Army, natürlich wieder als kurzsichtigster Weltwächter dargestellt, kurzerhand einen ganzen Vorort, in welchem sich Superman mit einigen seiner Schergen einen der zahlreichen Schlagabtäusche liefert. Wohlgemerkt, während sämtliche Einwohner noch zugegen sind, nur um, nachdem der Stahlmann ihnen ein ums andere Mal das Leben und ihre teure Ausrüstung gerettet hat, endlich, nach komplexen Überlegungen, festzustellen, dass dieser Mann nicht ihr Feind sei. Bravo. Ein gewisses Kopfschütteln vermag auch die pseudo-romantische Liebesgeschichte hervorzurufen, die sich zwischen der toughen Daily Planet-Reporterin Lois Lane (Amy Adams) und Clark Kent anbandelt. Ohne den Hauch einer kohärenten Charakterentwicklung kommt es unweigerlich zu dem, was kommen musste, am Ende, natürlich. Kitsch. -
Wie man sagt, hätten alle Medaillen zwei Seiten. Nun, zumindest lässt sich am Rande jener ein kleines Funkeln, hie und da, ausmachen. Nämlich immer dann, wenn der Film in seichte, ruhige Fahrwasser gerät. Hier inszenierte Snyder elegische, ausdrucksstarke Bilder, die bedeutsamer und intensiverer Beschaffenheit sind, als der große computergenerierte Digitalhaufen. Häufig finden diese Szenen in Flashbacks statt, zeigen Kent und sein Zurechtkommen in seinem terrestrischen Zuhause, in dem er sich, trotz liebervoller Fürsorge seiner Zieheltern, fremd fühlt. Die Kamera hält hier nicht auf Dauerzerstörung, sondern streift ihre Linse auf Filmmetaphorik, die weit mehr an Strahlkraft aussendet, als einer der unzählig zu Metallbrühe verarbeiteten Wolkenkratzer. -

Diese Augenblicke sind es auch, in denen die Darsteller ein wenig Luft zum Atmen bekommen. Zwar vermag Hauptdarsteller Henry Cavill, der sich bereits für selbige Rolle in Bryan Singer's 'Superman Returns' bewarb, keine allzu großen Akzente zu setzen, doch fehlbesetzt erscheint er nicht. Vielmehr ist sein Spiel solider Art, ohne allzu sehr hervorzuragen. Gewiss wäre mit einer stärkeren Akzentuierung aufs Persönliche und einer Reflektion der Umstände als solche mehr drin gewesen. Während Cavill sich also irgendwie durch den Lärm manövriert, haben es da andere Darsteller schon deutlich schwerer. Amy Adams, die zuletzt in Paul Thomas Anderson's 'The Master' ihre ohne Zweifel vorhandenen Qualitäten darstellte, spielt wie von Lethargie ergriffen. Sie vermag ihrer Figur der Lois Lane keinerlei Farbe zu geben und erscheint lediglich als der gescheiterte Versuch, dem Ganzen eine romantische Note aufzwingen zu wollen. Michael Shannon ('Boardwalk Empire') als General Zod und Russell Crowe ('Les Miserables') in der Rolle von Kents leiblichem Vater Jor-El wissen dagegen schon mehr hervorzustechen, wenngleich auch hier nur ein Bruchteil des Potenzials genutzt wurde. Sie füllen ihre Figuren aufs Minimum aus. Deutlich intensiver tun sich da schon Diane Lane ('Cinema Verite') und Kevin Costner ('Hatfields & McCoys') hervor. Sie verleihen in ihrer elterlichen Ziehrolle dem Geschehen eine gewisse Bodenständigkeit und Nähe, lassen ein wenig Menschlichkeit zwischen dem tosendem CGI-Sturme zu. Hier hat der Film seine besten Momente, die leider viel zu schnell dem üblichen Einheitsbrei weichen mussten. -

Fazit: Zack Snyder verliert sich zu Gunsten der kühlen Geldmaschinerie in ein Effektgewitter, das weniger an eine innovative Neuausrichtung einer der populärsten Superhelden erinnert als vielmehr an einen Kniefall vor dem Mainstream, vor seelenlosem Blockbuster-Gekrache. Statt seinem Helden mehr Raum zur Entfaltung zu geben, lässt er diesen lieber durch eine Achterbahn der Zerstörung sausen, die jede Form von Einzigartigkeit vermissen lässt und sich, trotz einiger, ruhiger, schön gefilmter und eindringlicher Momente irgendwann vollends entindividualisiert wiederfindet. Wie Clark Kent, scheint auch Snyder derzeit auf der Suche nach sich selbst zu sein, ohne sich in diesem Film (wieder-)gefunden zu haben. -

''Man of Steel'' Gewinnspiel
Kino:
Anonymer User
1,0
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Die Story war sehr flach gehalten, beziehungsweise nicht vorhanden. Im Gegensatz dazu waren die Actionszenen übertrieben großzügig gestaltet. Wer Actionreiche Filme liebt, bitte sehr hier ist wieder einer. Allen anderen sei empfohlen Ihre Lebenszeit anderweitig zu verbringen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass seit Blair Witch Project so beliebte und auch hier großzügig verwendete Stilelement der Wackelkamera nervt einfach nur. Fazit: Der Trailer zum Film war wie immer sehr vielversprechend, der Gang ins Kino war nur rausgeschmissenes Geld. Dies scheint leider in letzter Zeit ein Trend zu sein. "Man Of Steel" Gewinnspiel
anj159
anj159

12 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
ABSOLUTES BOMBASTKINO!!! Ich habe so ein Actionspektakel im Kino noch nicht erlebt, der Film haut einen mit seiner Audiovisuellen wucht förmlich aus den Schuhen bzw dem story ist bekannt, doch Znyder und Nolan schaffen es diesem Film den nötigen Ernst "Altschauspieler" wie Crowe und Kostner überzeugen genauso wie die junge amt ein sehr lohnenswerter Streifen, der nichts missen lässt.
Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Wer kennt noch die Serie Smallville, bei der es um das Erwachsenwerden des jungen Clark Kent geht? Damals lief diese Serie auf RTL und ich habe viele der Episoden gesehen. Man mag vielleicht glauben, dass eine Serie auf RTL nicht das Zeug hat mit diesem großen Hollywood-Film mitzuhalten, aber in diesem Fall war das allemal so. Zu viel hat mich an Man of Steel gestört als dass ich sagen könnte, dass ich den Film gelungen fand. Wenn ich mal bei den technischen Gegebenheiten anfange fällt mir sofort auf, dass ich von den tollen 3D-Effekten nur wenig bis gar nichts mitbekommen habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich 3D nicht immer zu sehen glaube, oder während des Films auf andere Dinge achte, aber hier habe ich so gut wie keine 3D-Effekte wahrgenommen und das, wo es sich doch bei dem fliegenden Superhelden besonders angeboten hätte! Da wurmt es mich dann auch, wenn ich mit einem Kumpel ins Kino gehe und er den 3D-Aufpreis zahlen muss. Dass die Spezialeffekte ansonsten gelungen sind trösten über diesen Punkt leider nur bedingt hinweg.

Aber nochmal zurück zum 3D-Abenteuer. Wie viel müsst ihr im Schnitt für einen 3D -Film berappen? 12, 13 Euro? Es ist bei Leibe nicht so, dass ich nicht für Kino zahlen will, doch eine Preissteigerung seit Einführung der 3D Technik (vor ein paar Jahren) von bis zu 5 Euro finde ich dann doch ein wenig übertrieben, vor allem wenn man bedenkt dass man diesen Aufpreis auch für nachträglich eingefügte 3D Effekte zahlen muss, die bis dato eher schlecht als recht rüber kommen. Nichtsdestotrotz würde mir der stolze Preis nicht ganz so viel ausmachen, wenn wenigstens die Filme auf ganzer Linie überzeugen könnten. Kann das Man of Steel? Ich finde nicht und genau hier fängt bei mir das fremd schämen an. Ich saß hier nämlich im Kino und es tat mir im Herzen weh, was man aus einem meiner Lieblingssuperhelden gemacht hat. Dialoge, die so flach sind wie der Norden Deutschlands und Logiklücken, die einem schon weh tun. Aus meiner Sicht sollte man zum Beispiel die Herleitung der "Fähigkeiten" von Superman, wenn man sie denn erklären will, schon logisch und schlüssig aufbauen. Wenn man aber eine Erklärung liefert und während des Films diese Erklärung aufhebt und das Gegenteil behauptet, ist das für mich schon ein absolutes No-Go. Ok, ganz so schlimm war es nicht, aber es hat sich so angefühlt.

Da bringen die besten Schauspieler auch nichts, um den Film aufzuwerten. Nehmen wir Amy Adams oder Michael Shannon, beide haben mir ziemlich gut gefallen. Sie haben ihren Job sehr gut gemacht, so dass jede Szene mit ihnen eine Freude war. Henry Cavill fällt im Vergleich zu den beiden leider ein wenig ab. Klar, er spielt die Rolle des Clark Kent nicht schlecht und man hätte die Rolle auch versauen können, aber eine grandiose Leistung sieht meiner Meinung nach anders aus. Dass auch Russel Crow noch eine überraschend lange Rolle bekommen hat, kann kaum an seiner Leistung in Les Misérables, als viel mehr an seinen Verdiensten aus früheren Jahren gelegen haben. Doch seine Rolle spielt er gut und rechtfertigt das Vertrauen in ihn, so dass auch sein Ansehen bei mir wieder ein wenig gestiegen ist :

Alles in allem bin ich ein wenig unschlüssig. Wie soll ich diesen Film bewerten? Eigentlich hat mir der Film ganz gut gefallen, da die Geschichte spannend war und mir die Schauspieler gefallen haben. Gefehlt hat mir leider ein wenig Lex Luther, der eigentlich DER Charakter neben Superman ist und hier leider keinen Platz gefunden hat. Auch die Mängel in der 3D-Umsetzung und große Logiklöcher schmälern meinen Eindruck und lassen den Film in meiner Gunst leider unter Durchschnitt sinken.
Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Man of Steel - Der Mann aus Stahl

Ein Titel der zunächst anmutet wie das unbeholfene Erstlingswerks eines Pornoregisseurs – dies soll das fulminante Comeback eines der bekanntesten Superhelden ins Filmbusiness sein, nach Teenie-Serie mit einem Teenie-Superman endlich wieder ein Blockbuster mit unser aller Held in guter alter Hollywoodmanier. Also gut, zweideutiger Titel hin- oder her, den sollte man sich vielleicht doch mal ansehen, erstens ist man dies seinem Superman-Schlafanzug geschuldet und zweitens nachdem man den Namen Christopher Nolan auf den überdimensionalen Filmplakaten entdeckt hat. Zwar sitzt dieser im Gegensatz zu der gelungenen Batman-Trilogie diesmal nicht auf dem Regiestuhl, hatte aber sicherlich als Produzent seine Finger drin in dem Ganzen. Besser gesagt wollen wir´s hoffen. So gilt die Figur Superman zwar als Inbegriff des Superhelden, doch ehrlich gesagt, gab´s einige Dinge die wir nie sonderlich an Superman mochten:
1. Jeder, aber wirklich jeder würde für das Tragen einer roten Unterhose über einem blauen hautengen Turndress öffentlich verspottet werden und anschließend an besagter roten Unterhose an den nächstgelegenen Fahnenmast gehangen werden. Cape hin oder her. Superman aber trotzt der Kritik und rettet die Welt in der eher unharmonischen Kombi; Applaus würde er dafür jedoch von Anna Wintour nicht erhalten, eher eine hochgezogene Augenbraue.
2. Entweder Lois Lane ist blind vor Liebe oder ihr Augenarzt hat seinen Doktortitel über Geschäfte mit der hiesigen Mafia erhalten. Spricht zumindest nicht für eine Top-Journalistin, dass sie sich allein von einer Hornbrille über die wahre Identität ihres tollpatschigen Kollegen blenden lässt.
3. Superman, du bist einfach zu perfekt. Du kannst alles besser als jeder, du siehst aus wie ein Unterwäsche-Model, deine Frisur sitzt wie eine Eins, du bist ein braver Sohnemann und deine Uniform ist immer tiptop gebügelt. Selbst für einen Superhelden ist das zu viel Perfektionismus. Und mal von deiner einzigen Schwäche abgesehen: Kryptonit bekommt man auch nicht an jeder Straßenecke. Superman, es muss gesagt werden, du bist der Streber unter den Superhelden.
Nichtsdestotrotz ist der Mann aus Stahl der Inbegriff des Guten, Gallionsfigur der Gerechtigkeit auf der Welt, der bescheiden und uneigennützig das Böse auf dieser Welt bekämpft. Doch das „Gutsein“ allein reicht dem verwöhnten Rezipienten von Comicverfilmungen heutzutage allein nicht mehr aus, werden doch alle Jahre wieder die Abenteuer eines Superhelden im durchgestylten Remake verfilmt. Kein Wunder also, dass Menschen, die vorher nie auch nur daran gedacht hatten einen Comic aufzuschlagen nun in der Lage sind. zumindest ansatzweise, Begriffe wie Kryptonit und DC Universum einordnen zu können. Comics wurden nun endgültig zur Popkultur erklärt und den Nerds und kleinen Jungs dieser Welt von Hollywood aus den Händen gerissen, der Schutzfolie entledigt und vermarktet bis zur Besessenheit. Was wahrscheinlich auch wesentlich zum Erfolg einer Sitcom wie Big Bang Theory beigetragen hat. Die Batman-Trilogie zeigt, dass diese Entwicklung nicht unbedingt was Schlechtes haben muss, wurde dem Zuschauer ein düsterer Superheld mit Fehlern und Schwächen präsentiert, der nur wenig Ähnlichkeiten mit seinem 60er Jahre Vorbild aufwies, das damals eine beunruhigende Schwäche für alberne Soundeffects und seinen treuen Gefährten Robin hatte. Ein gereifter Superheld eben.
Bist du Superman nun im Jahre 2013 auch menschlicher geworden, nicht mehr so perfekt?
Ich werde es wohl nie erfahren, habe ich den eigentlich obligatorischen Kinobesuch dann doch nicht angetreten. Denn just als ich mir meinen besagten Superman-Schlafanzug besah, wurde mir bewusst: Superman ist zwar ein verdammter Perfektionist aber das macht wohl auch seinen Mythos aus. Wer hat sonst mehr Schlafanzüge mit seinem Logo verkauft? Und deshalb lasse ich mir von Hollywood meinen Superheld nicht entmystifizieren.
Superman, bleib, wie du bist. Eben perfekt.

„Man of Steel“ Gewinnspiel
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Ich war gestern im Kino und kann den Film sehr empfehlen. Man merkt, dass Chris Nolan seine Finger im Spiel hatte, vor allem durch die schöne Herausarbeitung der Charaktere. Die Aktionszenen waren vielleicht teilweise etwas übertrieben (Hollywood eben), in der Gesamtschau aber ein sehr toller Film!
Kino:
Anonymer User
0,5
Veröffentlicht am 3. Juli 2013
Seit "Lost In Space" (1998) ist "Man Of Steel" das Schlechteste, was Kinoverleiher ihren Kunden an Grausamkeiten in deutschen Kinosälen angetan haben. Es wäre verschwendete Energie, die einzelnen Gründe aufzuzählen, da der Platz hier sicher nicht ausreichen würde. Wer Superman mag, sollte sich an die Filme mit Christopher Reeve halten. Die Adaption von 2006 oder die Serie "Smallville" kenne ich leider nicht, aber schlechter als diese vorsätzliche Celluloidverschwendung können sie wohl kaum sein. UNTERIRDISCH SCHLECHT!!!
Kinobengel
Kinobengel

506 Follower 621 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 2. Juli 2013
Mit „Man of Steel“ darf ein neues Werk von Zack Snyder in Augenschein genommen werden.
Nachdem Snyder mit „300“ und „Watchmen“ richtige Leinwandprachtstücke präsentierte und mit „Suckerpunch“ bildgewaltig gut nachlegte, versucht er sich nun am Superman.

Der ausgebeutete Planet Krypton steht kurz vor der Zerstörung. Jor-El (Russel Crowe) schießt vor dem Ende Sohn Kal-El mitsamt den Erbinformationen des Volkes von Krypton zur Erde. Er wird von den Kents (Kevin Kostner und Diane Lane) gefunden und Clark genannt. Sie bemerken, dass Clark besondere Fähigkeiten besitzt und erziehen ihn dazu, nicht aufzufallen. Jahre später folgt Krypton-General Zod (Michael Shannon) mit einigen Vasallen Kal-El und möchte auf der Erde mit Hilfe des Erbmaterials ein neues kryptonisches Volk bilden. Allerdings hält er die Menschen für überflüssig. Wer hilft der Erdengemeinschaft?

Man schnappe sich einen Bus, stoppe in Beverly Hills u.ä., lade einen Haufen renommierter Superstars ein und fahre direkt zu den Locations nach Greenbox und drehe dann für ca. 225 Mio. USD einen Blockbuster. Im Ergebnis ist dann ein rasanter Film zu sehen, der schon actionlastig beginnt, mit etwas ruhigeren Sequenzen und gut gesetzten, langeweileverhindernden Rückblenden fortgeführt wird, um dann immer wuchtiger werdend in den bombastischen, popcorneimerzerschmetternden Showdown überzugehen, bei der sich alle ehemaligen Kryptonier als außerirdische Abrissbirnen für Großstädte geben. Optisch ist das alles recht gut gelungen, wobei die im Weltraum spielenden Szenen und schnellbewegte CGI-Pixelei auf der Erde zeitweise durchschnittlich aussehen. „Oblivion“ ist unter Verzicht der 3D-Technik grafisch erheblich besser anzuschauen. Aber „Man of Steel“ hat ja noch einen großen Cast zu bieten: Russel Crowe darf leider nicht glänzen. Zu mechanisch sind seine Parts installiert. Michael Shannon weiß dagegen zu begeistern, Fanatiker kann eben nicht jeder so gut. Kevin Kostner und Diane Lane geben ein glaubhaftes Ehepaar Kent ab. Am ausdrucksstärksten ist Amy Adams als ständig recherchierende, neugierige, verärgerte und energische Reporterin Lois Lane. Allgemein ist zu bemerken, dass auch die namhaften Schauspieler von der Actiondominanz zur Seite gedrängt werden. Noch jemanden vergessen? Ach ja, Henry Cavill spielt IHN. Aber über das angenehme Äußere seiner Erscheinung kommt er mit seiner wenigsagend inszenierten Mimik nicht hinaus. So verpufft auch die Romantikszene zwischen Superman und Lois in der Phantomzone und es bleibt die ruhige Phase, das Erwachsenwerden von Kal-El das Interessanteste am Film. Es hätte mehr sein können, Teil 2 steht in den Startlöchern. Wieder ein Städtezerhauen?
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
  • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
  • Die besten Filme